Was mich abseits meines Hauses gedanklich umtreibt – what moves my thoughts (apart from my house)

Thought

credits: pexels

Gestern habe ich beim Kochen Radio gehört – alles drehte sich um ein Thema. Und das war der Auslöser, warum ich nun diesen Gedanken niederschreibe. Das Thema an sich beschäftigt mich aber schon länger.

Ich bin irgendwie enttäuscht. Von den Medien, von der Kirche, den Mainstream-Reaktionen auf das, was in Berlin geschehen ist.

Lasst mich mit einer anderen Sache einleiten, als Grundlage für den folgenden Text: ich glaube nicht jeder, der mich kennt und meinen Blog liest, ist sich dessen bewusst, aber ich definiere mich als Christin. Mir persönlich hilft es sehr, in die Existenz eines guten Gotte zu glauben, der die Menschen liebt (diese Entscheidung, daran in meinem Leben nie mehr zu zweifeln habe ich übrigens aus dem Jakobsweg getroffen).

In Europa gab es in diesem Jahr einige Attentate. All diese machen mich wirklich traurig und ich frage mich wie immer, wenn ich von einem Akt direkter Gewalt eines Menschen gegenüber eines Mitmenschen höre: “Was lief da schief?”. Die Antwort kenne ich nicht.

Aber ich will auf etwas anderes hinaus. Nach solch einem Ereignis höre ich oft Kommentare, die ich nicht verstehe: Es scheint so einfach für Leute, die zu verurteilen, die ein Attentat begangen haben. In diesem Fall scheint es so klar, dass das nicht gut ist, verwerflich. Das mag es sein. Aber ich habe Angst vor dieser Sichtweise, die die Welt in schwarz und weiß unterteilt. In schlecht und gut.

DENN: es bewegt mich ständig, dass unser Wirtschaftssystem und Wohlstand in der westlichen Welt auf der systematischen Ausbeutung von anderen Menschen basieren. Nur weil wir den Bezug zu so vielen Dingen, die wir nutzen und konsumieren verloren haben und es nicht so offensichtlich ist, dass andere dafür geblutet haben, heißt das nicht, dass dem so nicht ist! Wer betet für die Menschen auf der anderen Seite der Erde, die für Hungerlöhne und ohne recht in Fabriken arbeiten, die unseren Wohlstand produzieren? Wer denkt so kurz vor Weihnachten an sie?

Ich weiß nicht, wie gut es mir gelungen ist, meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich wollte klar machen, dass ich enttäuscht bin, was in den Medien hochgekocht wird und was nicht. Zudem scheint es mir zu einfach, wie oft in gut und schlecht unterteilt wird. Und gefährlich wird’s, wenn auf dieser Basis das Pauschalisieren beginnt.

Aber wer denkt über die nicht so offensichtlichen Ungerechtigkeiten nach? Zum Beispiel unser Konsumverhalten, mit dem wir durchaus Einfluss auf das Leben von anderen Menschen haben (auch wenn wir deren Gesicht nicht kennen und alles weniger transparent ist). Aber zum Abschluss sollte ich vor allem anfügen, dass ich auch oft von mir selbst enttäuscht bin, wenn ich mein limitiertes Budget als Argument anführe, warum ich etwas Günstiges gekauft habe. Ich will auf keinen Fall sagen, dass ich alles richtig mache – im Gegenteil. Und trotzdem habe ich eben gepredigt 😉

Jedenfalls war es mir ein Bedürfnis, mir von der Seele zu schreiben, dass ich einige Kommentare, die ich in letzter Zeit von verschiedenen Menschen in verschiedenem Kontext gehört habe, wahrgenommen habe.

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Yesterday I was listening to the radio while cooking lunch – there was only one topic. This was the trigger to write down this thought right now. But the topic itself has already kept my mind busy for a long while.

I feel disappointed somehow. Mainly by the media, by the church, the mainstream reaction to what happened in Berlin lately.

Let me start by clarifying one point as a basis for what follows: Not everybody who knows me and reads my blog might know it, but I do define myself as a Christian. It personally helps me a lot to believe in a good God who loves us as human beings. (Actually, on the Camino de Santiago, I made the choice to never have doubts about that anymore.)

There have been quite a few attacks during the last year in Europe. All of these acts make me really sad and I always ask myself when I hear about an act of direct violence from one person against another: “what has gone wrong here?” I don’t know the answer.

But there is another point I want to make: I often hear comments which I don’t really understand after such an event: It seems to easy for people to condemn those who have committed these attacks in Europe. In this case, it seems so clear that this is not good, reprehensible. It may be. But I am afraid of this view that divides this world into black and white. Into good and bad.

BUT .. well, it always moves me that our economic system and our wealth in the Western world are mainly based on systematically exploiting other people. Just because we lost the relation to so many things we use and consume and it’s not obvious to see who has suffered for it, it doesn’t mean that it does not exist. Who is praying for the people at the other end of the world working for starvation wages without any rights in big companies actually producing our wealth? Who is thinking about them so shortly before Christmas?

I don’t know if I succeeded with this article, but I wanted to point out that I am disappointed what topics are blown up by the media. Further, it seems to easy to me, how often it is divided into good and bad. And it get dangerous at this point where it is taken as a basis to generalize.

But who is thinking about the not so obvious matters? That is for example our consumption behaviour also has a direct impact on other’s people’s lives and how bad or well off their are, even if it is unfortunately often not so transparent. Let me conclude by saying that I am at the moment often disappointed by myself because I have the impression that because my budget is quite limited  right now, I hide behind this argument “I had to buy this cheaply because I don’t have the money”. By no means I want to say that I am doing everything so well – on the contrary. But still, I am preaching 😉

I just felt like writing down how I perceived some statements I have lately heard in different contexts and from different persons. As always, I am very open for discussions.

Der Reiz des Gärtnerns – the charm of gardening

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Heute habe ich meine erste Tomate aus dem Gemüsegarten gegessen. So klein und unscheinbar sie auch war, sie schmeckte herrlich – so aromatisch und süß. Und dies ist ein Anlass, etwas über’s Gärtnern zu schreiben.

Dass am Ende meiner Wiese ein kleines, eingezäuntes Gemüsegärtchen ist, hat mich von Anfang an begeistert. Letztes Jahr war aber alles noch chaotischer als dieses Jahr, sodass mir sehr schnell klar war, dass das mit dem Gärtnern erst in der nächsten Saison etwas werden würde, wenn überhaupt.

Zunächst sollte ich klarstellen, dass ich in Bezug auf das Gärtnern nicht alles romantisiere. Und mit dieser Einstellung habe ich mich auch nicht an meine ersten praktischen Erfahrungen gemacht, da ich als Kind zumindest aus der Beobachterperspektive durch die Gemüsegärten meiner Eltern trotz generellem Desinteresse an der ganzen Sache etwas mitbekommen habe. Es ist verwunderlich, dass ich Salat mittlerweile so gerne mag, denn eigentlich bin ich was Salat aus dem Garten angeht, aus Kindertagen hochgradig traumatisiert. Der Salat, der nach 10-maligem Waschen immer noch mit einigen Läusen behaftet auf den Tisch kam (und nachdem zuvor die ganzen Schnecken entfernt wurden, aber sicher nicht von mir), ist mir noch bildhaft vor Augen. Niemand außer mir wollte die Läuse sehen, aber sie waren definitiv da! Ich erinnere mich aber auch an sehr angefressene Karotten, voll von Erdklumpen, nach deren stundenlanger Bearbeitung dann noch ungefähr ein Bruchteil an weiter verwertbarer Karotte übrig war. Oder wie meine Mama einen ganzen Tag lang zunächst mit der Ernte einiger Schüsseln Johannisbeeren beschäftigt war, dann mit dem Entfernen der Stiele und schließlich mit dem Einkochen zu Sirup oder Gelee. Ich konnte jedenfalls überhaupt nicht verstehen, wie man seine Zeit freiwillig mit so einem Gemüsegarten verbringen kann, wo die Verarbeitung der rauen Mengen an Erzeugnissen auch schnell zur Verpflichtung wird. Und, das erfahre ich gerade am eigenen Leib,  hier sprechen wir zu alledem ja auch noch von einem Luxusproblem: so eine reiche Ernte heißt ja, dass der Gärtner was richtig gemacht hat…

Lebensmittel, auch Gemüse, wird uns ja im Supermarkt praktisch nachgeschmissen, sie sind im Vergleich zu anderen Dingen spottbillig und dann auch noch im Überfluss vorhanden. Gärtnern ist heutzutage und hierzulande zu einem großen Teil Liebhaberei. Aber warum haben dennoch viele Leute einen eigenen (Gemüse-)garten und warum habe ich insbesondere mit vielen Leuten meines Alters auf dem Jakobsweg über den Wunsch gesprochen, selbst Gemüse anzubauen?

Die erste Antwort habe ich bereits in einem vergangenen Artikel benannt, indem ich thematisiert habe, dass uns in unserer modernen Welt zu so vielem, was wir tun oder konsumieren, der Bezug verloren gegangen ist. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das Thema Essen ein. Im ersten Schritt kommt die Auseinandersetzung mit dem, was man isst. Und ein paar Schritte weiter (rückwärts), wenn man den größtmöglichen Bezug zu seinem Essen will, lautet die Folge: sein Gemüse selbst säen, wachsen sehen, ernten, kochen und essen. Durch das Gärtnern erhält man im wahrsten Sinne des Wortes den Bezug zur Erde zurück.

Und für den zweiten Antwortpunkt will ich einen Abschnitt aus einem Artikel aus der Zeit nennen, der den Nagel auf den Kopf trifft. So schön kann ich gar nicht formulieren, daher zitiere ich: «Gartenarbeit lehrt Demut und Geduld. Keinem, der jemals zum Spaten griff, bleiben bittere Erfahrungen erspart. Dürre, Platzregen, Schneckenplage oder Wühlmaus-Invasion zeigen dem Menschen, der angeblichen Krone der Schöpfung, eben kurz mal auf, dass er nichts weiter ist als ein Wurm im großen Kosmos der Planeten.«

Und ja, Gärtnern ist schön! Mich zieht es jeden Abend fast magisch in meinen Garten, nicht nur um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Es macht Freude, den Wachstum der Pflanzen in der Hoffnung diese auch irgendwann ernten zu können, zu beobachten. Und Unkrautjäten und in der Erde herumzuhacken hat etwas Therapeutisches, das bestätige ich hiermit. Wie bei so vielem: das muss man erleben. Als Außenstehende konnte ich es als Kind/Teenager nie verstehen, wie in der Nachbarschaft alle beim ersten Sonnenstrahl in den Garten gerannt sind und das Werkeln dort genossen haben. Oder auch nicht, wie man eine Tomate ganz verliebt anstarren kann, wenn sie aus der eigenen Ernte kommt 😉

Da meine Erzählungen über den Reiz des Gärtnerns nun viel ausschweifender geworden sind als beabsichtigt, werde ich den geplanten Bericht über die Erfolge und Misserfolge in meinem eigenen Garten auf einen weiteren Artikel morgen (oder so) verschieben.

5.3

Today, I have been eating the first tomato from my vegetable garden. As tiny and inconspicuous as it was, it tasted marvellously – so aromatic and sweet. And this is an occasion to write about gardening.

The fact to have a small, fenced vegetable garden area at the end of my meadow, delighted me from the beginning. But as things have still much more chaotic last year than they are this year, I immediately realized that my gardening experience would not start until next season, if at all.

I first should clarify that I am not romanticizung everything with respect to gardening. And I did not start my own vegetable garden with this attitude either, because even despite a general lack of interest for the topic, I did see some things watching my parents and their garden(s). At least from the perspective of an observer. It is astonihing how much I like salad by now, because I am highly traumatized from childhood experiences: I can still vividly see the salad put on the table, yet containing lice after 10 rounds of washing. Nobody, except me, saw them. But they were there! I also remember the carrots, fretted and covered in earth. After an hour-long treatment, only a tiny rest of each carrot remained to be processed for dinner. Or I remember my mom kept busy by the currants for a day: first, she gathered them, then she removed the stems from the berries and then she needed to cook them to syrup or marmelade. I could not understand at all how you can voluntarily spend so much time with a vegetable garden, with the processing of the harvest quickly becoming a duty. And, as I experienced myself this year, we are talking about a luxury problem here: a rich harvest means that the gardener did something right…

Food, as well vegetables, cost (compared to other things) pretty much nothing in the supermarket and are available in abundance. This renders gardening in these days and in these parts a hobby. But why do so many people cultivate their own garden and why have I spoken to so many people of my age on the Camino de Santiago about the wish to grow our own vegetables?

I have already explained the first answer to this in a past article, when I wrote that in our modern world, we have lost the relation to so many things we do and consume. The topic of food takes a central role in this. In a first step, you start to thank about what you eat. And a few steps further (backwards), when you want to have the closest relation possible to your food, you start to seed it yourself, watch it grow, harvest, cook and eat it. Through gardening, you literally get related to Mother Earth again.

And for the second point of my answer, I want to mention an article from the newspaper “Zeit” which hits the nail on the head. I couldn’t say it nicer, that’s why I quote: «Gardening teaches humility and patience. Nobody who ever grabbed the spade has been spared from bitter experiences. Droughts, cloudbursts, snail plagues or an invasions of voles show human beings, the crown of the alleged pride of creation, en passant, that they are no more than worms in the big cosmos of the planets.«

And yes, gardening is beautiful! My garden magically attracts me almost every evening, not only to enjoy the last sunrays of the day. It is delightful to see the plants grow, hoping to harvest them one day. And weeding is therapeutic, I confirm this. And as for most things: you need to experience it yourself. From an outside perspective as a child / teenager, I could never understand how everybody in the neighborhood got outside in the garden with the first ray of sunshine, how they all seemed to enjoy working in the garden. But at that point, I wouldn’t have understood either how you can stare at a tomato that you just picked – in love 😉

As my stories about the charm of gardening have become much longer than intended, I will delay the report of the success and failures in my own garden to tomorrow (or so).

Gedanken aus meinen Lieblingsbüchern – Thoughts from my favourite books

Thought

Hütte

Die Außenfassade meines Hauses ist bereits nicht mehr wiederzuerkennen und ich bin völlig verzückt – ich kann’s ja kaum erwarten, hier Bilder zu zeigen, habe mich allerdings entschieden zu warten, bis alles fertig ist. Dafür braucht es noch ein wenig Geduld… In der Zwischenzeit daher ein Beitrag zu einem meiner Lieblingsbücher, welches durch vielerlei Gedanken nie an Aktualität verloren hat. Es handelt sich um “Into the Wild” von Jon Krakauer. In dem Buch geht es um die Geschichte eines jungen Mannes, Christopher McCandless, der sich alleine auf den Weg nach Alaska machte und dort einsam in der Natur, ja sogar in der Wildnis, jenseits der Gesellschaft lebte. Ein Leben in Freiheit. Aber eine Lektion ist, dass diese ihren Preis hat. McCandless bezahlte dafür mit seinem Leben… Die Geister scheiden sich, ob der Aussteiger nun mutig war und sich durch sein Erbe in Form seiner Aufschriebe und Geschichte unsterblich gemacht hat, oder ob der Typ einfach nur naiv oder gar wahnsinnig war. Ich gehöre zur ersteren Gruppe kann mich mit vielen seiner Gedanken und Bestrebungen sowie Kritik an der Gesellschaft identifizieren, weshalb McCandless in gewissen Punkten ein Vorbild darstellt (in seiner Schulzeit war er zudem ein ambitionierter Läufer). Beim Lesen des Buches habe ich mir einige Passagen angestrichen, die es meiner Meinung nach wert sind, hier geteilt zu werden (auf Englisch klingen die ganzen Zitate viel schöner, also einfach unten in der englischen Version lesen oder nochmals lesen, je nach Englischkenntnissen). Meine Zitatesammlung mag bunt zusammengewürfelt sein, aber für mich ist sie vor allem eines: inspirierend. Und vielleicht für den ein oder anderen Leser auch?

Zuerst der beste Tipp zum Reisen:

  • Gib als generelle Regel so wenig wie möglich aus, und du wirst es viel mehr genießen.

Passend in meiner Situation vor der Kündigung meines Jobs (als ich das Buch las) und noch immer:

  • Ich halte Karrieren für eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und ich will keine.
  • Just get out and do it.
  • So viele Leute sind unglücklich mit ihren Lebensumständen, und dennoch ergreifen sie nicht die Initiative, ihre Situation zu ändern, weil sie auf ein Leben in Sicherheit, Konformität und Konservatismus konditioniert sind, was zwar Seelenfrieden verschaffen mag, aber in der Realität gibt es nichts Gefährlicheres für den Geist eines Mannes als eine sichere Zukunft. Die Grundlage des Lebensgeistes eines Mannes liegt in seiner Leidenschaft für das Abenteuer

Ich bin manchmal gerne allein, ziehe Alleinsein schlechter Gesellschaft in jedem Fall vor – bin mir aber dennoch voll und ganz bewusst, wie sehr ich sie auch brauche und suche. Und für dieses Paradoxon spricht mir McCandless aus der Seele:

  • Es stimmt, dass ich intelligente Gesellschaft vermisse, aber es gibt so Wenige, mit denen ich die Dinge teilen kann, die mir so viel bedeuten, sodass ich gelernt habe, mich zu enthalten. Es genügt, dass ich von Schönheit umgeben bin.
  • Wir mögen Gesellschaft, aber wir halten es nicht lange unter Menschen aus. Deshalb gehen wir raus und verirren uns, kommen dann wieder für eine Weile zurück, und brechen schließlich wieder auf.

Und noch was zu Glück und einem Lebensentwurf, der auch wieder meinem sehr nahe kommt:

  • Ich werde dieses Leben noch für eine Weile leben. Die Freiheit und einfache Schönheit sind einfach zu gut.
  • Ich habe viel durchgemacht und ich glaube, jetzt habe ich gefunden, was ich zum Glück brauche. Ein stilles zurückgezogenes Leben in unserer ländlichen Einsamkeit und die Möglichkeit, den Menschen Gutes zu tun, den man leicht Gutes tun kann und die so wenig daran gewöhnt sind. Eine Arbeit von der man sich einen Nutzen verspricht. Für immer Ruhe, Natur, Bücher, Musik, die Liebe zu seinen Nächsten. Das ist meine Vorstellung vom Glück. Und zu alldem, noch dich, als meine Lebensgefährtin, vielleicht auch Kinder. Was kann das Herz eines Menschen noch mehr wollen?

Wer mich ein wenig kennt, ist sicher nicht verwundert zu lesen, warum mich dieses Buch begeistert. Ich spreche auch eine Leseempfehlung aus. Der Film ist übrigens auch absolut sehenswert.

Und nun die Überleitung zu einem weiteren Buch. McCandless las in der Einsamkeit die Bücher von Henry Thoreau, einem amerikanischen Schriftsteller und Querdenker aus dem 19. Jahrhundert. Mit 27 (lustiger Zufall: genau das Alter, in dem ich meinen Job auch gekündigt habe) gab er seine Tätigkeit als Lehrer auf, baute sich in einem Grundstück mitten im Wald eine kleine Hütte und lebte dort für eine Weile zurückgezogen und sehr einfach. In seinem Werk “Walden – oder leben in den Wäldern” berichtete er darüber. Als ich im letzten Jahr in den SchwarzWALD zog, fand ich, dass es der richtige Zeitpunkt war, dieses Buch auch noch zu lesen. Insbesondere die Gedanken von Thoreau zu einem Streben nach Einfachheit und einer minimalistischen Lebensweise aus dem 19. Jahrhundert sind im 21. Jahrhundert noch ebenso gegenwärtig wie in der Geschichte, das finde ich faszinierend. Ein paar schreibe ich raus, das Buch ist aber voll von viel mehr tollen Gedanken … auch hier: lest es!

  • Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was nicht Leben war; das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig. Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht leben war, in die Flucht geschlagen wurde.
  • Die Verwöhnten und Verschwender sind es, die die Mode bestimmen, der die Masse so eifrig folgt… Ich sitze lieber allein auf einem Kürbis, als zwischen andere gezwängt auf einem Samtkissen.
  • Der Sinn für das Schöne aber wird am besten im Freien geweckt, wo es kein Haus und keinen Hausbesitzer gibt.
  • Ich ergriff manches, verwarf anderes, am höchsten aber schätzte ich meine Freiheit.
  • Ich bin gerne allein. Niemals fand ich geselligere Gesellschaft als die Einsamkeit.
  • Es ist eine überraschende und bemerkenswerte, aber auch wertvolle Erfahrung, sich zu irgendeiner Zeit im Wald zu verirren.
  • Fischer, Jäger und Holzfäller, die ihr Leben in Feldern und Wäldern verbringen, die in gewissem Sinne ein Teil der Natur selbst sind, vermögen oft, wenn sie von ihrer Arbeit ausruhen, tiefer das Wesen der Natur zu erfassen als Philosophen oder gar Dichter, die sich ihr mit Erwartungen nähern.
  • Nur die Güte ist eine sichere Kapitalanlage.
  • Anstatt Liebe, Berühmtheit oder Geld oder Vertrauen oder Fairnessgebt mir Wahrheit.
  • Strebt nicht so sehr danach, Neues zu erwerben, seien es Kleider oder Freunde.
  • Am Mark ist das Leben am Süßesten.
  • Wenn man zuversichtlich seinen Träumen folgt, und sich bemüht, so zu leben, wie man es sich vorgestellt hat, wird man unerwartet von Erfolg gekrönt.

Ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit … etwas, das ich auch im Zuge meines Projektes hier leben will. Auch wenn ich mich in der Realität in neue Abhängigkeiten begeben habe und praktisch bei jeder Entscheidung Kompromisse eingehen muss. Aber genau aus diesem Grund lese ich gerne Bücher wie die oben zitierten, um daran erinnert zu werden, dass man auch anders leben kann. Und dass unsere Lebensweise trotz unserer alltäglichen Verpflichtungen und Zwängen zu einem guten Teil in unserer Hand liegt.

Weg

The facade of my house looks completely different by now – and I am totally enchanted. I can’t wait to report about it on this space, but I have decided to wait until the works are finished. Some patience needed…. In the meantime, I’ll talk a bit about one of my favourite books ever which never lost in significance due to many different thoughts I can so much relate to. The book is “Into the Wild” by Jon Krakauer. It is about the true story of a young man, Christopher McCandless, who went on his own to Alaska and lived there alone in the nature, even in the wilderness far from society. A life in freedom – but one lesson is that freedom has its price. McCandless paid for it with his life. Opinions differ sharply if the dropout has been brave and left a legacy through writing down his story and thoughts or if he has just been naive or crazy. Well, I can identify with lots of his thoughts and aspirations and his critical attitude towards society and that’s why McCandless is in some ways a role model for me (plus, he has been an ambitious runner at school). While reading the book, I highlighted a lot of passages which are worth being shared in my opinion. My collection of quotes might be random, but above all, it is inspiring for me. And maybe for one or the other reader as well?

First, the best advice for travelling:

As a general rule, spend as little as possible and you will enjoy it much more immensely.

Very relevant before I quit my job (when I read the book) and still now:

  • Franz, I think careers are a 20th century invention and I don’t want one.
  • Just get out and do it.
  • So many people live within unhappy circumstances and yet will not take the initiative to change their situation because they are conditioned to a life of security, conformity, and conservatism, all of which may appear to give one peace of mind, but in reality nothing is more dangerous to the adventurous spirit within a man than a secure future. The very basic core of a man’s living spirit is his passion for adventure.

I love to be alone from time to time. And I generally prefer no company to bad company – but still, I sometimes need and want company as well. McCandless finds the exactly right words for this paradoxon:

  • It is true that I miss intelligent companionship, but there are so few with whom I can share the things that mean so much to me that I have learned to contain myself. It is enough that I am surrounded with beauty…
  • We like companionship, see, but we can’t stand to be around people for very long. So we go get ourselves lost, come back for a while, then get the hell out again.

And a quote about happiness and life plans:

  • I am going to live this life for some more time. The freedom and simple beauty of it is just too good to pass up.
  • I have lived through much, and now I think I have found what is needed for happiness. A quiet secluded life in the country, with the possibility of being useful to people to whom it is easy to do good, and who are not accustomed to have it done to them; then work which one hopes may be of some use; then rest, nature, books, music, love for one’s neighbor—such is my idea of happiness. And then, on top of all that, you for a mate, and children perhaps—what can more the heart of man desire?

Everyone who knows me a little is probably not surprised to read that I like the mentioned book. And I highly recommend reading it. By the way, the movie is brilliant as well.

And this is now the transition to another book. McCandless read Henry Thoreau, an American author and unconventional thinker of the 19th century. At age 27 (exactly the age I had quitting my job), he stopped his activities as a teacher, built a little cabin in the middle of the forest to live a secluded and simple life there. In his work “Walden – life in the woods“, he writes about it. Having moved to the Black FOREST last year, I thought that this was a good point in time to read a book with this title. Not surprisingly, I found a lot of wise and fascinating quotes in it as well. A person thriving for independence and a minimalistic lifestyle – a topic being as much up to date in the 21st century as in the 19th. Here are the quotes, though the book is full of a lot more interesting thoughts… same here: best to read it yourself!

  • I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived.  I wanted to live deep and suck out all the marrow of life, to live so sturdily and Spartan-like as to put to rout all that was not life, to cut a broad swath and shave close, to drive life into a corner, and reduce it to its lowest terms, and, if it proved to be mean, why then to get the whole and genuine meanness of it, and publish its meanness to the world.
  • I would rather sit on a pumpkin and have it all to myself, than be crowded on a velvet cushion.
  • I love to be alone. I never found the companion that was so companionable as solitude.
  • It is a surprising and memorable, as well as valuable experience, to be lost in the woods any time.
  • Fishermen, hunters, woodchoppers, and others, spending their lives in the fields and woods, in a peculiar sense a part of nature themselves, are often in a more favorable mood for observing her, in the intervals of their pursuits, than philosophers or poets even, who approach her with expectation.
  • Goodness is the only investment that never fails.
  • Rather than love, than money, than fame, give me truth.
  • Do not trouble yourself much to get new things, whether clothes or friends.
  • If one advances confidently in the direction of his dreams, and endeavors to live the life which he has imagined, he will meet with a success unexpected in common hours.

A free and independent life … something I also aim to live as part of my project. And this, even though in reality, I have placed myself in a situation of new dependencies through it and need to make compromises practically every time I take a decision (I am fully aware of that by now). But exactly for this reason I like to read books like the above quoted ones, to be reminded that you actually can live in a different way. And that our lifestyle is to a large extent in our hands, despite all these everyday obligations and compulsions we have.

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Ein besonderes Datum – a special date

Poem, Thought

Am 20. April 2015, vor genau einem Jahr, bin ich nach 2 Monaten Pilgertum und mehr als 1500 km zu Fuß in Santiago de Compostela eingetroffen. Am selben Tag (20. April 2015) fand der Zürich Marathon statt, den ich 2014 nach einer herausfordernden Trainingsperiode überglücklich gefinished habe – dabei ist ein Zielfoto entstanden, das mich zum New York Marathon gebracht hat… heute ist also ein besonderes Datum für mich.

Da ich noch viel an meine Pilgerreise denke, will ich zu diesem Anlass ein paar Aphorismen aufschreiben, die ich (oft im Gespräch mit anderen) auf dem Weg entwickelt habe bzw. die ich mir von anderen gemerkt habe. Aphorismen – da ich genau zu diesem Thema ein paar spezielle Erinnerungen habe. Auf dem Weg gibt es nämlich einen Mann, der sich den “Alchimisten” nennt. Er wurde dort relativ berühmt, fast schon ein Phänomen, und das indem er kleine Tafeln mit von ihm stammenden Aphorismen an verschiedenen Stellen entlang des Weges platziert hat. Bei ihm in der Herberge bin ich auch untergekommen.

Und ich habe noch eine besondere Erinnerung / Anekdote zu erzählen. Nachdem ich mein erstes Tagebuch fast voll geschrieben hatte (ich habe jeden Tag einiges darin notiert), habe ich mich in Pamplona auf die Suche nach einem weiteren Tagebuch gemacht. Ich wollte eines in der gleichen Art wie das erste (von Moleskine). So habe ich einen kleinen Buchladen im Stadtzentrum betreten. Und prompt zog die nette Dame im Laden auf meine Anfrage hin genau solch ein Tagebuch heraus, wie ich es gesucht habe. Im gleichen Format wie das alte, nur in einer anderen Farbe. Das einzige dieser Art im Laden … darüber habe ich mich wirklich gefreut. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann trug ich noch ein weiteres Anliegen vor: da ich ja auf dem Weg Gedichte für mich entdeckt hatte, suchte ich noch nach einfach zu lesenden Gedichten auf Spanisch. Nun begann die Verkäuferin in ihren vorrätigen Schätzen zu suchen … sie legte ein Gedichtband nach dem anderen vor mir auf die Theke, unter anderem auch von Dichtern aus dem Umkreis. Sie fand zudem ein Buch mit Aphorismen auf Spanisch. Wir begannen, zusammen darin zu lesen. Que fuerte! (wie stark), war ihr Kommentar, als sie den Spruch El amigo que perdiste es el juez más implacable de tu consciencia (den Freund, den du verloren hast, ist der gnadenloseste Richter deines Gewissens) vorlas.

Und das Ende der Geschichte kommt glaube ich wenig überraschend: Ich habe das Buch mit den Aphorismen gekauft (mit dem Argument, dass diese einfach zu lesen sind), zudem das Tagebuch sowie zwei weitere Bücher mit Gedichten. Ironischerwise kam ich gerade von der Post, um ein Paket mit Büchern, die ich bisher auf dem Weg gelesen hatte, nach Deutschland zurückzuschicken. Es haben natürlich nicht viele Leute verstanden, dass ich in der heutigen Zeit Bücher (in der Mehrzahl) in meinem Rucksack herumgetragen habe, und das erwarte ich auch nicht. Aber ich mach einfach richtige Bücher.

Und nun die Sammlung der Aphorismen, in ihrer Originalsprache zuerst:

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On April 20th 2015, exactly one year ago, I have been arriving at Santiago de Compostela after a journey of two months and more than 1500 km by foot. The same day (April, 20th 2015), the Zurich Marathon took place in which I participated in 2014 finishing really happy after a training period including challenges and struggle – the picture taken at the finish line lead to a journey to the New York Marathon… a memorable date for me.

As I reminisce quite a lot about my pilgrimage, let me share some aphorisms on this occasion that I developped (sometimes in conversation with other people) or that I remember other people saying that still contain some important lessons along my journey. Aphorisms – because I have some special memories on this topic as well. On the Camino, there’s a man who calls himself the „alchimist“ – he became quite famous, almost a phenomenon on the Camino, by placing little boards with his handwritten aphorisms along the way. I also stepped by in his hostel.

And there is one more special memory / anecdote. In Pamplona, when I had almost filled my first dairy (I wrote quite a bit every day), I have been searching for another one. I wanted to have one in the same style (by Moleskine) as the old one. On my quest, I entered a little bookshop in the city centre. And the nice lady in there just got out the dairy I have been searching for. Same format as the old one, just in a different colour. The only one left in this shop … I have been so happy about this. We chatted a little, I told her that I recently discovered poems and asked for some poems in Spanish that were understandable for a non native speaker. She got out a few books by authors from the region and kept searching for a while. She also found a book with aphorisms in Spanish. We started to read it together in the bookshop, and she became quite enthusiastic about it. “Que fuerte!” (how great), she exclaimed reading out loud the phrase “El amigo que perdiste es el juez más implacable de tu consciencia” (the friend you have lost is the most implacable judge of your conscience).

I guess this does not come by surprise: I ended up buying this book with aphorisms (with the argument, that’s it’s also easy to read) plus the diary and two other books with poems. Ironically, I had just dropped off a parcel at the post office with other books (in plural) I had been reading on the journey so far to send them home. Not many people understood me carrying around books in my backpack and I don’t expect them to do. But I just love real books.

And here comes the collection of aphorisms, in the language they were generated in first:

1

L’argent devrait être un moyen, pas un objectif. Sinon, c’est triste.

Money should be a means, not a destination. Otherwise, it’s sad.

Geld sollte ein Mittel sein, kein Lebenszweck. Alles andere ist traurig.

Anerkennung darf man genießen, aber man sollte Dinge aus einer anderen Motivation heraus tun.

You should enjoy recognition, but you should do things out of another motivation.

In der Weite der Natur wird die eigene Winzigkeit offenbar.

In the vastness of nature, your own diminutiveness becomes apparent.

N’arrête jamais de chercher (la vérité).

Never stop searching (the truth).

Höre nie auf, (nach der Wahrheit) zu suchen.

Wer gegen den Strom schwimmt, wird belohnt.

Who swims against the current will be rewarded.

Arroganz ist immer fehl am Platz. Demut ist der Ansatz, der sich auszahlt.

Arrogance is always out of place. Humility is the approach that pays off.

Don’t think too much. (Hi, Marc!)

Hacer nudos resulta mucho más fácil que deshacerlos. (del libro Lenguaraz de Erika Martíez)

It’s easier to tie knots than to untie them.

Es ist einfacher, Knoten zu machen als diese zu lösen.

La imitación es el peor de los silencios. (del libro Lenguaraz de Erika Martíez)

Imitation is the worst kind of silence.

Die Imitation ist die schlimmste Art der Stille.

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Auf der Suche nach Wahrheit – searching for truth

Thought

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Vor einem Jahr war ich auf dem Jakobsweg unterwegs, mittendrin in meiner zweimonatigen Pilgerreise, und ich hatte auch schon einiges erlebt. Während der letzten Wochen habe ich oft an meine Reise gedacht. Ich habe als Pilgerin ja fleißig Tagebuch geschrieben, und neulich habe ich an einem Sonntagnachmittag auch meine beiden Tagebücher nochmals gelesen und dabei die Reise somit zumindest teilweise wieder erlebt. Die Tagebücher mit all meinen Gedanken und Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, das wurde mir schon während der Reise klar, wo ich zu sagen pflegte: Man kann mir meinen Rucksack und alles klauen, das ist mir egal, aber bitte nicht die Tagebücher, an denen hänge ich wirklich … nun gut, sie sind mir ja erhalten geblieben und haben ihren Platz in meinem Bücherregal.

Am Gründonnerstag (vor genau einem Jahr) habe ich eine sehr prägende Begegnung gehabt: ich habe Michel getroffen, einen katholischen Priester aus Kamerun, der seit vielen Jahren in Rom lebt. Michel ging den Jakobsweg, um Ruhe zu suchen – für einen Priester keine gute Idee, wie sich herausstellte: es gibt auf dem Weg einfach zu viele suchende Menschen mit Rede- und Diskussionsbedarf wie mich, sodass Michel als Priester schnell zu einem gefragten Gesprächspartner wurde, ja sogar bekannt unter den Pilgern, die zeitgleich mit uns auf dem Weg waren.

Jedenfalls hatte ich das große Glück, mit Michel einige Stunden zu verbringen, in denen er sich mit mir unterhielt. Man muss wissen, dass ich katholisch getauft wurde, aber nie Zugang zu dieser Kirche gefunden habe, unter anderem weil es nie eine Person gegeben hat, der ich all meine Fragen stellen und mit der ich diskutieren konnte. Und nun taucht auf dem Jakobsweg ein Priester auf, der so anders ist als alle katholischen Priester, die ich bisher kennen gelernt habe. Einer, der wie er selbst sagte, sieht, „wie sehr ich auf der Suche sei“ und mir alle meine Fragen in Bezug auf die Kirche und noch wichtiger, auf den Glauben, geduldig beantwortet (von Jesus über die nicht so ruhmreiche Geschichte der katholischen Kirche zum Zölibat und anderen Religionen). Eine authentische Person mit einer unglaublich spannenden Geschichte zugleich. Zwei Zitate, die mir wirklich hängen geblieben sind, lauten wie folgt (mit Michel konnte ich Französisch zur Freude von uns beiden Französisch sprechen):

„Il faut défendre la vérité, pas la tradition.“

(Man muss die Wahrheit verteidigen, nicht die Tradition). Solche Worte aus dem Munde eines katholischen Priesters – unkonventionell, würde ich mal sagen. So richtig überzeugt, dass es sich um eine Person handelt, die mir viel Interessantes erzählen hat, als er meinte:

„N’arrête jamais de chercher (la vérité), même si tu penses avoir trouvé la solution.“

(Höre nie auf, (nach der Wahrheit) zu suchen, auch wenn du meinst, die Lösung gefunden zu haben). An diesen Worten gefällt mir, dass es keine dogmatische Sicht gibt in die Richtung „So ist es, weil ich (oder eine Institution) es dir sage, und du hast es zu glauben.“ Im Gegenteil, es geht für mich darum, zu versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen, und das im Rahmen eines ständigen Prozesses. Die Wege von Michel und mir trennten sich zwischenzeitlich.

Eine sehr amüsante und interessante Feststellung entlang des Jakobsweges war für mich, wie sich bestimmte Gedanken oder Themen, die mich beschäftigten, weiterentwickelten. Manchmal durch das Gespräch mit anderen Leuten und manchmal durch andere Einflüsse. So war ich nach Michels Aussagen mit dem Schlüsselwort „Wahrheit“ beschäftigt. Und zwei Tage später in einer Bar schreibt der Kellner vor meinen Augen den Spruch des Tages mit Kreide an eine Tafel:

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(Die einzige Autorität ist die Wahrheit)

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Und das war die Bar … bekannt für die frei herumlaufenden Esel

Ein Pärchen, das zeitgleich mit mir in dieser Bar verweilte, fragte nur: „Und was ist die Wahrheit?“. Ich antwortete, dass das wohl jeder für sich selbst herauszufinden versuchen müsse… Nun geht’s in die Richtung des Philosophischen, ist weiß, und ich führe die Geschichte weiter, indem ich anmerke, dass ich Michel nach ein paar Tagen wieder traf, als er in der gleichen Herberge einkehrte wie ich. Ich fühlte mich geehrt, als er mich fragte, ob ich am nächsten Morgen bis nach León mit ihm zusammen gehen wollen würde. Klar doch (in León plante ich übrigens, den Bus nach Norden zu nehmen, um einen etwas weniger bekannten Teil des Jakobswegs zu marschieren, da ich mit den Leuten auf dem Camino Francés in Spanien generell überfordert war und wieder etwas mehr Einsamkeit gesucht habe). Zurück zu Michel. Wir kamen wieder auf die Frage „Was ist Wahrheit?“ zu sprechen und Michel näherte sich der Fragestellung auch auf folgende Art: „ Nehmen wir zum Beispiel ein Telefon: Man nennt den Gegenstand Telefon. Aber ist es wirklich die Wahrheit, dass das ein Telefon ist? Wer hat das festgelegt? Man kann mein Profil sehen und mich beschreiben. Diese Beschreibung wird aber ganz anders aussehen als von jemandem, der mich von Vorne sieht. Wir sehen ja nur eine Perspektive auf einmal. Welche ist wahr? Deshalb gilt es zu suchen und Fragen zu stellen.“ Damit lasse ich Michel’s Aussagen stehen. Ich bin nach wie vor sehr dankbar um diese prägende Begegnung (eine der prägendsten, auch wenn ich noch eine Reihe weiterer Erlebnisse ausführen könnte).

Immer wenn ich nun irgendwo den Begriff „Wahrheit“ wahrnehme, werde ich hellhörig. Zwei Zitate aus Büchern will ich zum Abschluss noch anmerken. Ein Zitat von Henry Thoreau aus einem meiner Lieblingsbücher, welches die Bedeutung der Wahrheit schön wiedergibt:

“I’m going to paraphrase Thoreau here… rather than love, than money, than faith, than fame, than fairness… give me truth.”

(“Anstatt Liebe, Geld, Glauben, Ruhm,  Fairness…gebt mir Wahrheit”) ( aus dem Buch „Into the Wild“ von Jon Krakauer). Auch wenn es schwer ist Wahrheit zu definieren, so werden uns leider oft bewusst Unwahrheiten aufgetischt, das macht mir dieses Zitat bewusst. Und nun noch ein Zitat aus dem Buch „The fountainhead“ von Ayn Rand. In diesem Roman unterteilt die Autorin Menschen in Schöpfer und Nachmacher („Seconders“ – Menschen, deren Lebensentwürfe stark von den Ansichten der anderen beeinflusst werden). Und über Seconders wird gesagt:

“They have no concern for facts, ideas, works. They’re concerned only with people. They don’t ask: Is it true? They ask: Is this what others think is true?”

(Sie kümmern sich nicht um Tatsachen, Ideen, Arbeiten. Sie kümmern such nur um Menschen. Sie fragen nicht: ist das wahr? Sie fragen: denken andere, dass dies wahr ist?).

Für mich ist diese „Suche nach der Wahrheit“ schlichtweg ein Plädoyer dafür, Dinge zu hinterfragen. Und das ständig und immer wieder. Sowie dafür, offensichtliche Unwahrheiten/Lügen nicht einfach zu akzeptieren.

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Zwischenrein ein paar Bilder von der “Meseta” in Nordspanien am Gründonnerstag 2015 aufgenommen … ausnahmsweise keine Schwarzwaldbilder

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Exceptionally no pictures fro the Black Forest, but from the “Meseta” in Northern Spain .. taken exactly one year ago

One year ago, I have been walking on the Camino de Santiago, in the middle of my two-month long pilgrimage and I had already experienced a lot. During the last weeks, I have been thinking a lot of my journey. As a pilgrim, I diligently kept a diary, and I recenlty sat down on a Sunday afternoon to read both of my diaries again. I kind of have been living the trip again…  My diaries with all my thoughts and experiences are a real treasure – I have already become aware of this during my journey, when I used to say: you can steal my backpack and all my other belongings, but please do not touch my diaries, these are really valuable to me… well, they have remained with me and they have their place in my bookshelf.

On Holy Thursday (exactly one year ago), I have had an influental encounter: I have met Michel, a catholic priest from Camerun, who has been living in Rome for many years. Michel went on the Camino searching for some quiet – as it turned out, not a good idea for a priest: there are just too many searching people with the need to talk and discuss like me, rendering Michel a very sought-after conversation partner. He even got known among the pilgrims hiking at the same time as we did .

Anyway, I had the chance to spend a few hours talking to Michel. You have to know that I have been baptized into the catholic chrurch, but I never found access to this institution, amongst other things because I have never met a person there I could ask my questions and discuss with. And then, in the middle of the Camino de Santiago, a catholic priest appears, so different from any other catholic priest I have ever met. One who, according to his own words, saw “how much I was searching” and who patiently answered all my questions with respect to the church and faith (from Jesus to the not so glorious history of the catholic church, to the celibacy and other religions). An authentic person with an incredibly fascinating story. Two quotes by Michel have truly remained with me, and they are as follows (I could speak French with Michel to the joy of both of us):

„Il faut défendre la vérité, pas la tradition.“

(One has to defend truth, not tradition). Such words from the mouth of a catholic priest – unconventional, as I’d say. And I have been truly convinced to be talking to a person who really has to say something to me, when he went on:

„N’arrête jamais de chercher (la vérité), même si tu penses avoir trouvé la solution.“

(Never stop searching (the truth), even if you think that you have found the solution). What I particularily like about these words is that they don’t express some dogmatic view like “It’s like this because I (or an institution) tell(s) you and you have to believe it.“ On the contrary, for me, it’s about trying to get to the bottom of the matters, and this as a constant process. Michel and I took separate ways in the meantime.

I found it very amusing and interesting that along the Camino, some thoughts and topics I dealt with, seemed to develop in a very natural way. Sometimes talking to other people, but sometimes to different influences. Since the encounter with Michel, I have been thinking about the keyword “truth”.  And two days later in a bar, the waiter writes down with chalk on a blackboard the saying of the day right before my eyes:

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(The only authority is truth)

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That was the bar … well known for the donkeys walking around

A Spanish couple being in the bar just asked: “And what is the truth?” I answered that it would probably be up to each one of us to trying to find this out …. it’s getting philosophical now, I know and I continue the story telling that I have met Michel again a few days later in a hostel. I feld honoured when he asked me if I felt like walking together with him to León the next morning. Of course (I had planned to take the bus north from León to follow another, less popular Camino, because the people on the Camino Francés have just been too many for my taste and I was searching for more solitude). Back to Michel. We touched the question “What is truth?” Michel approached it the following way: „Let’s take the example of a telephone: you call it a telephone. But is it really the truth, that this is a telephone? Who declared that? Or: you can see my profile and describe it. But this description of me would look different if you saw me from the front. We can only see one perspective at once. Which one is true? That’s why we need to search and ask questions.” I leave Michel’s statements like this. I just want to point out again how thankful I still am for this encounter (one of the most special ones on the Camino, but I could mention a few others as well).

Everything I notice the word “truth” somewhere, I pay attention. I want to mention two quotes from books to finalize this article. One is from Henry Thoreau, but I read it in one of my favourite books which is “Into the wild” by Jon Krakauer.

“I’m going to paraphrase Thoreau here… rather than love, than money, than faith, than fame, than fairness… give me truth.”

Even if it is hard to define truth, we deliberately get dished up so many untruths. This is what comes to my mind reading this quote. And another quote from the book „The fountainhead“ by Ayn Rand. In this novel, the author distinguishes between “creators” and „seconders“, the latter being people whose life plans are influnced heavily by what others think. And she says about seconders:

“They have no concern for facts, ideas, works. They’re concerned only with people. They don’t ask: Is it true? They ask: Is this what others think is true?”

For me, this search for truth is simply a plea for questioning things. And this constantly and repeatedly. And for not accepting obvious untruths/lies.

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Eine Zwischenbilanz und ein Ausblick – a short recap and an outlook

Thought

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Nun sind seit meinem Einzug ins Eigenheim (im Juni 2015) schon einige Monate vergangen. Zeit für eine Zwischenbilanz über mein Leben hier, die Fortschritte beim Renovieren und wie es mir bei allem geht. Klingt ein wenig nach Tagebucheintrag – irgendwie ist es das auch.

Die Anfangszeit, während der alles neu ist und tausend Dinge überall zu entdecken sind, ist nun vorbei. Ich hatte immer einen richtigen Höhenflug, wenn ich an einem Ort neu begonnen habe, und so war es diesmal auch. Es lief auch für Monate alles wie am Schnürchen und die Dinge entwickelten sich nur positiv für mich. Mittlerweile kann man auch noch lange nicht davon sprechen, dass die Routine in meinem Alltag die Oberhand gewonnen hat, dafür tut sich noch viel zu viel. Aber gewisse Abläufe sind doch etwas normaler geworden, und es war auch nicht jeder Tag ohne Ausnahme rosarot hier. Dennoch kann ich als erstes zentrales Resümee sagen, dass ich diesen Hauskauf bisher wirklich zu keinem Zeitpunkt bereut habe. Ich finde das erstaunlich (ich hätte gedacht, so ein Moment kommt früher mal) und freue mich über diese Tatsache. Ich bin mit meinem Leben hier glücklich und will auch an diesem Ort bleiben, mich weiter einleben und integrieren.

Es ist alles teuer, es zieht sich …. aber es macht glücklich!

Ja, ihr, die mich gewarnt hattet, ein großes, altes Haus zu kaufen – ihr hattet alle recht: Ich hatte zwar keine wirkliche Vorstellung von dem, was mich erwartet, aber es ist trotzdem alles teurer als angenommen und es dauert auch alles länger …. ABER: ich hätte nie gedacht, dass mich jeder noch so kleine Fortschritt am Haus mit einer solchen Freude erfüllt. Von der frisch gestrichenen Wand, über die aufgeräumte Garage zum neu eingebauten Waschbecken oder Fenster. Und am schönsten ist es natürlich, wenn ich etwas selbst gemacht habe. Selbst wenn ich nur einen Raum tapeziert oder gestrichen habe, dann gehe ich abends nochmal an den Ort meines Schaffens, lasse ihn auf mich wirken und schaue, ob alles in Ordnung ist. Es ist wohl vergleichbar mit der Situation, wenn man abends nochmal ins Zimmer seines Kindes geht, ihm beim Schlafen zuschaut und Momente der absoluten Zufriedenheit und des Glücks erlebt.

Was ich ein wenig schade finde ist die Tatsache, dass sich das große Freiheitsgefühl der ersten Wochen im Sinne von „ich kann mich voll und ganz ins Renovieren eines alten Hauses stürzen und habe kaum andere Verpflichtungen“ ziemlich schnell relativiert hat. Schon ganz bald habe ich intensiv am Businessplan geschrieben, Fördergelder beantragt, mich mit Finanzierungsfragen beschäftigt und einige weitere Dinge klären müssen. Nun bin ich mitten im Gründungsprozess des Unternehmens und es steht weiterhin viel Formelles und Administratives an, von Gaststättenunterrichtung bis hin zu steuerlichen Angelegenheiten. Und auch sonst  habe ich manchmal das Gefühl, mich etwas zu verzetteln, da ich nebenher auch ein wenig als Freelancer arbeite und eher zu viel Arbeit habe. Vor allem übersetze ich, ich mache aber auch alle möglichen anderen Dinge wie Korrekturlesen, Marketing, Sprachunterricht. Auch für eine coole Firma, die Apps zum Sprachenlernen entwickelt hat. Und das alles resultiert auch in einen festen Terminen, die ich unter der Woche wahrnehmen muss. Während der Zeit kann ich natürlich nichts selbst im Haus machen. Hinzu kommt, dass die Planerei von allem sowie sowie die Vorbereitung für Arbeiten für meine Helfer einfach Priorität haben, es soll ja was vorangehen. Aber ich will mich keinesfalls beschweren, gell? Ich bin überwältigt von dem lieben Besuch und der ganzen Hilfe, die ich bekommen habe und dem Interesse an meinem Projekt. Zudem ist mir auch klar geworden, dass ich das alles ganz alleine nie schaffen würde. Und heute habe ich mir sowohl einen Lauf um 11 Uhr morgens gegönnt als auch nachmittags 2,5 Stunden ganz in Ruhe für mich allein Tapeten abgelöst (so therapeutisch). Es ist also nicht so, dass ich für gar nichts mehr Zeit hätte.

Wann eröffnest du nun?

Ich werde öfters gefragt,  wie weit ich denn mit meinen Renovierungsarbeiten schon sei, wann ich die Lodge zu eröffnen gedenke oder auch ob ich denn schon die ersten Gäste beherberge (auf letztere Frage will ich am liebsten antworten: schau dir die Baustelle am besten Mal an…). Letztes Jahr hatte ich immer noch gesagt, ich hoffe, im Sommer 2016 eröffnen zu können. Trotzdem dass ich alles gebe und richtig viel Unterstützung bekomme, halte ich das derzeit nicht für realistisch. Aber auf der anderen Seite will ich die Eröffnung auch nicht auf unbestimmt hinauszögern. Auf keinen Fall. Ich will so schnell wie möglich hier Gäste empfangen können. Einerseits weil so viele Leute gerne kommen wollen (und ich will euch doch auch alle hier wiedersehen), andererseits sollte auch irgendwann mal wieder Geld reinkommen… Allerdings kann ich auf der derzeitigen Baustelle lebend nicht guten Gewissens Werbung für die Eröffnung meiner Lodge im Sommer machen (inkl. Eröffnungsfeier und Medienaufmerksamkeit). Daher ist mein jetziger Plan, Ende Sommer / Anfang Herbst hoffentlich soweit zu sein, dass es hier nicht mehr nach Baustelle aussieht und einige Zimmer vollständig fertig gestellt sind, sodass ich erste Gäste empfangen kann. Ich will die Werbung so eher passiv (nur durch Mund-zu-Mund-Werbung und den Internetauftritt, daher bitte weiter allen von meinem Projekt erzählen und meine Visitenkarten austeilen) anlaufen lassen und mich auch langsam in meine neuen Aufgaben als Gastgeberin hineinfinden. Wobei es auch sein kann, dass dadurch schon einiges los sein wird – mit Sicherheit kann ich es nicht sagen, dass ist die unternehmerische Ungewissheit (und ich finde das auch ziemlich spannend). Und für die Hochsaison 2017 mache ich dann richtig Werbung, wenn alles gut geht. Zusammengefasst: ich gebe alles, damit ich 2016 noch die ersten Gäste empfangen kann! Die Motivation ist ungebrochen. Für alle, die dieses Jahr noch als Gäste vorbeikommen wollen: Zögert nie, mich nach dem Fortschritt zu fragen. Wir bleiben in Kontakt. Und sobald ich Buchungen entgegennehme, werde ich das selbstverständlich ganz laut kundtun.

Ich drehe jetzt noch ne Runde durch’s Haus und bewundere insbesondere die abgelösten Tapeten in den zukünftigen Hauswirtschaftsräumen (was ich oben geschrieben habe, gilt auch für abgelöste Tapeten, das ist kein Scherz).

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Quite a few months have passed since I have been moving into my new home (in June 2015). Time for a short recap on my life here, the progress with respect to renovation and how I feel about all this. Sounds a little bit like a journal entry – and it might actually be something in this style.

The starting time in the Black Forest, when everything was new and there were thousands of new things to explore everywhere is over now. I have always been really excited when starting new somewhere in my life. And also this time, everything had developed absolutely in my favour for months. There’s no such thing as a dominant routine in my life right now as there is so much going on… but still, some processes have become normal and not everyday is that bright. But as a central summary, I can say that so far, I have at no point regretted having bought this house. I think that this is amazing. I am happy with my life here, want to keep living in this place and integrate even more.

It is all expensive, it takes a lot of time …. but it makes me happy!

All of you who warned me to buy a big, old house – you were all right: I didn’t really know what to expect, but anyway, everything turns out to be more expensive and it all takes longer than anticipated as well …BUT: I had also never thought that even the smallest progress at the house would bring this much joy to me. Let it be a newly painted wall, the cleared garage or the new washbasins or windows in the rooms. Everything I did on my own is of course even more special. Everytime I wallpaper or paint a room, I go back there in the evening to look if everything turns out alright and admire the progress. It might be comparable to the situation when you go to the room of your child again at night to watch it sleep and experience moments of absolute contentment and happiness.

I must say that sometimes I miss this feeling of freedom of the first weeks in the house when „fully immersing into renovating this old building and had not  many other obligations“. This time quickly went by. I soon started to write my business plan, raised funding, dealt with financing matters and had to get many other things sorted out. Now, I am in the middle of the founding process with lots of administrative and formal issues to deal with. And apart from this, I sometimes think that I dissipate my energies as there is so much to do. The main reason is that I have started to work as a freelancer from home a bit. Mostly translations, but also other things. And I am working for a company that creates apps to learn languages where I really like to work. But everything also results in fixed appointments. And I can’t work on my own at the house during this time. Further, there is all the planning of the renovation works and the preparation for helpers – all this is priority because I want things to progress. And I want to complain by no means, okay? I am overwhelmed by all the nice visitors, helpers and the interest in my project. This is amazing and I am fully aware that I would never be able to do this on my own. And today, I particularily have no reason to complain: I went for a run at 11 am and I removed wallpapers for 2.5 hours in the afternoon without any disturbance (so therapeutic). This proves that I do have some time left.

So, when will you open?

I am regularily asked how I progress with my works, when I plan to open the Lodge or if I already have guests (to the latter question I would like to reply: come and look at my construction site…). Last year, I had hoped that I’d be able to open in summer 2016. Despite doing what I can and all the help, I don’t think that this assumption is still realistic. But on the other hand, I don’t want to create the impression that the opening will be delayed to any date. No! I want to have guests here as soon as possible. On the one hand because so many people follow what’s going on here and want to come (and I really want to see you here), on the oher hand, I should make some money at some point… but living at this construction site at the moment, I can’t advertise the official opening (inclucing marketing, an opening party or getting media attention). My current plan therefore ist o hopefully be ready at the end of summer / beginning of autumn to be not living on a construction site any more and to having the first rooms entirely ready to welcome first guests. I rather want to start passively advertising-wise (through mouth-to-mouth referrals and the internet appearance – so please don’t stop to talk about my project and hand out my cards) and to slowly find myself into my new role as a host. It might be possible that there will already be a lot going on towards the end of the year – but I can’t say it for sure. This is called entrepreneurial uncertaintly (and I find it kind of exciting at the moment). And if everthing goes well, I plan to make publicity form the “Black Forest Lodge“ for the high season in 2017. In one sentence, I do my best to receive first guests in 2016! My motivation remains very high. And if you want to come this year as guests: don’t hesitate to ask about the progress. And I will announce it as soon as I take official bookings.

I’ll take a walk through the house now and admire the removed wallpapers in the future utility rooms (what I wrote above holds even true for removed wallpapers, no joke).