Auf der Suche nach Wahrheit – searching for truth

Thought

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Vor einem Jahr war ich auf dem Jakobsweg unterwegs, mittendrin in meiner zweimonatigen Pilgerreise, und ich hatte auch schon einiges erlebt. Während der letzten Wochen habe ich oft an meine Reise gedacht. Ich habe als Pilgerin ja fleißig Tagebuch geschrieben, und neulich habe ich an einem Sonntagnachmittag auch meine beiden Tagebücher nochmals gelesen und dabei die Reise somit zumindest teilweise wieder erlebt. Die Tagebücher mit all meinen Gedanken und Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, das wurde mir schon während der Reise klar, wo ich zu sagen pflegte: Man kann mir meinen Rucksack und alles klauen, das ist mir egal, aber bitte nicht die Tagebücher, an denen hänge ich wirklich … nun gut, sie sind mir ja erhalten geblieben und haben ihren Platz in meinem Bücherregal.

Am Gründonnerstag (vor genau einem Jahr) habe ich eine sehr prägende Begegnung gehabt: ich habe Michel getroffen, einen katholischen Priester aus Kamerun, der seit vielen Jahren in Rom lebt. Michel ging den Jakobsweg, um Ruhe zu suchen – für einen Priester keine gute Idee, wie sich herausstellte: es gibt auf dem Weg einfach zu viele suchende Menschen mit Rede- und Diskussionsbedarf wie mich, sodass Michel als Priester schnell zu einem gefragten Gesprächspartner wurde, ja sogar bekannt unter den Pilgern, die zeitgleich mit uns auf dem Weg waren.

Jedenfalls hatte ich das große Glück, mit Michel einige Stunden zu verbringen, in denen er sich mit mir unterhielt. Man muss wissen, dass ich katholisch getauft wurde, aber nie Zugang zu dieser Kirche gefunden habe, unter anderem weil es nie eine Person gegeben hat, der ich all meine Fragen stellen und mit der ich diskutieren konnte. Und nun taucht auf dem Jakobsweg ein Priester auf, der so anders ist als alle katholischen Priester, die ich bisher kennen gelernt habe. Einer, der wie er selbst sagte, sieht, „wie sehr ich auf der Suche sei“ und mir alle meine Fragen in Bezug auf die Kirche und noch wichtiger, auf den Glauben, geduldig beantwortet (von Jesus über die nicht so ruhmreiche Geschichte der katholischen Kirche zum Zölibat und anderen Religionen). Eine authentische Person mit einer unglaublich spannenden Geschichte zugleich. Zwei Zitate, die mir wirklich hängen geblieben sind, lauten wie folgt (mit Michel konnte ich Französisch zur Freude von uns beiden Französisch sprechen):

„Il faut défendre la vérité, pas la tradition.“

(Man muss die Wahrheit verteidigen, nicht die Tradition). Solche Worte aus dem Munde eines katholischen Priesters – unkonventionell, würde ich mal sagen. So richtig überzeugt, dass es sich um eine Person handelt, die mir viel Interessantes erzählen hat, als er meinte:

„N’arrête jamais de chercher (la vérité), même si tu penses avoir trouvé la solution.“

(Höre nie auf, (nach der Wahrheit) zu suchen, auch wenn du meinst, die Lösung gefunden zu haben). An diesen Worten gefällt mir, dass es keine dogmatische Sicht gibt in die Richtung „So ist es, weil ich (oder eine Institution) es dir sage, und du hast es zu glauben.“ Im Gegenteil, es geht für mich darum, zu versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen, und das im Rahmen eines ständigen Prozesses. Die Wege von Michel und mir trennten sich zwischenzeitlich.

Eine sehr amüsante und interessante Feststellung entlang des Jakobsweges war für mich, wie sich bestimmte Gedanken oder Themen, die mich beschäftigten, weiterentwickelten. Manchmal durch das Gespräch mit anderen Leuten und manchmal durch andere Einflüsse. So war ich nach Michels Aussagen mit dem Schlüsselwort „Wahrheit“ beschäftigt. Und zwei Tage später in einer Bar schreibt der Kellner vor meinen Augen den Spruch des Tages mit Kreide an eine Tafel:

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(Die einzige Autorität ist die Wahrheit)

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Und das war die Bar … bekannt für die frei herumlaufenden Esel

Ein Pärchen, das zeitgleich mit mir in dieser Bar verweilte, fragte nur: „Und was ist die Wahrheit?“. Ich antwortete, dass das wohl jeder für sich selbst herauszufinden versuchen müsse… Nun geht’s in die Richtung des Philosophischen, ist weiß, und ich führe die Geschichte weiter, indem ich anmerke, dass ich Michel nach ein paar Tagen wieder traf, als er in der gleichen Herberge einkehrte wie ich. Ich fühlte mich geehrt, als er mich fragte, ob ich am nächsten Morgen bis nach León mit ihm zusammen gehen wollen würde. Klar doch (in León plante ich übrigens, den Bus nach Norden zu nehmen, um einen etwas weniger bekannten Teil des Jakobswegs zu marschieren, da ich mit den Leuten auf dem Camino Francés in Spanien generell überfordert war und wieder etwas mehr Einsamkeit gesucht habe). Zurück zu Michel. Wir kamen wieder auf die Frage „Was ist Wahrheit?“ zu sprechen und Michel näherte sich der Fragestellung auch auf folgende Art: „ Nehmen wir zum Beispiel ein Telefon: Man nennt den Gegenstand Telefon. Aber ist es wirklich die Wahrheit, dass das ein Telefon ist? Wer hat das festgelegt? Man kann mein Profil sehen und mich beschreiben. Diese Beschreibung wird aber ganz anders aussehen als von jemandem, der mich von Vorne sieht. Wir sehen ja nur eine Perspektive auf einmal. Welche ist wahr? Deshalb gilt es zu suchen und Fragen zu stellen.“ Damit lasse ich Michel’s Aussagen stehen. Ich bin nach wie vor sehr dankbar um diese prägende Begegnung (eine der prägendsten, auch wenn ich noch eine Reihe weiterer Erlebnisse ausführen könnte).

Immer wenn ich nun irgendwo den Begriff „Wahrheit“ wahrnehme, werde ich hellhörig. Zwei Zitate aus Büchern will ich zum Abschluss noch anmerken. Ein Zitat von Henry Thoreau aus einem meiner Lieblingsbücher, welches die Bedeutung der Wahrheit schön wiedergibt:

“I’m going to paraphrase Thoreau here… rather than love, than money, than faith, than fame, than fairness… give me truth.”

(“Anstatt Liebe, Geld, Glauben, Ruhm,  Fairness…gebt mir Wahrheit”) ( aus dem Buch „Into the Wild“ von Jon Krakauer). Auch wenn es schwer ist Wahrheit zu definieren, so werden uns leider oft bewusst Unwahrheiten aufgetischt, das macht mir dieses Zitat bewusst. Und nun noch ein Zitat aus dem Buch „The fountainhead“ von Ayn Rand. In diesem Roman unterteilt die Autorin Menschen in Schöpfer und Nachmacher („Seconders“ – Menschen, deren Lebensentwürfe stark von den Ansichten der anderen beeinflusst werden). Und über Seconders wird gesagt:

“They have no concern for facts, ideas, works. They’re concerned only with people. They don’t ask: Is it true? They ask: Is this what others think is true?”

(Sie kümmern sich nicht um Tatsachen, Ideen, Arbeiten. Sie kümmern such nur um Menschen. Sie fragen nicht: ist das wahr? Sie fragen: denken andere, dass dies wahr ist?).

Für mich ist diese „Suche nach der Wahrheit“ schlichtweg ein Plädoyer dafür, Dinge zu hinterfragen. Und das ständig und immer wieder. Sowie dafür, offensichtliche Unwahrheiten/Lügen nicht einfach zu akzeptieren.

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Zwischenrein ein paar Bilder von der “Meseta” in Nordspanien am Gründonnerstag 2015 aufgenommen … ausnahmsweise keine Schwarzwaldbilder

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Exceptionally no pictures fro the Black Forest, but from the “Meseta” in Northern Spain .. taken exactly one year ago

One year ago, I have been walking on the Camino de Santiago, in the middle of my two-month long pilgrimage and I had already experienced a lot. During the last weeks, I have been thinking a lot of my journey. As a pilgrim, I diligently kept a diary, and I recenlty sat down on a Sunday afternoon to read both of my diaries again. I kind of have been living the trip again…  My diaries with all my thoughts and experiences are a real treasure – I have already become aware of this during my journey, when I used to say: you can steal my backpack and all my other belongings, but please do not touch my diaries, these are really valuable to me… well, they have remained with me and they have their place in my bookshelf.

On Holy Thursday (exactly one year ago), I have had an influental encounter: I have met Michel, a catholic priest from Camerun, who has been living in Rome for many years. Michel went on the Camino searching for some quiet – as it turned out, not a good idea for a priest: there are just too many searching people with the need to talk and discuss like me, rendering Michel a very sought-after conversation partner. He even got known among the pilgrims hiking at the same time as we did .

Anyway, I had the chance to spend a few hours talking to Michel. You have to know that I have been baptized into the catholic chrurch, but I never found access to this institution, amongst other things because I have never met a person there I could ask my questions and discuss with. And then, in the middle of the Camino de Santiago, a catholic priest appears, so different from any other catholic priest I have ever met. One who, according to his own words, saw “how much I was searching” and who patiently answered all my questions with respect to the church and faith (from Jesus to the not so glorious history of the catholic church, to the celibacy and other religions). An authentic person with an incredibly fascinating story. Two quotes by Michel have truly remained with me, and they are as follows (I could speak French with Michel to the joy of both of us):

„Il faut défendre la vérité, pas la tradition.“

(One has to defend truth, not tradition). Such words from the mouth of a catholic priest – unconventional, as I’d say. And I have been truly convinced to be talking to a person who really has to say something to me, when he went on:

„N’arrête jamais de chercher (la vérité), même si tu penses avoir trouvé la solution.“

(Never stop searching (the truth), even if you think that you have found the solution). What I particularily like about these words is that they don’t express some dogmatic view like “It’s like this because I (or an institution) tell(s) you and you have to believe it.“ On the contrary, for me, it’s about trying to get to the bottom of the matters, and this as a constant process. Michel and I took separate ways in the meantime.

I found it very amusing and interesting that along the Camino, some thoughts and topics I dealt with, seemed to develop in a very natural way. Sometimes talking to other people, but sometimes to different influences. Since the encounter with Michel, I have been thinking about the keyword “truth”.  And two days later in a bar, the waiter writes down with chalk on a blackboard the saying of the day right before my eyes:

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(The only authority is truth)

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That was the bar … well known for the donkeys walking around

A Spanish couple being in the bar just asked: “And what is the truth?” I answered that it would probably be up to each one of us to trying to find this out …. it’s getting philosophical now, I know and I continue the story telling that I have met Michel again a few days later in a hostel. I feld honoured when he asked me if I felt like walking together with him to León the next morning. Of course (I had planned to take the bus north from León to follow another, less popular Camino, because the people on the Camino Francés have just been too many for my taste and I was searching for more solitude). Back to Michel. We touched the question “What is truth?” Michel approached it the following way: „Let’s take the example of a telephone: you call it a telephone. But is it really the truth, that this is a telephone? Who declared that? Or: you can see my profile and describe it. But this description of me would look different if you saw me from the front. We can only see one perspective at once. Which one is true? That’s why we need to search and ask questions.” I leave Michel’s statements like this. I just want to point out again how thankful I still am for this encounter (one of the most special ones on the Camino, but I could mention a few others as well).

Everything I notice the word “truth” somewhere, I pay attention. I want to mention two quotes from books to finalize this article. One is from Henry Thoreau, but I read it in one of my favourite books which is “Into the wild” by Jon Krakauer.

“I’m going to paraphrase Thoreau here… rather than love, than money, than faith, than fame, than fairness… give me truth.”

Even if it is hard to define truth, we deliberately get dished up so many untruths. This is what comes to my mind reading this quote. And another quote from the book „The fountainhead“ by Ayn Rand. In this novel, the author distinguishes between “creators” and „seconders“, the latter being people whose life plans are influnced heavily by what others think. And she says about seconders:

“They have no concern for facts, ideas, works. They’re concerned only with people. They don’t ask: Is it true? They ask: Is this what others think is true?”

For me, this search for truth is simply a plea for questioning things. And this constantly and repeatedly. And for not accepting obvious untruths/lies.

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Auf der Sonnenseite – on the sunny side

Renovation

Am Samstag wurden die Bretter (aus Schwarzwaldtanne) für die Schalung der Außenfassade an der Frontseite des Hauses am Dachgiebel geliefert, sowie die ganzen neuen Balkonbretter. Ich habe mit dem Streichen bei perfekten Wetterbedingungen begonnen. Ich hätte mir wirklich keinen schöneren Frühlingsanfang vorstellen können! Es hat so Spaß gemacht, einfach für ein paar Stunden am Stück an der Sonne zu streichen.

Last Saturday, the wooden blanks (from Black Forest fir) for the sheating of the frontside of the house at the gable have been delivered, as well as the new blanks for all the balconies. I have started to paint them in perfect weather conditions. I couldn’t have wished for a nicer beginning of spring! I really enjoyed this so much to be able to just spend a few hours in a row painting in the sun. 

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Ich hatte zwar einen Helfer. Dieser weiß sich jedoch selbst zu beschäftigen… und die Sonne in Igelsberg reicht schon, um ihn glücklich zu machen (wenn am Bodensee Nebel herrscht).

Well, I did have a helper. But this one occupies himself…and the sun in Igelsberg is enough to make him happy (if there is fog at the lake of Constance).

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Total meine Farbe(n)…

Totally my colour(s)…

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Der Plan für die Osterfeiertage – in Hoffnung auf trockenes Wetter:

The plan for the Easter Holidays – hoping for dry weather:

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Claudi’s Besuch – Claudi’s visit

Renovation

Am vergangenen Freitag hat mir Claudi, eine Schulfreundin, welche auch im Schwarzwald gelandet ist und beim Mädels-Wochenende gefehlt hat, einen Besuch abgestattet. Sie war schon zum zweiten Mal zu Besuch und konnte die Fortschritte ansehen und diesmal selbst Hand anlegen. Zuerst hat sie an meinem Küchentisch sitzend (während ich das Mittagessen zubereitet habe) eines meiner Lieblingsgedichte abgeschrieben.

Last Friday, a schoolfriend of mine, Claudi, who happens to live in the Black Forest as well and who was missing during the girls’ weekend, came for a visit. She has been here for the second time and could see the progress. And I had hands-on support. First, she sat on my kitchen table writing down one of my favourite poems (while I was cooking lunch).

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Dies schmückt nun dezent eine Wand im 60ies-Zimmer:

This now subtly decorates a wall in the 60ies-room:

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Nach dem Mittagessen und Kuchen ging’s zu einem Spaziergang. Auch der Bitte, noch zu den Kälbchen zu gehen, wurde Folge geleistet:

After lunch and cake, we went for a walk. The wish to go to the veals has been respected as well:

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Und anschließend war ich sehr dankbar, eine 3. und 4. Hand für den Aufbau eines Bettes zu haben. Das ging richtig schnell (dank dem Bettmodell … und auch unseres Geschicks 😉 ). Der Schrank im Hintergrund hat mich sehr viel mehr Nerven gekostet:

And afterwards, I have been very thankful for a 3rd and 4th hand to build up a bed. This went really smoothly (thanks to the type of the bed … but also thanks to our skills 😉 ). The wardrobe in the background cost me much more effort and nerves:

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Eines führte zum anderen und nachdem das Bett stand, kamen wir beide in den Einrichtungswahn und haben auch noch den Nachttisch, Sessel und das Bild für die Wand zusammengetragen. Sowie weitere Ideen. Dies wird ein besonderes Gästezimmer … wenn es soweit ist, verrate ich mehr. Bis dahin sage ich nur, bis bald, Claudi und danke!

One thing lead to another and having finished the bed, we both got the “furnishing mania” and found a bedside table, a chair and a picture for the wall. And further ideas. This will be a special guest room … I’ll tell you more when it will be finished. Right now, I only say: See you soon, Claudi, and thanks!

Die Gästetoilette in neuem Glanz – the guest toilet in new splendour

Renovation

Nun kann ich wieder über ein abgeschlossenen Projekt berichten, bei dem der Vorher-Nachher-Unterschied nach der Generalüberholung wohl am deutlichsten ausfällt: es geht um die Gästetoilette (die vorher nicht so ganz einladend war). Man achte neben der auffallenden Tapete auch auf die Details wie die Rohre, die nun nicht mehr sichtbar sind, das Warmwasser am Waschbecken … ich meine, dass nur die Lampe und der Spiegel geblieben sind.

Well, another finished project I can present now. The before-after-difference is probably the most striking so far: I am talking about the guest toilet after the genereal overhaul (which has not been very inviting before). Besides the eye-catching wallpaper, please also have a look at the pipes that have disappeared, the warm water in the washbasin … I think only the lamp and the mirror are still the same.

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Vorher!

Before!

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Das Meiste war mal wieder Papa’s Werk. Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde die Baustelle eröffnet (und ich habe ihn brav ein paar Tage am Stück arbeiten lassen, ohne ihn mit anderen Dingen zu nerven). Und er konnte das Weihnachtsgeschenk (die Hilti) gleich einsetzen:

Again, this is mostly my dad’s oeuvre. The construction site has been opened after the Christmas holidays (and I let him work for a few days in a row without bothering him with other things). He could try out his Christmas gift (the Hilti):

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Wie immer, Leitungen verlegen…

As always, laying pipes…

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Zumauern und verputzen…

Laying bricks and plastering work…

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Das Malern wurde von der Fachfrau gemacht (das Fenster führt nicht mehr nach draußen, seit es in den 60er Jahren einen Anbau an das Haus gab. Deshalb gibt es jetzt eine ganz neue Lüftung):

The painting job has been done by the expert (the window doesn’t lead outside since there has been made an extention to the building in the 60ies. But there is a ventilation system):

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Die Befestigung der Keramik und Fliesen legen..

The installation of the ceramics and tiling…

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Und ich habe noch tapeziert (mal ne andere Tapete, oder? Ich finde sie an der Stelle einfach perfekt):

And I did the wallpapering (another wall paper than usual, right? – I think it’s just perfect in this room):

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2.7

Eine Zwischenbilanz und ein Ausblick – a short recap and an outlook

Thought

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Nun sind seit meinem Einzug ins Eigenheim (im Juni 2015) schon einige Monate vergangen. Zeit für eine Zwischenbilanz über mein Leben hier, die Fortschritte beim Renovieren und wie es mir bei allem geht. Klingt ein wenig nach Tagebucheintrag – irgendwie ist es das auch.

Die Anfangszeit, während der alles neu ist und tausend Dinge überall zu entdecken sind, ist nun vorbei. Ich hatte immer einen richtigen Höhenflug, wenn ich an einem Ort neu begonnen habe, und so war es diesmal auch. Es lief auch für Monate alles wie am Schnürchen und die Dinge entwickelten sich nur positiv für mich. Mittlerweile kann man auch noch lange nicht davon sprechen, dass die Routine in meinem Alltag die Oberhand gewonnen hat, dafür tut sich noch viel zu viel. Aber gewisse Abläufe sind doch etwas normaler geworden, und es war auch nicht jeder Tag ohne Ausnahme rosarot hier. Dennoch kann ich als erstes zentrales Resümee sagen, dass ich diesen Hauskauf bisher wirklich zu keinem Zeitpunkt bereut habe. Ich finde das erstaunlich (ich hätte gedacht, so ein Moment kommt früher mal) und freue mich über diese Tatsache. Ich bin mit meinem Leben hier glücklich und will auch an diesem Ort bleiben, mich weiter einleben und integrieren.

Es ist alles teuer, es zieht sich …. aber es macht glücklich!

Ja, ihr, die mich gewarnt hattet, ein großes, altes Haus zu kaufen – ihr hattet alle recht: Ich hatte zwar keine wirkliche Vorstellung von dem, was mich erwartet, aber es ist trotzdem alles teurer als angenommen und es dauert auch alles länger …. ABER: ich hätte nie gedacht, dass mich jeder noch so kleine Fortschritt am Haus mit einer solchen Freude erfüllt. Von der frisch gestrichenen Wand, über die aufgeräumte Garage zum neu eingebauten Waschbecken oder Fenster. Und am schönsten ist es natürlich, wenn ich etwas selbst gemacht habe. Selbst wenn ich nur einen Raum tapeziert oder gestrichen habe, dann gehe ich abends nochmal an den Ort meines Schaffens, lasse ihn auf mich wirken und schaue, ob alles in Ordnung ist. Es ist wohl vergleichbar mit der Situation, wenn man abends nochmal ins Zimmer seines Kindes geht, ihm beim Schlafen zuschaut und Momente der absoluten Zufriedenheit und des Glücks erlebt.

Was ich ein wenig schade finde ist die Tatsache, dass sich das große Freiheitsgefühl der ersten Wochen im Sinne von „ich kann mich voll und ganz ins Renovieren eines alten Hauses stürzen und habe kaum andere Verpflichtungen“ ziemlich schnell relativiert hat. Schon ganz bald habe ich intensiv am Businessplan geschrieben, Fördergelder beantragt, mich mit Finanzierungsfragen beschäftigt und einige weitere Dinge klären müssen. Nun bin ich mitten im Gründungsprozess des Unternehmens und es steht weiterhin viel Formelles und Administratives an, von Gaststättenunterrichtung bis hin zu steuerlichen Angelegenheiten. Und auch sonst  habe ich manchmal das Gefühl, mich etwas zu verzetteln, da ich nebenher auch ein wenig als Freelancer arbeite und eher zu viel Arbeit habe. Vor allem übersetze ich, ich mache aber auch alle möglichen anderen Dinge wie Korrekturlesen, Marketing, Sprachunterricht. Auch für eine coole Firma, die Apps zum Sprachenlernen entwickelt hat. Und das alles resultiert auch in einen festen Terminen, die ich unter der Woche wahrnehmen muss. Während der Zeit kann ich natürlich nichts selbst im Haus machen. Hinzu kommt, dass die Planerei von allem sowie sowie die Vorbereitung für Arbeiten für meine Helfer einfach Priorität haben, es soll ja was vorangehen. Aber ich will mich keinesfalls beschweren, gell? Ich bin überwältigt von dem lieben Besuch und der ganzen Hilfe, die ich bekommen habe und dem Interesse an meinem Projekt. Zudem ist mir auch klar geworden, dass ich das alles ganz alleine nie schaffen würde. Und heute habe ich mir sowohl einen Lauf um 11 Uhr morgens gegönnt als auch nachmittags 2,5 Stunden ganz in Ruhe für mich allein Tapeten abgelöst (so therapeutisch). Es ist also nicht so, dass ich für gar nichts mehr Zeit hätte.

Wann eröffnest du nun?

Ich werde öfters gefragt,  wie weit ich denn mit meinen Renovierungsarbeiten schon sei, wann ich die Lodge zu eröffnen gedenke oder auch ob ich denn schon die ersten Gäste beherberge (auf letztere Frage will ich am liebsten antworten: schau dir die Baustelle am besten Mal an…). Letztes Jahr hatte ich immer noch gesagt, ich hoffe, im Sommer 2016 eröffnen zu können. Trotzdem dass ich alles gebe und richtig viel Unterstützung bekomme, halte ich das derzeit nicht für realistisch. Aber auf der anderen Seite will ich die Eröffnung auch nicht auf unbestimmt hinauszögern. Auf keinen Fall. Ich will so schnell wie möglich hier Gäste empfangen können. Einerseits weil so viele Leute gerne kommen wollen (und ich will euch doch auch alle hier wiedersehen), andererseits sollte auch irgendwann mal wieder Geld reinkommen… Allerdings kann ich auf der derzeitigen Baustelle lebend nicht guten Gewissens Werbung für die Eröffnung meiner Lodge im Sommer machen (inkl. Eröffnungsfeier und Medienaufmerksamkeit). Daher ist mein jetziger Plan, Ende Sommer / Anfang Herbst hoffentlich soweit zu sein, dass es hier nicht mehr nach Baustelle aussieht und einige Zimmer vollständig fertig gestellt sind, sodass ich erste Gäste empfangen kann. Ich will die Werbung so eher passiv (nur durch Mund-zu-Mund-Werbung und den Internetauftritt, daher bitte weiter allen von meinem Projekt erzählen und meine Visitenkarten austeilen) anlaufen lassen und mich auch langsam in meine neuen Aufgaben als Gastgeberin hineinfinden. Wobei es auch sein kann, dass dadurch schon einiges los sein wird – mit Sicherheit kann ich es nicht sagen, dass ist die unternehmerische Ungewissheit (und ich finde das auch ziemlich spannend). Und für die Hochsaison 2017 mache ich dann richtig Werbung, wenn alles gut geht. Zusammengefasst: ich gebe alles, damit ich 2016 noch die ersten Gäste empfangen kann! Die Motivation ist ungebrochen. Für alle, die dieses Jahr noch als Gäste vorbeikommen wollen: Zögert nie, mich nach dem Fortschritt zu fragen. Wir bleiben in Kontakt. Und sobald ich Buchungen entgegennehme, werde ich das selbstverständlich ganz laut kundtun.

Ich drehe jetzt noch ne Runde durch’s Haus und bewundere insbesondere die abgelösten Tapeten in den zukünftigen Hauswirtschaftsräumen (was ich oben geschrieben habe, gilt auch für abgelöste Tapeten, das ist kein Scherz).

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Quite a few months have passed since I have been moving into my new home (in June 2015). Time for a short recap on my life here, the progress with respect to renovation and how I feel about all this. Sounds a little bit like a journal entry – and it might actually be something in this style.

The starting time in the Black Forest, when everything was new and there were thousands of new things to explore everywhere is over now. I have always been really excited when starting new somewhere in my life. And also this time, everything had developed absolutely in my favour for months. There’s no such thing as a dominant routine in my life right now as there is so much going on… but still, some processes have become normal and not everyday is that bright. But as a central summary, I can say that so far, I have at no point regretted having bought this house. I think that this is amazing. I am happy with my life here, want to keep living in this place and integrate even more.

It is all expensive, it takes a lot of time …. but it makes me happy!

All of you who warned me to buy a big, old house – you were all right: I didn’t really know what to expect, but anyway, everything turns out to be more expensive and it all takes longer than anticipated as well …BUT: I had also never thought that even the smallest progress at the house would bring this much joy to me. Let it be a newly painted wall, the cleared garage or the new washbasins or windows in the rooms. Everything I did on my own is of course even more special. Everytime I wallpaper or paint a room, I go back there in the evening to look if everything turns out alright and admire the progress. It might be comparable to the situation when you go to the room of your child again at night to watch it sleep and experience moments of absolute contentment and happiness.

I must say that sometimes I miss this feeling of freedom of the first weeks in the house when „fully immersing into renovating this old building and had not  many other obligations“. This time quickly went by. I soon started to write my business plan, raised funding, dealt with financing matters and had to get many other things sorted out. Now, I am in the middle of the founding process with lots of administrative and formal issues to deal with. And apart from this, I sometimes think that I dissipate my energies as there is so much to do. The main reason is that I have started to work as a freelancer from home a bit. Mostly translations, but also other things. And I am working for a company that creates apps to learn languages where I really like to work. But everything also results in fixed appointments. And I can’t work on my own at the house during this time. Further, there is all the planning of the renovation works and the preparation for helpers – all this is priority because I want things to progress. And I want to complain by no means, okay? I am overwhelmed by all the nice visitors, helpers and the interest in my project. This is amazing and I am fully aware that I would never be able to do this on my own. And today, I particularily have no reason to complain: I went for a run at 11 am and I removed wallpapers for 2.5 hours in the afternoon without any disturbance (so therapeutic). This proves that I do have some time left.

So, when will you open?

I am regularily asked how I progress with my works, when I plan to open the Lodge or if I already have guests (to the latter question I would like to reply: come and look at my construction site…). Last year, I had hoped that I’d be able to open in summer 2016. Despite doing what I can and all the help, I don’t think that this assumption is still realistic. But on the other hand, I don’t want to create the impression that the opening will be delayed to any date. No! I want to have guests here as soon as possible. On the one hand because so many people follow what’s going on here and want to come (and I really want to see you here), on the oher hand, I should make some money at some point… but living at this construction site at the moment, I can’t advertise the official opening (inclucing marketing, an opening party or getting media attention). My current plan therefore ist o hopefully be ready at the end of summer / beginning of autumn to be not living on a construction site any more and to having the first rooms entirely ready to welcome first guests. I rather want to start passively advertising-wise (through mouth-to-mouth referrals and the internet appearance – so please don’t stop to talk about my project and hand out my cards) and to slowly find myself into my new role as a host. It might be possible that there will already be a lot going on towards the end of the year – but I can’t say it for sure. This is called entrepreneurial uncertaintly (and I find it kind of exciting at the moment). And if everthing goes well, I plan to make publicity form the “Black Forest Lodge“ for the high season in 2017. In one sentence, I do my best to receive first guests in 2016! My motivation remains very high. And if you want to come this year as guests: don’t hesitate to ask about the progress. And I will announce it as soon as I take official bookings.

I’ll take a walk through the house now and admire the removed wallpapers in the future utility rooms (what I wrote above holds even true for removed wallpapers, no joke).

Zum ersten mal auf Skiern – the first time on skis

Black Forest, Sports

Zugegeben – die folgenden Bilder sind nicht ganz aktuell. Sie wurden nämlich Mitte Januar aufgenommen, während der Woche, als hier Langlaufloipen gespurt waren. Hier liegt zwar aktuell noch Schnee, aber nicht mehr so viel, dass es zum Langlaufen reichen würde … leider, ich hatte immer gehofft, dass es diese Saison nochmal soweit kommt (und so langsam hoffe ich, dass es alternativ mal aufhört zu schneien, sodass ich mich beim Joggen nicht beeinträchtigt fühle). Zum Thema Langlaufen will ich aber unbedingt noch berichten. Und noch was: ich stand dieses Jahr zum ersten Mal auf Skiern. Ich komme nicht aus einer Skifahrer-Familie und in den letzten Jahren in der Schweiz habe ich mich auch immer davor gedrückt. Obwohl Skifahren DAS Thema schlechthin in den Mittagspausen mit Kollegen war und mir auch alle Leute gesagt haben, Langlaufen wäre der Sport für mich, quasi Joggen im Winter. Ich kann nur sagen, es macht wirklich Spaß. Trotz einiger Badewannen (na, erratet ihr, was das ist? … Der Abdruck im Schnee, den jemand hinterlässt, der hingefallen ist) – und viel zu lernen hab ich auch noch. An der Stelle vielen Dank für die tolle Anfängerstunde, Inge! Und das Bergabfahren muss meiner Meinung nach gar nicht sein, ich bleibe wirklich lieber auf geraden Spuren und trainiere meine Kondition.

I must confess the following pictures are not totally up-to-date. They were made in the middle of January, during the week with a lot of snow when the tracks for cross-country skiing were prepared. We currently do still have some snow here, but not enough to go skiing. I had always hoped that I could get on my skies again, but I had unfortunately no opportunity to do so right here (right now, I rather start to hope that the snow will soon completely disappear so that I can at least run without any restriction). But I definitely want to report on cross-country skiing. By the way, I have stood on skies for the first time this year. I  come from a non-skier-family and despite having been talked into skiing a lot during my time in Switzerland (THE topic in winter during lunchbreaks), I had never tried it out before. But it is definitely really fun to be on skies. Despite many bathtubs (can you guess what this is? … The imprint in the snow one leaves behind when he falls), and I still have a lot to learn. Thanks a lot at this point for your great introduction lesson, Inge! And in my opinion, you really don’t have to go downhill at all… at least I prefer to just ski on cross-country tracks and train my endurance.

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Jedenfalls ist das hier ein traumhaftes Gebiet zum Langlaufen. Man kann vor der Haustüre aus losgehen und nach ein paar hundert Metern die Loipe besteigen. Laufen kann man dann um den Ort herum oder auf kilometerlangen Bahnen durch den Wald bis in die nächsten Ortschaften. So sah’s an den Sonnentagen aus. Wer kommt nächsten Winter beim ersten richtigen Schnee vorbei?

By the way, this is a marvellous area to go cross-country skiing. You can start from the housedoor and get on the trail after a few hundret meters. And you can ski around the village or for kilometers through the woods to the next towns. It looked like this on the sunny days. Who will come next winter for the first real snow?

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