Menschlichkeit, ein Fremdwort? – Humanity, a foreign word?

Politics, Thought

Zum Thema Flüchtlinge höre und lese ich gerade so Vieles, über das ich mich ärgere, dass ich mich auch dazu äußern will. Zunächst einmal warne ich davor, alle über einen Kamm zu scheren. Es gibt nicht DIE Flüchtlinge, genauso wenig wie es DIE Europäer, DIE Frauen, DIE Alten, DIE Reichen gibt …. Wir sind alle Menschen. Und manche verhalten sich auch so. Ich finde es einfach nicht fair, erst mal jedem Flüchtling zu unterstellen, er sei gekommen, um sich in Deutschland auf Kosten der Deutschen zu bereichern (oder seit den Ereignissen in Köln, er sei ein Vergewaltiger). Es gibt viele Flüchtlinge, die aus purer Angst um ihr Leben aus einem Krisengebiet geflohen sind und Horrorgeschichten hinter sich haben. Da sollte sich jeder zunächst selbst fragen, wie er in so einer Situation handeln würde. Und wir als Deutsche, in einem Land, in dem Frieden herrscht, sollten einfach nur dankbar sein, dass uns solch ein Schicksal bisher erspart geblieben ist. Dies ist also als erstes ein Appell an die Menschlichkeit. Menschlichkeit gegenüber Leuten, die aus oft unmenschlichen Bedingungen aus ihrer Heimat geflohen sind.

Dann bin ich der Meinung, dass jeder, der sich in diesem Land integrieren will, auch die Chance dazu haben sollte. Dazu gehört zunächst das Lernen der Sprache und später auch, sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren. Aber auf der anderen Seite auch die Akzeptanz der Regeln und Werte unserer Gesellschaft, wie beispielsweise des Frauenbildes. Keine Frage, so vielen Menschen die deutsche Sprache beizubringen, Wohnraum bereitzustellen und sie auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren ist nicht einfach und braucht Zeit. Eine große Herausforderung. Aber es ist schlichtweg keine unmachbare Aufgabe. Und es kann eine Investition sein, die sich auch für uns als Deutsche in wirtschaftlicher Hinsicht lohnt: in Anbetracht der demografischen Struktur in Deutschland brauchen wir junge, arbeitswillige Leute. Also rein wirtschaftlich kann die Rechnung auch aufgehen. Und zum Wohnraum und der angeblichen Massen: bei einer Million Flüchtlinge und 80 Millionen Deutschen müsste sich nur jeder 80. Deutsche einem Flüchtling annehmen … die Kapazitäten sollten wir doch haben?

Wie oft musste ich mir anhören, ich würde zu den „Gutmenschen“ gehören, die „für Flüchtlinge sind“ oder „alle Flüchtlinge ganz toll fänden“. Erst mal hasse ich dieses In-Schubladen-Stecken und diese Schwarz-Weiß-Malerei (generell sehe ich darin leider die Quelle für viel Intoleranz und Rassismus auf der Welt). Und zweitens stimmt die Aussage einfach nicht. Mein Zwischenfazit  und mein Appell ist, schauen wir uns das Individuum an, bevor wir urteilen und geben denjenigen (sogar auch in unserem eigenen Interesse, nicht nur aus Menschlichkeit) eine Chance, die sich hier integrieren wollen. Nach meinem Gerechtigkeitsverständnis bin ich aber auch was die andere Seite angeht strikt und sage klipp und klar, dass die Menschen, denen die Regeln und Gesetzte hier erklärt wurden und die sich nicht daran halten, hier auch nichts verloren haben (ich gehe an dieser Stelle nicht auf die Rechtslage ein).

Überall gibt es freundliche und unfreundliche Menschen. Genauso wie es solche und solche Flüchtlinge gibt, gibt es auch solche und solche Deutsche. Hier reicht die Bandbreite von Mitbürgern, die Flüchtlingsheime anzünden zu solchen, die sich kümmern. Ich bin eigentlich auch die Diskussionen über das Thema leid, deshalb hatte ich auch erst gar nicht vor, dazu einen Blogartikel zu schreiben. Jetzt hatte ich aber doch das Bedürfnis. Meine Vorbilder bei dieser ganzen Thematik sind auf jeden Fall all die Leute, die nicht nur reden, sondern die sich engagieren und aktiv helfen. Neulich habe ich mit meinem Bruder darüber diskutiert, ob staatliche Gelder für Flüchtlinge erhöht werden sollten. Wir waren uns einig, dass dies nicht getan werden sollte, denn das könnte in manchen Fällen zu falschen Anreizen führen. Aber umso wichtiger wird es, dass wir Deutsche als Individuen für Individuen handeln, die gerade viel weniger haben als wir. Warum haben so viele Leute hier Angst, man könne ihnen was wegnehmen? Und hat doch bisher kein Flüchtling eingeschränkt und unseres Wohlstandes beraubt. All diese Leute haben in materieller Hinsicht so viel weniger als wir und warum ist es so schwer, ein wenig zu geben? Einfach auf die Leute zugehen, mit ihnen reden, ihre Geschichte hören und sie fragen, was sie gerade brauchen. Und es ihnen dann bringen! Das tut doch nicht weh sondern im Gegenteil, es macht doch oft glücklich, zu geben. Darin sehe ich Lösungen. Nicht in langem Sinnieren über die Thematik und schon mal gar nicht in der Hetze gegen Gruppen von Menschen aus anderen Ländern. Wo generell die Menschlichkeit bei so vielen Erdenbürgern abgeblieben ist – das bleibt für mich eine offene Frage. Manchmal rege ich mich wirklich auf, aber generell will ich nicht zu viel Energie darauf verschwenden, mich aufzuregen, sondern einfach versuchen, im Kleinen mit gutem Beispiel voranzugehen, ein freundlicher Mensch zu sein und mir persönlich mein trotzdem positives Menschenbild sowie den Glauben an das Gute im Menschen zu erhalten:

“You must not lose faith in humanity. Humanity is an ocean; if a few drops of the ocean are dirty, the ocean does not become dirty.”
Mahatma Gandhi

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I currently hear so much about the subject of refugees that makes me angry, that I want to make my statement to this now. First of all, I generally warn people to lump all together. There are not THE refugees, in the same way that there are not THE Europeans, THE women, THE old people, THE rich … we are all humans. And some of us behave like this. I just think that it’s not fair to first of all claim that every refugee came to get rich here at the expense of the Germans (or since the happenings in Cologne, that he is a rapist). There are many refugees who fled out of pure fear for their life from conflict areas and who had to undergo horrorstories. Before blaming anybody, one should ask himself first what he’d do if he was in such a situation. And we as Germans, who live in a peaceful country at these times, should be thankful that we have so far been spared the fate of a refugee. This article is hence first of all an appeal to humanity. Humanity towards people who often have fled from inhuman living conditions in their home countries.

I further take the view that everybody who wants to integrate in this country, should have the chance to do so. This includes learning the language and later to establish on the job market. But accepting the rules and values of our society (e.g. the role of women) also forms part of it. Teaching German to so many people, provide shelter and integrate them on the job market demands huge efforts, that’s no question. It’s not easy and takes time. But despite being a big challenge, this task is in my opinion not impossible. And it can be an investment that will pay off in economical terms for Germany: looking at the demographic structure of the society, we need young people in the country who are willing to work. So we could all benefit even economically from this situation. And with respect to living space: if 1 million refugees come to our country – we are  80 million Germans. That means that only every 80th person would have to care for a refugee in the beginning. Do we really not have the ressources for that?

I had to hear quite often that I’d be one of those „do-gooder“, who are „in favour of refugees“ or „like all refugees“. First of all, I generally hate this putting people into boxes and this black and white thinking (because I unfortunately see a huge source for intolerance and racism on this earth in it). And second, this statement is simply not true. My interim conclusion and my appeal are: let’s look at the individual person before making a judgement and let’s give a chance to those people who want to integrate (even in our own interest, not only for the cause of humanity). According to my understanding of justice, I am also strict with respect to the other side and am saying that those people, who have been explained the rules and laws here and who are not willing to stick to them, should have no right to be here (I won’t discuss the legal situation at this point).

Everywhere there are friendly and unfriendly people. As there are such and such refugees, there are such and such Germans. Here, we have citizens who burn the shelters of refugees and such people who care. I actually am kind of tired of discussing the topic and that’s why I did not intend to write a blog article about this topic. But I suddenly felt the desire to do so after all. My role models in this issue are those people who do not only talk, but who engage and help. I recently discussed with my brother if money from the state for refugees should be increased. We agreed that it shouldn’t because this might create the wrong incentives in some cases. But it therefore gets even more important, that we as Germans act as individuals for other individuals who currently have less that we do have. Why are so many Germans afraid that one could take something away from them? So far, no refugee has taken anything from us nor restricted us in our wealth. All these people have materially so much less than we do have, why is it so hard to give a little? Just approach them, hear their story, ask them what they need and give it to them! That does not hurt, in contrary, most of the times it makes happy to give. I see solutions in this approach. Not in pondering on the whole subject and worse, in stirring up hatred against groups of people from other countries. Where is humanity hiding, this remains an open question to me. Sometimes I get upset, but I generally do not want to waste too much energy on getting upset but to try to set a good example on a small scale by being a friendly person and keeping a positive attitude towards people despite everything and believe in man’s inherent goodness:

“You must not lose faith in humanity. Humanity is an ocean; if a few drops of the ocean are dirty, the ocean does not become dirty.”
Mahatma Gandhi

“Ein Leben” (“One life”) versus “Work-Life-Balance”

Thought
montravail

* Erklärung / explanation

Zu Beginn eine kurze Bemerkung, um Missverständnisse zu vermeiden: Mir ist bewusst, dass ich hier ein für manche Person in einer anderen Situation etwas heikles Thema anschneide. Vollbringt jemand harte Arbeit, weil er eine Familie ernähren muss und verdient dabei kaum ausreichend, dann mag mein Statement etwas unangebracht erscheinen. Aber ich schreibe diesen Blog aus meiner Perspektive, von jemandem, dem immer gesagt wurde: Du hast alle Möglichkeiten und kannst studieren und den Job wählen, den du willst – womit ich mir nicht so leicht tue, auch wenn es ein Privileg ist.

Als ich nach meinem Studium in der Bewerbungsphase war, fand ich das Konzept der Work-Life-Balance schon damals nicht besonders erstrebenswert. Ich war auf der Suche nach einem Job in einem Unternehmen, wo ich alles geben und weiterkommen konnte. Wenn ein potentieller Arbeitgeber damit warb, dass niemand Überstunden mache und um 17 Uhr praktisch niemand mehr im Büro sei, dann empfand ich das nicht attraktiv. Die langen Arbeitszeiten bei meinem ersten Job fand ich dann aber auch nicht lustig – weil mir die Arbeit keinen Spaß gemacht hat. Den Deal als Ganzen (inklusive der Work-Life-Balance) bei meinem zweiten Job fand ich schon eher akzeptabel – nur hat mir auch das nicht gereicht. Mein Ideal wurden die Leute, die ihre Arbeit lieben und das auch ausstrahlen. Und von diesen gibt es einige – zuletzt habe ich das Thema mit einer Buchhändlerin hier in Freudenstadt diskutiert, die vom Privileg erzählte, einer Tätigkeit nachgehen zu können, die man wirklich gerne macht.

Insbesondere auf meinen Reisen bin ich einigen Leuten begegnet, die in ihrem Leben schon 1000 Tätigkeiten nachgegangen sind, viel gesehen und erlebt haben, und dabei ausgeglichen und glücklich und finanziell keine Sorgen zu haben schienen. Auch auf dem Jakobsweg in Frankreich lernte ich einige Herbergsbesitzer kennen, die sich in der Saison einerseits gerne um Pilger kümmerten, aber sich auch rund um ihr Haus verwirklichten und werkelten und sich für eine Reihe anderer Dinge engagierten. Und auch sie alle schienen dabei glücklich und über die Runden zu kommen. Den Wunsch nach solch einem Leben hegte ich auch, zumindest wollte ich es ausprobieren. Und genau das tue ich jetzt. Ich genieße mein „eines Leben“, bei dem ich für mich arbeite und meinen Tag so strukturieren kann wie ich will (oder zumindest mit mehr Freiheiten als bei einem Vollzeitjob). Ich mache einfach jeden Tag an sämtlichen Fronten weiter (Haushalt, Renovieren, Planung des Umbaus, Finanzplanung, Putzen und Kochen für Besuch und Helfer, Sport, Übersetzen, um ein wenig Geld zu verdienen…). Bis jetzt ist mir auch noch nie die Decke auf den Kopf gefallen und das Nie-Fertig-Sein habe ich bei dem großen Haus auch akzeptiert. Ob mir das auch auf Dauer und wenn ich ständig Gäste im Haus haben werde noch so erstrebenswert scheint wie jetzt oder, ob ich doch das Heimkommen und fertig sein nach der Arbeit ein wenig vermissen werde, wird die Zeit zeigen. Für den Moment genieße ich mein buntes Leben und hoffe, dass mein Enthusiasmus für alles erhalten bleibt.

Das Thema mit der Work-Life-Balance versus einer Tätigkeit nachgehen, die einem so begeistert, dass man die Zeit vergisst und alles gibt ist auch in der Unternehmerliteratur ein großes Thema. Kein Wunder, da von Unternehmern in jedem Fall viel Einsatz abverlangt wird (was nicht heißt, dass das für Arbeitnehmer nicht gilt!). Hier das letzte inspirierende Video, das ich zu diesem Thema gesehen habe:

https://www.youtube.com/watch?v=tnxcDOD-NoY

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Let me start with a short comment to prevent misunderstandings: I am aware that I am touching a subject that might be delicate for one or the other person in a different situation. If somebody is working really hard (and maybe has several jobs) to feed a family and hardly makes ends meet, my statement might seem inappropriate. But I am writing this blog from my perspective and background: I have always been told that I had all possibilities, could study and choose any job I wanted – which proved not to be that easy for me, though it is a privilege.

When I start to apply for my first real job after university, the concept of work-life-balance did already at that point not seem particularily appealing to me. I had been searching for a job in a company, to which I could commit in an environment where I could progress. It sounded rather boring to me when a potential employer pointed out that after 5 p.m., nobody would be in the office anymore. Well, it turned out that I did not enjoy the long working hours during my first job either – because I did not like the job. I considered the deal of my second job as a whole (including the work-life-balance) as more acceptable. But not in the long term, as I was searching for more. My ideal have become those people who obviously love what their doing. And I met many of them. I recently spoke about this topic with a bookshop owner in Freudenstadt who told me about the privilege as she considers it to be doing something as a job that you really like.

When travelling, I have spoken to a lot of people who seemed to have done 1000 different activities and jobs, having seen and experienced a lot. And they seemed balanced, happy and not worried about their financial situation. As a pilgrim this winte, I met many French owners of an albergue where the same applied: they liked to meet pilgrims during the season and cared for them, but at the same time they were working around their house and doing their own things. And they seemed to be happy and making enough money to live as well. I wanted to try out the same – something that I am doing right now. I am enjoying my „one life“, working on my own and being able to structure my day as I want (more than with a fulltime job at least). I just keep on working on all fronts every day (household, renovation works, planning the works, finanical planning, cleaning and cooking for visitors and helpers, translating to earn some money…). So far so good, and I have accepted the never-being-finished-fact in the big house. I’ll see if this will hold true in the long run, as well when I will have guests all the time. Or if I will be missing coming home after work and being done for that day with work. For the moment, I keep enjoying my colorful life and hope that my enthusiasm will last.

The topic of the work-life-balance versus pursueing an activity your are fully passionate about and forget about time is a big one in literature on entrepreneurship. This is not surprising as entrepreneurs need to show real involvement in what they are doing (and this does by no means mean that this is not true for employees!). Here the last inspiring video I have watched:

https://www.youtube.com/watch?v=tnxcDOD-NoY

 

* Dieses Foto wurde auf dem Jakobsweg aufgenommen, als ich mit Hervé zusammen ein Stück pilgerte (Merci pour la photo, Hervé) und wir in ein winziges Dorf gelangten. Als wird das Schild mit dem Namen montravail (meine Arbeit auf Deutsch) sahen, mussten wir lachen. Ein älterer Mann trat vor die Tür und ergänzte: „Montravail ist besser als monrepos (meine Ruhe), denn in diesem Fall würde das Schild Richtung Friedhof zeigen.

* This picture has been taken on the Camino de Santiago when I was hiking with Hervé (Merci pour la photo, Hervé!) and we came through a tiny village. We had to laugh when we saw this sign montravail (meaning my work in English“). An elderly men started talking to us when we stopped and made the comment: „Montravail is better than monrepos (my rest), because in this case, the sign would show the direction to the cemetery.

Die Mär von allen Möglichkeiten – the fairy tale of having all possibilities

Poem, Thought

Vor einem Jahr hatte ich meinen Job bereits gekündigt, aber keine Ahnung, was ich in drei Monaten tun würde, nur sehr viele Ideen in meinem Kopf. Als ich mit verschiedenen Leuten über meine Situation sprach, habe ich oft den Satz gehört: „Du bist doch noch jung und hast alle Möglichkeiten.“ Irgendwann hab ich richtig allergisch darauf reagiert und geantwortet: „Na toll, wenn ich so weitermache, werde ich mit all den tollen Möglichkeiten sterben und was bringt mir das dann?“

Ich habe den Satz mit den vielen Möglichkeiten schon als Kind gehört (und Leute meines Alters sicher auch). Das ist natürlich in gewisser Hinsicht ein großer Luxus. Zum Beispiel war ich frei zu studieren, was auch immer ich wollte (zumindest fast), aber letztendlich musste ich mich für eine Sache entscheiden. Auch wenn ich heute sicher nicht wieder Volkswirtschaftslehre studieren würde, so würde mir die Wahl zwischen romanischen Sprachen, Bibliothekswissenschaften, Medizin, Mathe, Sport und Soziologie immer noch äußerst schwer fallen. Gut, ich habe mich eh gegen ein zweites Studium entschieden, da so ein Studium doch sehr in die Tiefe geht und ich jetzt lieber mehreren Aktivitäten nachgehen will, und das auch gerne auf die „learning by doing“-Art.

Deshalb bin ich auch so froh und irgendwie entspannt, dass ich ein Haus gekauft und mich niedergelassen habe. Da ich diese Entscheidung getroffen habe, kann ich weitermachen und wenigstens versuche und tue ich Dinge anstatt nur rumzusitzen.

Ich habe an diese Mär von allen Möglichkeiten jüngst gedacht, da ich nach langer Zeit versucht habe, ein auf dem Jakobsweg auswendig gelerntes Gedicht aufzusagen. Es hat sogar geklappt und das Gedicht ist für mich sehr besonders. Ich begegnete dem Gedicht zum ersten Mal auf einer Ausstellung zum Thema Entscheidungen in der Schweiz. Der Inhalt besagt das, was ich oben ausgeführt habe. Wenn man nichts macht, dann verschließen sich einem nach und nach Türen im Leben. Deshalb sollte man selbst aktiv und bewusst Entscheidungen treffen, basierend auf der Antwort auf die Frage, wofür man leben will.

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About a year ago, I had already quit my job, but no clue what I’d be doing three months later and just many ideas in my head. When talking with people about my situation, I regularily heard the sentence „you’re still young and you’ve got all possibilities“. After some time, I started to react allergic to ALL THESE POSSIBILITIES. My answer became: „So what, if I continue like this, I will die with all these great possibilites and won’t have done or changed a single thing.“

I (and probably more people of my age) have heard this since I’ve been a child. Of course also a big luxury in some way. I have been free to choose to study whatever I wanted, but in the end I had to decide for one thing. I would definitely not make the same choice again and study economics, but I’d still be interested in studying romanic languages, library science, medicine, mathematics, sports, sociology… anyway, I have decided not to study again as this is quite a time-intense project where you really have to focus on something and I prefer to pursue more interests and to learn by doing at the moment. This is also why I am so satisfied and somehow relieved with my choice to have bought a house and settled somewhere. Having taken this decision, I can go on, and at least I am trying and doing things and not only sitting somewhere talking.

I thought of this „fairy tale of all possibilities“ as I call it these days, when I tried to remember one of the poems I have learned by heart on my hike on the Camino. I still do remember it and it has become really special to me. I’ve read it for the first time at an exhibition about decision making in Switzerland. The content basically is that we can’t just let life go and think that all doors will remain open forever. Instead, we have to actively and consciously take decisions based on our answer to the question what we want to live for. Read it, please, if you know at least some German.

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WOFÜR WILL ICH LEBEN?

Du kannst dir nicht ein Leben lang 
die Türen alle offenhalten, 
um keine Chance zu verpassen. 
Auch wer durch keine Tür geht
und keinen Schritt nach vorne tut, 
dem fallen Jahr für Jahr die Türen, 
eine nach der anderen, zu. 

Wer selber leben will, 
der muss entscheiden: 
Ja oder Nein – 
im Großen und im Kleinen. 
Wer sich entscheidet, wertet, wählt 
und das bedeutet auch: Verzicht. 

Denn jede Tür, durch die er geht, 
verschließt ihm viele andere. 
Man darf nicht mogeln und so tun, 
als könne man beweisen, 
was hinter jener Tür geschehen wird. 

Ein jedes Ja – auch überdacht, geprüft – 
ist zugleich Wagnis und verlangt ein Ziel. 
Das aber ist die erste aller Fragen: 
Wie heißt das Ziel, an dem ich messe Ja und Nein? 
Und: Wofür will ich leben?
(Paul Roth)

Über männliche Arbeitskraft – about male working force

Renovation, Thought

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Wie ich im letzten Artikel einleitend beschrieben habe, bin ich wirklich beeindruckt davon, mit welchem Geschick alle bisherigen Helfer hier angepackt haben. Besonders beeindruckt bin ich jedoch von jedem männlichen Wesen, und das aus einem bestimmten Grund: Männer haben einfach mehr Kraft als Frauen.

Das wurde mir hier permanent bewusst. Beim Badezimmerumbau, als es darum ging, die alten Fliesen von der Wand zu schlagen, wollte ich unbedingt auch mal ausprobieren, wie weit ich mit der Schlagbohrmaschine komme. Sogar weiter als gedacht, ich hab ein paar Fliesen abbekommen. Wie bei allen Tätigkeiten ist die Herangehensweise, das Finden einer geeigneten Taktik und in diesem Fall der Ansatzpunkt des Hammers an der abzuschlagenden Fliese enorm wichtig. Mitdenken sollte man bei allem, was man tut. Sobald sich der Gedanke „wo rohe Kräfte sinnlos walten“ auftut, läuft etwas in die falsche Richtung. Aber als ich mit der Schlagbohrmaschine in der Hand dastand, hätte ich mir einfach gewünscht, doppelt so viel Kraft zu haben, da die ganze Sache dann noch viel mehr Spaß gemacht hätte …denn mit gezielt eingesetzter Kraft kann man(n) auf so einer Baustelle schon ziemlich weit kommen.

Alle Männer, die hier bereits mitangepackt haben, haben mich wie gesagt durch die Kombination aus überlegtem Handeln, Geschick und Kraft überzeugt. Die Männer aus meiner Familie, sowie die starken Helfer Anfang Zwanzig, aber auch der Spediteur, der die Badezimmerlieferung mit seinem Hubwagen (oder der „Ameise“, wie er sein Gerät liebevoll genannt hat) in meine Garage befördert hat, der Herr, der mir meinen Balkenmäher abgekauft und aus der Garage transportiert hat und nicht zuletzt der Nachbar, der mit dem Traktor den Schotter brachte (Traktorfahren kann hier fast jeder, nur jemand wie ich, der mit seinem kleinen Auto überfordert ist, der staunt dabei einfach).

So ist es für mich übrigens schnell selbstverständlich geworden, jeglichen männlichen Helfer im Haus zu bekochen und ihm auch hinterherzuputzen. Derweil kann sich dieser den nächsten schweren Tätigkeiten widmen und das ist so schlichtweg die effizienteste Lösung. Mein Ziel ist ja, dass hier was vorangeht. Auch wenn ich mit 16 Jahren noch behauptet habe, dass ich als emanzipierte Frau niiieee für einen Mann kochen würde, ist das für mich nun kein Thema mehr (abgesehen davon macht mir Kochen ja mittlerweile auch Spaß. Putzen … na ja). Und ich fühle mich trotzdem noch als emanzipierte Frau. Das heißt ja nicht, dass wir Frauen nicht noch andere Fähigkeiten haben, als einen Haushalt schmeißen zu können. Zudem bringt Frau sein auch viele Vorteile. Und davon mal abgesehen, fühle ich mich als Frau sehr wohl, allein schon weil ich gerne Kleider und Schmuck trage – deshalb würde ich Frau sein auch nicht gegen männliche Stärke tauschen wollen.

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As I wrote in the introduction of my last article, I am truly impressed by how skilled all my helpers have been so far. And I am especially impressed by all male persons who lent a helping hand for one particular reason: men are simply stronger than women.

I am constantly confronted with this matter of fact. For example during the bathroom conversion, when the old tiles had to be beaten off the walls, I was keen on trying out how far I’d come with the percussion drill. Further than I thought, I teared some tiles down. And as for all activities, the approach is imporant, finding the right strategy, like in this case, the starting point of the hammer in the right angle behind the tile. It’s always good to think before you start doing something. As soon as you get the impression „where premival forces rule“ (in German, there is the sentence: „wo rohe Kräfte sinnlos walten“), something goes into the wrong direction. Well, when I was standing there with the percussion drill, I just wished I was twice as strong, because this would have been a lot more fun. With targeted force, you can get far during renovation works.

All men who helped here impressed me with a combination of well-considered action, manual dexterity and force. Starting with my dad and my brother, to the strong I had here for a while at the beginning of their twenties, to the freight forwarder of my bathroom interior or the guy who bought and loaded my huge mower (for large meadows) on his transporter, and last but not least the neighbor who drove the tractor (this is normal here, but for someone like me who does not even fully control a small car, this is impressive).

Hence, it has become the most natural thing for me to cook for all male helpers, bring them coffee or water or to clean after them. They can continue with the hard work in the meantime. This is simply the most efficient solution. And I do have an interest that things go on over here. Even if at the age of 16, I used to claim that I’d never ever cook for a man as an emancipated woman. Now I do and still think that I am an emancipated woman (I even enjoy cooking by now … cleaning not that much, though). That does not mean that women do not have other abilities than taking care of a household. Plus, being a woman has a lot of advantages. And apart from this, I love being a woman, simply because I like to wear dresses and jewelry – I wouldn’t want to change this for being stronger.

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“Pursue what’s in your heart, and the universe will conspire to support you.” (Rich Roll)

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“Folge deinem Herzen, und das Universum wird sich verschwören, um dich zu unterstützen.” (Rich Roll)

„Es geht immer nur um’s Geld“ – wenn ich diese Aussage höre, fange ich an zu diskutieren, denn ich weigere mich, das zu akzeptieren. Es mag die Einstellung von manchen Leuten sein, von mir aus. Es gibt gerade im Geschäftseben auch oft Situation, in denen zwei Leute aufeinandertreffen, wobei es beiden Parteien darum geht, möglichst viel Geld zu machen – diese Rechnung kann aber nicht aufgehen.

Das extreme Gegenargument als Einwand habe ich oft gehört: Ohne Geld geht’s auch nicht. Ist mir völlig klar, ich kenne auch nicht nur schwarz und weiß, aber ich will gerne nach folgendem Prinzip leben:

„L’argent devrait être un moyen, pas un objectif. Sinon, c’est triste.“

(Geld sollte ein Mittel sein, kein Lebenszweck. Alles andere ist traurig)

Der Satz ist auf Französisch, weil ich ihn auf dem Jakobsweg mit Mitpilgern und Herbergsbesitzern ausgearbeitet und diskutiert habe. Leute, die genau das Leben, was mich inspiriert.

Ich gehe sogar weiter als zu sagen, dass Geld kein Selbstzweck sei. Es geht auch nicht um die Karriere um der Karriere willen, nicht um Networking des Networkings willen, nicht um’s Verhandeln des Verhandelns willen.

Ich war während und nach meines Studiums davon getrieben, Karriere zu machen – als Frau zu zeigen, dass ich mich in der Wirtschaftswelt hocharbeiten kann. Als ich aber keinen Sinn mehr hinter meiner Tätigkeit im Beruf gesehen habe, war auch meine Motivation sehr schnell weg, Karriere zu machen. Ich habe mich auch nie für eine große Networkerin gehalten und es eher als ein Manko angesehen. Habe ich mich für ein Thema aber wirklich interessiert, habe ich aber immer automatisch versucht von erfahrenen Leuten zu lernen, den Austausch gesucht und wertvolle Kontakte geknüpft – egal ob man es nun Networking nennt oder nicht. Und genauso beim Verhandeln, ich glaube nicht daran, dass man hart verhandeln muss, um auf die Einleitung dieses Artikels zurückzukommen.

Aus diesen Sätzen soll keine Nativität sprechen, sondern meine bisherige Erfahrung (von zugegebenermaßen noch kurzer Dauer), dass wenn man seine Ziele mit rechtschaffenen Motiven verfolgen will, einen Sinn hinter dem sieht was man tut, dann bringt man automatisch auch die Begeisterung dafür rüber und dann ist das alles gar nicht mehr nötig – und die Dinge kommen viel einfacher in Bewegung. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass es alles so viel einfacher geht, seit ich meine Ziele, Begeisterung ausstrahle. Ich kann voll und ganz ich selbst sein.

Alle möglichen Dinge haben sich für mich in den letzten Monaten so günstig entwickelt, dass ich meine Glückssträhne manchmal kaum fassen kann. Leute aus dem Dorf unterstützen mich, Familie und Freunde auch. Und alle, mit denen ich zu tun hatte – ich habe bei keiner meiner Anschaffungen das Gefühl gehabt, über’s Ohr gehauen zu werden.

Ich weiß, dass wenn man ein altes Haus kauft oder ein Unternehmen gründet, es so manch böse Überraschung geben kann. Kann bei mir alles noch kommen, bisher gab es nur anstrengende Momente, keine Katastrophen.

Noch eine letzte Anmerkung: ich spreche auf diesem persönlichen Blog aus meiner Perspektive mit meinem Hintergrund. Ich will nicht, dass mich jemand falsch versteht, der hart für sein Geld arbeiten muss, um das Nötigste für sich und seine Familie zu erarbeiten mit dem Satz „es geht nicht immer nur um’s Geld“. Ich habe Respekt vor all diesen Menschen und halte unsere Systeme in vielen Punkten nicht für gerecht, wie der regelmäßige Leser meines Blogs bereits herausgelesen haben sollte. Das ist aber ein anderes Thema. Zum Schluss nochmal ein passendes Zitat von einem interessanten Menschen und Autor:

“Wenn man zuversichtlich seinen Träumen folgt, und sich bemüht, so zu leben, wie man es sich vorgestellt hat, wird man unerwartet von Erfolg gekrönt. ”

(Henry David Thoreau)

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“Pursue what’s in your heart, and the universe will conspire to support you.” (Rich Roll)

„It’s all about the money“ – if I hear that statement, I start to discuss, because I refuse to accept this. It may be the conviction of some people. And there are a lot of situations in business life where people thinking like this meet and where both parties only aim to make as much money as possible – but this calculation can’t hold.

I know the extreme counterargument of my thesis and I have heard it a lot: It doesn’t work either without money. I totally agree, and I don’t see everything in black and white only, but I would like to live according to the following princible:

„L’argent devrait être un moyen, pas un objectif. Sinon, c’est triste.“

(Money should be a means, not a destination. Otherwise, it’s sad)

I wrote this sentence down in French, as I have elaborated and discussed it during my pilgrimage in France with several fellow pilgrims and hostel owners. People who are living what inspires me.

I even go further than saying that money is not an end in itself: it‘ not about a career for the sake of the career, not about networking for the sake of networking, not about negotiating for the sake of negotiating.

During and after my studies I have been driven by the wish to climb fast on the career ladder – to prove that I am able to do this as a woman in the business world. But when I had realized that I did not see any sense any more in  my job, my motivation has immediately been blown away. Further, I never saw myself as a big networker. On the contrary, I rather saw this as one of my deficits. But on the other hand, everytime I have been really interested in something, I have automatically tried to learn from more experienced people, have searched for the exchange with others and established valuable contacts – you may call it networking or not. The same holds true for negotiating, I don’t believe that you need to negotiate toughly to achieve something, to come back to the introductory quote of this article.

I don’t want to sound naive, but my previous experience (I admit it is a short one from the last months) has shown that if you pursue your goals with upright motives and see a sense behind what you are doing, you immediately communicate your enthusiasm and everything else is not necessary any more – things happen mor easily. At least this is my personal impression – I can completely be myself right now.

Things have developed in such a positive way for me lately that I can sometimes hardly believe my period of luck. People from the village support me, my family and friends and everybody I dealt with. It never felt like somebody cheated on me.

I know there might be some bad surprises (there are risks when you buy an old house and start a business), but so far there have been only tough moments, no catastrophes.

One more comment: This is a personal blog and I speak from my perspective with my background. I don’t want somebody who needs to work hard to afford basic things for himself and his family to get me wrong. I have a lot of respect for all these people and you might have read already that I do criticise how things work in many points – but this is another subject.

To close this article, I have one more quote by an interesting person and author:

“If one advances confidently in the direction of his dreams, and endeavors to live the life which he has imagined, he will meet with a success unexpected in common hours. ”

(Henry David Thoreau)

Verantwortung übernehmen – taking responsibility

Entrepreneurship, Thought

responsible 2

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In meinem Artikel „Der Bezug zu dem, was ich tue und konsumiere“ habe ich mich vor allem auf den „Konsum-Teil“ konzentriert, weshalb ich nun noch ein paar Worte zum „Tun-Teil“ verlieren werde. Dem liegt der gleiche Gedanke zugrunde, nämlich dass ich das Gefühl habe, dass in unserer modernen, komplexen Welt viele Leute den Bezug zu dem, was sie täglich tun, verloren haben. Auch auf beruflicher Ebene, in den Jobs, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und bei der Arbeit verbringen die meisten von uns den Großteil ihrer Lebenszeit! Eine Gesellschaft in der es Arbeitsteilung gibt, ein Erbe aus dem Industrialisierungsprozess, hat auch positive Aspekte, aber ich denke, dass wir es in mancher Hinsicht zu weit getrieben haben. Wenn man die meiste Zeit für jemand anderen arbeitet, aber gar nicht mehr versteht, worum es eigentlich geht und nur ein kleines Rädchen in einem riesigen Konstrukt ist, verliert man den Bezug zu dem, was man tut. Es besteht folglich die Gefahr, dass einem alles egal wird und dass man sich auch nicht verantwortlich für das fühlt, was man tut. Und sobald das für ein paar oder einige Leute in einer Organisation der Fall ist, können Dinge außer Kontrolle geraten – unabhängig von der Position in der Hierarchieebene (ich will das jetzt nicht näher ausführen, nur das Stichwort „letzte Finanzkrise“ einwerfen).

Daher mache ich die Aussage, dass Firmen zu groß werden können. Hinter jedem Unternehmen, das zu einem Weltmarktführer geworden ist, steckt unbestritten eine gute Idee und ein tolles Geschäftsmodell. Aber ab einer bestimmten Firmengröße überwiegen die Nachteile. Ich habe den Eindruck, dass Manager großer Firmen keinen Bezug mehr zu den strategischen Entscheidungen haben, die sie treffen, sofern sie nur zum Managen und Heranscheffeln von mehr Geld eingestellt wurden. Das gleiche gilt übrigens, wenn auf eine oder mehrere beim Staat angestellte Personen zu viel Macht konzentriert ist. Öffentliche Gelder werden so leicht ausgegeben und zum Fenster hinausgeschmissen. Menschen verhalten sich anders, wenn sie ihr eigenes Geld ausgeben und direkt mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontiert werden. Und deshalb fasziniert mich das Konzept des Unternehmertums so sehr. Ein Unternehmer fängt normalerweise klein an, oft nur mit einer Idee. Und er hat einen Bezug zu dem, was er tut. Er tut es mir Leidenschaft und vollem Einsatz – aus idealistischen Gründen aber eben auch weil seine Existenz von seinem Handeln abhängt.

Und anstatt eine Karriere in einem großen Unternehmen anzustreben (was ja seit der Schulzeit mein Antrieb war), habe ich mich nun für den Weg entschieden, irgendwo klein anzufangen. Aber mit dem Wissen um die Freiheit, nach meinen Prinzipien handeln zu können. Und ich will Verantwortung übernehmen – für Dinge, die ich hoffentlich kontrollieren kann.

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In my article „The relation to what I do and consume“, I have focused on the „consuming part“. And now, I want to say a few words about the „doing part“. The same reasoning lies behind, I do have the feeling that in this modern and complex world, many people have lost the relation to what they are doing on a daily basis, also on a professional level, in their job to earn a living. And this is what most of us spend most of their time on! Division of labour, a heritage from the process of industrialization, does have positive aspects, but I think, in some cases, we have taken it much too far. If you spend most of your time working for somebody or something and you are not able to get the whole picture anymore, you are just a small part of an intangible big thing, you automatically lose the relation to this. And as a consequence, the danger is that you do not care, you do not feel responsible any more for what you are doing. And if this holds true for a few or many people in an organization, things can get out of control – independent of their role or position in the hierarchy (I do not want to go into details of this, but just think of the last financial crisis).

That’s why I make the statement that companies can become too big. There is a great idea and business model behing every company that has been able to grow to a world market leader. But still, at some point, you can observe that negative aspects of it prevail. I have the impression that managers of big companies have no relation to the strategic decisions they take if they are just employed for the sake of managing and growing/making more money. The same applies if too much power is concentrated on one or a few persons who work for the government. Public money is spent and wasted so easily. Because people act differently if they spend their own money and are directly confronted with the consequences of their decisions. That’s why I am so font of the idea of entrepreneurship. An entrepreneur usually starts small, with an idea. He is related to what he does, passionate and he cares – for idealsistic reasons but also because his existence often depends on how he acts.

And instead of aiming for a career in a big company (this has been my motivation during the last 10 years until I quit my job), I have chosen to try out the way to start small somewhere, but having the freedom to act according to my own principles. And I want to take responsibility – for the things I can hopefully control.