Gedanken aus meinen Lieblingsbüchern – Thoughts from my favourite books

Thought

Hütte

Die Außenfassade meines Hauses ist bereits nicht mehr wiederzuerkennen und ich bin völlig verzückt – ich kann’s ja kaum erwarten, hier Bilder zu zeigen, habe mich allerdings entschieden zu warten, bis alles fertig ist. Dafür braucht es noch ein wenig Geduld… In der Zwischenzeit daher ein Beitrag zu einem meiner Lieblingsbücher, welches durch vielerlei Gedanken nie an Aktualität verloren hat. Es handelt sich um “Into the Wild” von Jon Krakauer. In dem Buch geht es um die Geschichte eines jungen Mannes, Christopher McCandless, der sich alleine auf den Weg nach Alaska machte und dort einsam in der Natur, ja sogar in der Wildnis, jenseits der Gesellschaft lebte. Ein Leben in Freiheit. Aber eine Lektion ist, dass diese ihren Preis hat. McCandless bezahlte dafür mit seinem Leben… Die Geister scheiden sich, ob der Aussteiger nun mutig war und sich durch sein Erbe in Form seiner Aufschriebe und Geschichte unsterblich gemacht hat, oder ob der Typ einfach nur naiv oder gar wahnsinnig war. Ich gehöre zur ersteren Gruppe kann mich mit vielen seiner Gedanken und Bestrebungen sowie Kritik an der Gesellschaft identifizieren, weshalb McCandless in gewissen Punkten ein Vorbild darstellt (in seiner Schulzeit war er zudem ein ambitionierter Läufer). Beim Lesen des Buches habe ich mir einige Passagen angestrichen, die es meiner Meinung nach wert sind, hier geteilt zu werden (auf Englisch klingen die ganzen Zitate viel schöner, also einfach unten in der englischen Version lesen oder nochmals lesen, je nach Englischkenntnissen). Meine Zitatesammlung mag bunt zusammengewürfelt sein, aber für mich ist sie vor allem eines: inspirierend. Und vielleicht für den ein oder anderen Leser auch?

Zuerst der beste Tipp zum Reisen:

  • Gib als generelle Regel so wenig wie möglich aus, und du wirst es viel mehr genießen.

Passend in meiner Situation vor der Kündigung meines Jobs (als ich das Buch las) und noch immer:

  • Ich halte Karrieren für eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und ich will keine.
  • Just get out and do it.
  • So viele Leute sind unglücklich mit ihren Lebensumständen, und dennoch ergreifen sie nicht die Initiative, ihre Situation zu ändern, weil sie auf ein Leben in Sicherheit, Konformität und Konservatismus konditioniert sind, was zwar Seelenfrieden verschaffen mag, aber in der Realität gibt es nichts Gefährlicheres für den Geist eines Mannes als eine sichere Zukunft. Die Grundlage des Lebensgeistes eines Mannes liegt in seiner Leidenschaft für das Abenteuer

Ich bin manchmal gerne allein, ziehe Alleinsein schlechter Gesellschaft in jedem Fall vor – bin mir aber dennoch voll und ganz bewusst, wie sehr ich sie auch brauche und suche. Und für dieses Paradoxon spricht mir McCandless aus der Seele:

  • Es stimmt, dass ich intelligente Gesellschaft vermisse, aber es gibt so Wenige, mit denen ich die Dinge teilen kann, die mir so viel bedeuten, sodass ich gelernt habe, mich zu enthalten. Es genügt, dass ich von Schönheit umgeben bin.
  • Wir mögen Gesellschaft, aber wir halten es nicht lange unter Menschen aus. Deshalb gehen wir raus und verirren uns, kommen dann wieder für eine Weile zurück, und brechen schließlich wieder auf.

Und noch was zu Glück und einem Lebensentwurf, der auch wieder meinem sehr nahe kommt:

  • Ich werde dieses Leben noch für eine Weile leben. Die Freiheit und einfache Schönheit sind einfach zu gut.
  • Ich habe viel durchgemacht und ich glaube, jetzt habe ich gefunden, was ich zum Glück brauche. Ein stilles zurückgezogenes Leben in unserer ländlichen Einsamkeit und die Möglichkeit, den Menschen Gutes zu tun, den man leicht Gutes tun kann und die so wenig daran gewöhnt sind. Eine Arbeit von der man sich einen Nutzen verspricht. Für immer Ruhe, Natur, Bücher, Musik, die Liebe zu seinen Nächsten. Das ist meine Vorstellung vom Glück. Und zu alldem, noch dich, als meine Lebensgefährtin, vielleicht auch Kinder. Was kann das Herz eines Menschen noch mehr wollen?

Wer mich ein wenig kennt, ist sicher nicht verwundert zu lesen, warum mich dieses Buch begeistert. Ich spreche auch eine Leseempfehlung aus. Der Film ist übrigens auch absolut sehenswert.

Und nun die Überleitung zu einem weiteren Buch. McCandless las in der Einsamkeit die Bücher von Henry Thoreau, einem amerikanischen Schriftsteller und Querdenker aus dem 19. Jahrhundert. Mit 27 (lustiger Zufall: genau das Alter, in dem ich meinen Job auch gekündigt habe) gab er seine Tätigkeit als Lehrer auf, baute sich in einem Grundstück mitten im Wald eine kleine Hütte und lebte dort für eine Weile zurückgezogen und sehr einfach. In seinem Werk “Walden – oder leben in den Wäldern” berichtete er darüber. Als ich im letzten Jahr in den SchwarzWALD zog, fand ich, dass es der richtige Zeitpunkt war, dieses Buch auch noch zu lesen. Insbesondere die Gedanken von Thoreau zu einem Streben nach Einfachheit und einer minimalistischen Lebensweise aus dem 19. Jahrhundert sind im 21. Jahrhundert noch ebenso gegenwärtig wie in der Geschichte, das finde ich faszinierend. Ein paar schreibe ich raus, das Buch ist aber voll von viel mehr tollen Gedanken … auch hier: lest es!

  • Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was nicht Leben war; das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig. Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht leben war, in die Flucht geschlagen wurde.
  • Die Verwöhnten und Verschwender sind es, die die Mode bestimmen, der die Masse so eifrig folgt… Ich sitze lieber allein auf einem Kürbis, als zwischen andere gezwängt auf einem Samtkissen.
  • Der Sinn für das Schöne aber wird am besten im Freien geweckt, wo es kein Haus und keinen Hausbesitzer gibt.
  • Ich ergriff manches, verwarf anderes, am höchsten aber schätzte ich meine Freiheit.
  • Ich bin gerne allein. Niemals fand ich geselligere Gesellschaft als die Einsamkeit.
  • Es ist eine überraschende und bemerkenswerte, aber auch wertvolle Erfahrung, sich zu irgendeiner Zeit im Wald zu verirren.
  • Fischer, Jäger und Holzfäller, die ihr Leben in Feldern und Wäldern verbringen, die in gewissem Sinne ein Teil der Natur selbst sind, vermögen oft, wenn sie von ihrer Arbeit ausruhen, tiefer das Wesen der Natur zu erfassen als Philosophen oder gar Dichter, die sich ihr mit Erwartungen nähern.
  • Nur die Güte ist eine sichere Kapitalanlage.
  • Anstatt Liebe, Berühmtheit oder Geld oder Vertrauen oder Fairnessgebt mir Wahrheit.
  • Strebt nicht so sehr danach, Neues zu erwerben, seien es Kleider oder Freunde.
  • Am Mark ist das Leben am Süßesten.
  • Wenn man zuversichtlich seinen Träumen folgt, und sich bemüht, so zu leben, wie man es sich vorgestellt hat, wird man unerwartet von Erfolg gekrönt.

Ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit … etwas, das ich auch im Zuge meines Projektes hier leben will. Auch wenn ich mich in der Realität in neue Abhängigkeiten begeben habe und praktisch bei jeder Entscheidung Kompromisse eingehen muss. Aber genau aus diesem Grund lese ich gerne Bücher wie die oben zitierten, um daran erinnert zu werden, dass man auch anders leben kann. Und dass unsere Lebensweise trotz unserer alltäglichen Verpflichtungen und Zwängen zu einem guten Teil in unserer Hand liegt.

Weg

The facade of my house looks completely different by now – and I am totally enchanted. I can’t wait to report about it on this space, but I have decided to wait until the works are finished. Some patience needed…. In the meantime, I’ll talk a bit about one of my favourite books ever which never lost in significance due to many different thoughts I can so much relate to. The book is “Into the Wild” by Jon Krakauer. It is about the true story of a young man, Christopher McCandless, who went on his own to Alaska and lived there alone in the nature, even in the wilderness far from society. A life in freedom – but one lesson is that freedom has its price. McCandless paid for it with his life. Opinions differ sharply if the dropout has been brave and left a legacy through writing down his story and thoughts or if he has just been naive or crazy. Well, I can identify with lots of his thoughts and aspirations and his critical attitude towards society and that’s why McCandless is in some ways a role model for me (plus, he has been an ambitious runner at school). While reading the book, I highlighted a lot of passages which are worth being shared in my opinion. My collection of quotes might be random, but above all, it is inspiring for me. And maybe for one or the other reader as well?

First, the best advice for travelling:

As a general rule, spend as little as possible and you will enjoy it much more immensely.

Very relevant before I quit my job (when I read the book) and still now:

  • Franz, I think careers are a 20th century invention and I don’t want one.
  • Just get out and do it.
  • So many people live within unhappy circumstances and yet will not take the initiative to change their situation because they are conditioned to a life of security, conformity, and conservatism, all of which may appear to give one peace of mind, but in reality nothing is more dangerous to the adventurous spirit within a man than a secure future. The very basic core of a man’s living spirit is his passion for adventure.

I love to be alone from time to time. And I generally prefer no company to bad company – but still, I sometimes need and want company as well. McCandless finds the exactly right words for this paradoxon:

  • It is true that I miss intelligent companionship, but there are so few with whom I can share the things that mean so much to me that I have learned to contain myself. It is enough that I am surrounded with beauty…
  • We like companionship, see, but we can’t stand to be around people for very long. So we go get ourselves lost, come back for a while, then get the hell out again.

And a quote about happiness and life plans:

  • I am going to live this life for some more time. The freedom and simple beauty of it is just too good to pass up.
  • I have lived through much, and now I think I have found what is needed for happiness. A quiet secluded life in the country, with the possibility of being useful to people to whom it is easy to do good, and who are not accustomed to have it done to them; then work which one hopes may be of some use; then rest, nature, books, music, love for one’s neighbor—such is my idea of happiness. And then, on top of all that, you for a mate, and children perhaps—what can more the heart of man desire?

Everyone who knows me a little is probably not surprised to read that I like the mentioned book. And I highly recommend reading it. By the way, the movie is brilliant as well.

And this is now the transition to another book. McCandless read Henry Thoreau, an American author and unconventional thinker of the 19th century. At age 27 (exactly the age I had quitting my job), he stopped his activities as a teacher, built a little cabin in the middle of the forest to live a secluded and simple life there. In his work “Walden – life in the woods“, he writes about it. Having moved to the Black FOREST last year, I thought that this was a good point in time to read a book with this title. Not surprisingly, I found a lot of wise and fascinating quotes in it as well. A person thriving for independence and a minimalistic lifestyle – a topic being as much up to date in the 21st century as in the 19th. Here are the quotes, though the book is full of a lot more interesting thoughts… same here: best to read it yourself!

  • I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived.  I wanted to live deep and suck out all the marrow of life, to live so sturdily and Spartan-like as to put to rout all that was not life, to cut a broad swath and shave close, to drive life into a corner, and reduce it to its lowest terms, and, if it proved to be mean, why then to get the whole and genuine meanness of it, and publish its meanness to the world.
  • I would rather sit on a pumpkin and have it all to myself, than be crowded on a velvet cushion.
  • I love to be alone. I never found the companion that was so companionable as solitude.
  • It is a surprising and memorable, as well as valuable experience, to be lost in the woods any time.
  • Fishermen, hunters, woodchoppers, and others, spending their lives in the fields and woods, in a peculiar sense a part of nature themselves, are often in a more favorable mood for observing her, in the intervals of their pursuits, than philosophers or poets even, who approach her with expectation.
  • Goodness is the only investment that never fails.
  • Rather than love, than money, than fame, give me truth.
  • Do not trouble yourself much to get new things, whether clothes or friends.
  • If one advances confidently in the direction of his dreams, and endeavors to live the life which he has imagined, he will meet with a success unexpected in common hours.

A free and independent life … something I also aim to live as part of my project. And this, even though in reality, I have placed myself in a situation of new dependencies through it and need to make compromises practically every time I take a decision (I am fully aware of that by now). But exactly for this reason I like to read books like the above quoted ones, to be reminded that you actually can live in a different way. And that our lifestyle is to a large extent in our hands, despite all these everyday obligations and compulsions we have.

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Der Helfereinsatz aus dem Ort – helpers from the village

Renovation

Letzte Woche ging hier mal wieder so richtig was voran: aus dem Ort kam gleich eine ganze Helfermannschaft an, der sich bereiterklärte, mir bei der Montage der Balkonbretter zu helfen, genauer gesagt, diese in die Hand zu nehmen: Ruwen, Schorsch, Samuel und Levin brachten einiges voran (gleichzeitig machten die Maler fleißig an der Fassade weiter, Papa verbrachte eine ganze “Urlaubswoche” hier und meine Mama widmete sich das Wochenende über dem Schleifen und Streichen der Fensterläden). Wahnsinn!

Last week a lot of things went ahead here: I have been supported by a team of helpers from the village, who agreed to help me (or to take care of it to be precise) mounting the new balcony boards: Ruwen, Schorsch, Samuel and Levin made considerable contribution (at the same time, the painters took care of the facade, my dad spent a “holiday week” here and my mom a few days grinding and painting blinds). Unbelievable!

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Vor den Balkonbrettern aber wurde in Rekordzeit der alte Belag der Terrasse sowie sämtlicher Bauschutt entsorgt:

But before dealing with the balconies, the old covering of the terrace as well as all construction rubble has been disposed:

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Die richtigen Geräte sind dabei schon eine Hilfe…

The right tools do help…

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Wie so ziemlich alle Arbeiten, gestaltete sich die Montage der Balkonbretter als nicht so ganz einfach. Die richtige Technik musste erst gefunden (und die richtigen Schrauben noch gekauft werden). Aber die Herren meisterten die Aufgabe mit Bravour und sobald die untersten Bretter hingen, lief das Montieren wie am Schnürchen. Nun hängen die Bretter an den großen Balkonen der Frontseite UND

As pretty much all works, mounting the boards was not so easy. The right technique had to be found (and the fitting screw had to be bought) first. But the guys mastered the task very well and as soon as the first boars were hanging, they progressed quickly. Now, all the long boards on the front side are mounted AND

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alle Bretter am seitlichen Balkon (dank einer weiteren Arbeitseinheit am Samstag). Das Ergebnis sieht super aus:

all the boards of the side balcony (thanks to an additionaly work unit on Saturday). And the result looks really nice:

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Die neue Terrasse konnte in der Pause offiziell eingeweiht werden:

The new terrace has officially been inaugurated during a break:

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Am Samstag kam auch noch ein weiterer Helfer. Da auf den Balkonen bereits genug Arbeitskraft war, machte er fachmännisch zwei Wanddurchbrüche:

On Saturday, another helper as well. As there had already been enough working force on the balconies, he professionally conducted two wall breakthroughs:

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Und zufälligerweise kam Frank noch am gleichen Tag um den Erdhaufen (Reste vom Ausheben der Terrasse) aus dem Garten in den Wald mitzunehmen.

And on the same day, Frank came to remove the heaps of ground (remaining from the terrace construction) from the garden to bring them to the forest.

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Was ich einst über männliche Arbeitskraft schrieb, ist aktueller denn je. Vielen Dank für alles, was ihr hier so fachmännisch vorangebracht habt!

What I once wrote about male working force is more topical than ever. A big thak you for all you moved ahead so skillfully!

Das Bücherzimmer – the book room

Black Forest Lodge, Renovation

Im obersten Stock der Black Forest Lodge gibt es ja 6 Zimmer mit Gemeinschaftsbädern. In der Etage darunter hingegen soll es Zimmer mit eigenem Badezimmer geben – diese müssen nur noch eingebaut werden 😉 . Ich hoffe, dass das im Juni passiert – erst danach kann ich tapezieren, streichen, Böden verlegen (lassen) und schließlich einrichten. Die Zimmer im obersten Stock aber sind nun vollständig eingerichtet. Auch wenn ich gedanklich gerade wieder sehr weit weg vom Einrichten bin, da andere angefangene Baustellen im Haus mich einnehmen, will ich euch doch noch das letzte fertige Zimmer oben zeigen. Es ist ein Mottozimmer, und zwar das Bücherzimmer.

Das Bettgestell habe ich ganz alleine gekauft und abgeholt (mein erster Ausflug mit Auto und Anhänger, der weiter als zur Mülldeponie ging). Für den Nachttisch habe ich sogar mein eigenes Schlafzimmer ausgeräumt, indem ich den Bücherstapel nach oben transportiert habe:

On the upper floor in the Black Forest Lodge, there are 6 rooms with shared bathrooms. On the floor below,  there shall be rooms with en-suite bathrooms – well, these still have to build in. I hope that this will happen in June, because I can’t wallpaper, paint, (let) renew the floors and decorate before this will be done. But the rooms in the upper floor are pretty much furnished and finished by now. Even if I am very far from decorating matters at the moment, as there are several other works going on, I want to show you the last room on the upper floor. It’s a theme room, the book room to be precise. 

I bought and got the bed all on my own (my first tour with the car and the trailer that was longer than to the landfill site). And I even emptied my own sleeping room by bringing the bedside table made out of books upstairs: 

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Der Lesesessel – essentiell für ein Bücherzimmer:

The reading chair – a must for a book room:

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Für die Fertigstellung der Einrichtung des Zimmers half Claudi, welche letztes Mal schon mitangepackt hat. Diesmal oblag ihr die Gestaltung der Sprüche für die Wand, farblich passend zum bereits hängenden Bild.

Claudi, who helped to build up the furniture in the room, came again to help finishing it. This time, she created pictures with quotes for the walls, matching the painting that we already had hung up.

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Ist super geworden – wir sind beide total glücklich über das Ergebnis:

The result is great  and we are both happy about it:

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Für die Erneuerung des Waschbeckenbereichs hatte ich ja Hilfe von meinem Bruder. Der Schrank hat mich sehr viele Nerven gekostet, dieser war bereits im Haus und ich habe ihn selbst neu gestrichen (und an 100 Stellen nachgestrichen und ihn mit einem netten Helfer 3 Stunden lang aufgebaut):

My brother helped to renew the washbasin area. I painted the wardrobe. This one really cost me a lot of nerves. I needed to repaint at 100 places and setting it up took me and a nice helper 3 hours:

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Die Aussicht und der eigene Balkon sind auch nicht zu vernachlässigen. Nun muss nur noch die Zimmertüre eingehängt werden. Ich glaube, dann teste ich dieses Zimmer ganz bald selbst mal, indem ich mir einen Lesetag gönne.

The view from the balcony is worth a photo as well. Now, only the door still needs to be brought back into place. I think I will soon test this room by treating myself with a reading day. 

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Grüße von der Baustelle – greetings from the construction site

Renovation

Nun tut sich auch außen so richtig was: vor einer Woche ging’s mit der Renovierung der Fassade los. Gerüst stellen, schleifen, streichen … das passierte nicht in Eigenleistung, dafür habe ich einen Profi beauftragt. Was aber von meiner Seite aus (bzw. mit Papa’s Hilfe) am Wochenende passieren musste, war die Erneuerung der Bretter an der Schalung direkt unter dem Giebel an der Straßenseite, da diese teilweise in einem schlechten Zustand waren.

There’s something going on outside right now: one week ago, the renovaition works at the facade have started: providing the scaffolding, grinding, painting … I have contracted an expert for that. But one thing had to be done from my side this past weekend (or from our side, I needed dad’s help once more for this). And this was the renewal of the boards under the gable at the front side. They have not been in a good state anymore.

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Darum habe ich vor ein paar Wochen diese neuen Bretter gestrichen:

That’s why I have painted all these new boards some weeks ago:

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Die alten Bretter am Haus habe ich dann letzten Freitag ganz allein entfernt. Na ja, ich und das Nageleisen, mein neuer bester Freund.  Das hat Spaß gemacht – mal eine neue Herausforderung und toller Ausblick von da oben (und alles passierte bei gutem Wetter). Dann haben wir am Wochenende (mit Mama und Papa) die alten Bretter vom Balkon nach unten transportiert. Und danach ging’s wieder ans Aufbauen: eine Diffusionsfolie wurde auf die Fassade und darüber neue Leisten angebracht.

I removed the old boards at the house on my own last Friday. Well, me and the pry bar, my new best friend. This was a fun task, a new challenge for me and great views from up there (and it happened while the sun was shining). Then, we (with mom and dad) brought the old boards down. And after that, we built again: we fixed a diffusion foil and new battens at the facade.

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Und dann wurden nach und nach die Bretter angeschraubt, darüber die Leisten. Zum Schluss wurde sie noch gerade gesägt. Zimmermannsarbeit:

Then, the new boards have been screwed on piece by piece. Afterwards the battens came on top. And then, they were sawed to a straight line. Carpentering:

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Es war ein hartes Wochenende, da wir die Sache fertig stellen mussten, sodass die Maler diese Woche weitermachen können. Wir haben uns auch nur durch einen Verwandtschaftsbesuch kurz von der Arbeit abhalten lassen – und das sehr gerne. Danke für euren Besuch, Monika und Hans, es war wirklich nett, dass ihr vorbeigeschaut habt und wir haben uns alle gefreut. Wenn ihr mir noch ein Bild vom Kaffeetrinken schickt, dann kommt ihr auch auf den Blog 😉

Die Erleichterung war uns am Sonntag Nachmittag nach getaner Arbeit anzumerken. Da es schneit, ist diese Tage Zwangspause für die Maler, hoffentlich geht es aber bald weiter. So sieht das Ergebnis aus. Ich denke, wir sind alle gespannt, wie die Fassade in ein paar Wochen herauskommt!

It has been a tough job, as we were under pressure to finish this project because the painters want to go on soon. And it started to be really cold outside (I have been freezing a lot). But we managed to finish the job by Sunday afternoon. Relieved! Today, it is really snowing here so that the painters can’t go on and we must all be patient. But this is the result from the weekend (I guess we are all excited how the facade will turn out in a few weeks):

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Ein besonderes Datum – a special date

Poem, Thought

Am 20. April 2015, vor genau einem Jahr, bin ich nach 2 Monaten Pilgertum und mehr als 1500 km zu Fuß in Santiago de Compostela eingetroffen. Am selben Tag (20. April 2015) fand der Zürich Marathon statt, den ich 2014 nach einer herausfordernden Trainingsperiode überglücklich gefinished habe – dabei ist ein Zielfoto entstanden, das mich zum New York Marathon gebracht hat… heute ist also ein besonderes Datum für mich.

Da ich noch viel an meine Pilgerreise denke, will ich zu diesem Anlass ein paar Aphorismen aufschreiben, die ich (oft im Gespräch mit anderen) auf dem Weg entwickelt habe bzw. die ich mir von anderen gemerkt habe. Aphorismen – da ich genau zu diesem Thema ein paar spezielle Erinnerungen habe. Auf dem Weg gibt es nämlich einen Mann, der sich den “Alchimisten” nennt. Er wurde dort relativ berühmt, fast schon ein Phänomen, und das indem er kleine Tafeln mit von ihm stammenden Aphorismen an verschiedenen Stellen entlang des Weges platziert hat. Bei ihm in der Herberge bin ich auch untergekommen.

Und ich habe noch eine besondere Erinnerung / Anekdote zu erzählen. Nachdem ich mein erstes Tagebuch fast voll geschrieben hatte (ich habe jeden Tag einiges darin notiert), habe ich mich in Pamplona auf die Suche nach einem weiteren Tagebuch gemacht. Ich wollte eines in der gleichen Art wie das erste (von Moleskine). So habe ich einen kleinen Buchladen im Stadtzentrum betreten. Und prompt zog die nette Dame im Laden auf meine Anfrage hin genau solch ein Tagebuch heraus, wie ich es gesucht habe. Im gleichen Format wie das alte, nur in einer anderen Farbe. Das einzige dieser Art im Laden … darüber habe ich mich wirklich gefreut. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann trug ich noch ein weiteres Anliegen vor: da ich ja auf dem Weg Gedichte für mich entdeckt hatte, suchte ich noch nach einfach zu lesenden Gedichten auf Spanisch. Nun begann die Verkäuferin in ihren vorrätigen Schätzen zu suchen … sie legte ein Gedichtband nach dem anderen vor mir auf die Theke, unter anderem auch von Dichtern aus dem Umkreis. Sie fand zudem ein Buch mit Aphorismen auf Spanisch. Wir begannen, zusammen darin zu lesen. Que fuerte! (wie stark), war ihr Kommentar, als sie den Spruch El amigo que perdiste es el juez más implacable de tu consciencia (den Freund, den du verloren hast, ist der gnadenloseste Richter deines Gewissens) vorlas.

Und das Ende der Geschichte kommt glaube ich wenig überraschend: Ich habe das Buch mit den Aphorismen gekauft (mit dem Argument, dass diese einfach zu lesen sind), zudem das Tagebuch sowie zwei weitere Bücher mit Gedichten. Ironischerwise kam ich gerade von der Post, um ein Paket mit Büchern, die ich bisher auf dem Weg gelesen hatte, nach Deutschland zurückzuschicken. Es haben natürlich nicht viele Leute verstanden, dass ich in der heutigen Zeit Bücher (in der Mehrzahl) in meinem Rucksack herumgetragen habe, und das erwarte ich auch nicht. Aber ich mach einfach richtige Bücher.

Und nun die Sammlung der Aphorismen, in ihrer Originalsprache zuerst:

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On April 20th 2015, exactly one year ago, I have been arriving at Santiago de Compostela after a journey of two months and more than 1500 km by foot. The same day (April, 20th 2015), the Zurich Marathon took place in which I participated in 2014 finishing really happy after a training period including challenges and struggle – the picture taken at the finish line lead to a journey to the New York Marathon… a memorable date for me.

As I reminisce quite a lot about my pilgrimage, let me share some aphorisms on this occasion that I developped (sometimes in conversation with other people) or that I remember other people saying that still contain some important lessons along my journey. Aphorisms – because I have some special memories on this topic as well. On the Camino, there’s a man who calls himself the „alchimist“ – he became quite famous, almost a phenomenon on the Camino, by placing little boards with his handwritten aphorisms along the way. I also stepped by in his hostel.

And there is one more special memory / anecdote. In Pamplona, when I had almost filled my first dairy (I wrote quite a bit every day), I have been searching for another one. I wanted to have one in the same style (by Moleskine) as the old one. On my quest, I entered a little bookshop in the city centre. And the nice lady in there just got out the dairy I have been searching for. Same format as the old one, just in a different colour. The only one left in this shop … I have been so happy about this. We chatted a little, I told her that I recently discovered poems and asked for some poems in Spanish that were understandable for a non native speaker. She got out a few books by authors from the region and kept searching for a while. She also found a book with aphorisms in Spanish. We started to read it together in the bookshop, and she became quite enthusiastic about it. “Que fuerte!” (how great), she exclaimed reading out loud the phrase “El amigo que perdiste es el juez más implacable de tu consciencia” (the friend you have lost is the most implacable judge of your conscience).

I guess this does not come by surprise: I ended up buying this book with aphorisms (with the argument, that’s it’s also easy to read) plus the diary and two other books with poems. Ironically, I had just dropped off a parcel at the post office with other books (in plural) I had been reading on the journey so far to send them home. Not many people understood me carrying around books in my backpack and I don’t expect them to do. But I just love real books.

And here comes the collection of aphorisms, in the language they were generated in first:

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L’argent devrait être un moyen, pas un objectif. Sinon, c’est triste.

Money should be a means, not a destination. Otherwise, it’s sad.

Geld sollte ein Mittel sein, kein Lebenszweck. Alles andere ist traurig.

Anerkennung darf man genießen, aber man sollte Dinge aus einer anderen Motivation heraus tun.

You should enjoy recognition, but you should do things out of another motivation.

In der Weite der Natur wird die eigene Winzigkeit offenbar.

In the vastness of nature, your own diminutiveness becomes apparent.

N’arrête jamais de chercher (la vérité).

Never stop searching (the truth).

Höre nie auf, (nach der Wahrheit) zu suchen.

Wer gegen den Strom schwimmt, wird belohnt.

Who swims against the current will be rewarded.

Arroganz ist immer fehl am Platz. Demut ist der Ansatz, der sich auszahlt.

Arrogance is always out of place. Humility is the approach that pays off.

Don’t think too much. (Hi, Marc!)

Hacer nudos resulta mucho más fácil que deshacerlos. (del libro Lenguaraz de Erika Martíez)

It’s easier to tie knots than to untie them.

Es ist einfacher, Knoten zu machen als diese zu lösen.

La imitación es el peor de los silencios. (del libro Lenguaraz de Erika Martíez)

Imitation is the worst kind of silence.

Die Imitation ist die schlimmste Art der Stille.

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Trailrunning vom Feinsten – trail running in the Black Forest at its finest

Black Forest, Sports

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Nachdem ich meine bisher einzigen Berührungen mit dem Frühling 2016 beim Streichen von Brettern vor dem Haus in der Sonne hatte, habe ich diesen
wunderschönen Frühlingstag heute spontan genutzt, um einen Longjog zu unternehmen und dabei den Rundweg namens “Mönch-Tour” von Klosterreichenbach abzulaufen.

Since my encounters with spring 2016 have all been linked to painting blanks in front of my house, I spontaneously decided to take advantage of this beautiful day and go for a long jog doing the loop road  “Mönch-Tour” starting from Klosterreichenbach.

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Was für ein Traum … auch wenn ich ja zu sagen pflege, die Natur sei überall schön, ich finde meine Wahlheimat besonders schön, ich muss es immer wieder betonen 😉 Und abwechslungsreich. In Bezug auf Blumen ist es an anderen Orten sicher bereits viel frühlingshafter, aber ich bin sehr erfüllt von den ganzen grünen Wiesen und Wäldern bei strahlend blauem Himmel. Zuerst ging’s hinab nach Klosterreichenbach ins Tal:

What a dream … even if I use to say nature is beautiful everywhere, I particularily like the surroundings near my home, I have to emphasize this over and over again 😉 They are beautiful, and so diversified. There are probably much more flowers as indicators for the warm season in other regions, but I feel completely fulfilled by all these green meadows and woods and a clearblue sky. I went downhill to Klosterreichenbach and the valley first:

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Der/the Märtlesweiher:

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Das/the Reichenbachtal:

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Ein weiteres Highlight: der Friedensbaum. Ein Mammutbaum aus dem gleichen Jahrhundert wie mein Haus, dem 19.

Another highlight: the peace tree. A mammoth tree originating from the same century as my house, the 19th.

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An der Mönch-Tour hat mir ja besonders gefallen, dass sich normale Waldwege mit gut begehbaren Trails abgewechselt haben. Das beste kam zum Schluss der Tour. Wege wie diese leicht fallend für fast 2 km:

I appreciated the mix of normal forest tracks and trails (great to run on). The best came in the end. Trails, slightly downhill for 2 km: 

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Und dann kam der steile Aufstieg nach Hause. Bergtraining, sag ich nur.

And the steep climb back home. Mountain training is the keyword.

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