Gedanken aus meinen Lieblingsbüchern – Thoughts from my favourite books

Thought

Hütte

Die Außenfassade meines Hauses ist bereits nicht mehr wiederzuerkennen und ich bin völlig verzückt – ich kann’s ja kaum erwarten, hier Bilder zu zeigen, habe mich allerdings entschieden zu warten, bis alles fertig ist. Dafür braucht es noch ein wenig Geduld… In der Zwischenzeit daher ein Beitrag zu einem meiner Lieblingsbücher, welches durch vielerlei Gedanken nie an Aktualität verloren hat. Es handelt sich um “Into the Wild” von Jon Krakauer. In dem Buch geht es um die Geschichte eines jungen Mannes, Christopher McCandless, der sich alleine auf den Weg nach Alaska machte und dort einsam in der Natur, ja sogar in der Wildnis, jenseits der Gesellschaft lebte. Ein Leben in Freiheit. Aber eine Lektion ist, dass diese ihren Preis hat. McCandless bezahlte dafür mit seinem Leben… Die Geister scheiden sich, ob der Aussteiger nun mutig war und sich durch sein Erbe in Form seiner Aufschriebe und Geschichte unsterblich gemacht hat, oder ob der Typ einfach nur naiv oder gar wahnsinnig war. Ich gehöre zur ersteren Gruppe kann mich mit vielen seiner Gedanken und Bestrebungen sowie Kritik an der Gesellschaft identifizieren, weshalb McCandless in gewissen Punkten ein Vorbild darstellt (in seiner Schulzeit war er zudem ein ambitionierter Läufer). Beim Lesen des Buches habe ich mir einige Passagen angestrichen, die es meiner Meinung nach wert sind, hier geteilt zu werden (auf Englisch klingen die ganzen Zitate viel schöner, also einfach unten in der englischen Version lesen oder nochmals lesen, je nach Englischkenntnissen). Meine Zitatesammlung mag bunt zusammengewürfelt sein, aber für mich ist sie vor allem eines: inspirierend. Und vielleicht für den ein oder anderen Leser auch?

Zuerst der beste Tipp zum Reisen:

  • Gib als generelle Regel so wenig wie möglich aus, und du wirst es viel mehr genießen.

Passend in meiner Situation vor der Kündigung meines Jobs (als ich das Buch las) und noch immer:

  • Ich halte Karrieren für eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und ich will keine.
  • Just get out and do it.
  • So viele Leute sind unglücklich mit ihren Lebensumständen, und dennoch ergreifen sie nicht die Initiative, ihre Situation zu ändern, weil sie auf ein Leben in Sicherheit, Konformität und Konservatismus konditioniert sind, was zwar Seelenfrieden verschaffen mag, aber in der Realität gibt es nichts Gefährlicheres für den Geist eines Mannes als eine sichere Zukunft. Die Grundlage des Lebensgeistes eines Mannes liegt in seiner Leidenschaft für das Abenteuer

Ich bin manchmal gerne allein, ziehe Alleinsein schlechter Gesellschaft in jedem Fall vor – bin mir aber dennoch voll und ganz bewusst, wie sehr ich sie auch brauche und suche. Und für dieses Paradoxon spricht mir McCandless aus der Seele:

  • Es stimmt, dass ich intelligente Gesellschaft vermisse, aber es gibt so Wenige, mit denen ich die Dinge teilen kann, die mir so viel bedeuten, sodass ich gelernt habe, mich zu enthalten. Es genügt, dass ich von Schönheit umgeben bin.
  • Wir mögen Gesellschaft, aber wir halten es nicht lange unter Menschen aus. Deshalb gehen wir raus und verirren uns, kommen dann wieder für eine Weile zurück, und brechen schließlich wieder auf.

Und noch was zu Glück und einem Lebensentwurf, der auch wieder meinem sehr nahe kommt:

  • Ich werde dieses Leben noch für eine Weile leben. Die Freiheit und einfache Schönheit sind einfach zu gut.
  • Ich habe viel durchgemacht und ich glaube, jetzt habe ich gefunden, was ich zum Glück brauche. Ein stilles zurückgezogenes Leben in unserer ländlichen Einsamkeit und die Möglichkeit, den Menschen Gutes zu tun, den man leicht Gutes tun kann und die so wenig daran gewöhnt sind. Eine Arbeit von der man sich einen Nutzen verspricht. Für immer Ruhe, Natur, Bücher, Musik, die Liebe zu seinen Nächsten. Das ist meine Vorstellung vom Glück. Und zu alldem, noch dich, als meine Lebensgefährtin, vielleicht auch Kinder. Was kann das Herz eines Menschen noch mehr wollen?

Wer mich ein wenig kennt, ist sicher nicht verwundert zu lesen, warum mich dieses Buch begeistert. Ich spreche auch eine Leseempfehlung aus. Der Film ist übrigens auch absolut sehenswert.

Und nun die Überleitung zu einem weiteren Buch. McCandless las in der Einsamkeit die Bücher von Henry Thoreau, einem amerikanischen Schriftsteller und Querdenker aus dem 19. Jahrhundert. Mit 27 (lustiger Zufall: genau das Alter, in dem ich meinen Job auch gekündigt habe) gab er seine Tätigkeit als Lehrer auf, baute sich in einem Grundstück mitten im Wald eine kleine Hütte und lebte dort für eine Weile zurückgezogen und sehr einfach. In seinem Werk “Walden – oder leben in den Wäldern” berichtete er darüber. Als ich im letzten Jahr in den SchwarzWALD zog, fand ich, dass es der richtige Zeitpunkt war, dieses Buch auch noch zu lesen. Insbesondere die Gedanken von Thoreau zu einem Streben nach Einfachheit und einer minimalistischen Lebensweise aus dem 19. Jahrhundert sind im 21. Jahrhundert noch ebenso gegenwärtig wie in der Geschichte, das finde ich faszinierend. Ein paar schreibe ich raus, das Buch ist aber voll von viel mehr tollen Gedanken … auch hier: lest es!

  • Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was nicht Leben war; das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig. Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht leben war, in die Flucht geschlagen wurde.
  • Die Verwöhnten und Verschwender sind es, die die Mode bestimmen, der die Masse so eifrig folgt… Ich sitze lieber allein auf einem Kürbis, als zwischen andere gezwängt auf einem Samtkissen.
  • Der Sinn für das Schöne aber wird am besten im Freien geweckt, wo es kein Haus und keinen Hausbesitzer gibt.
  • Ich ergriff manches, verwarf anderes, am höchsten aber schätzte ich meine Freiheit.
  • Ich bin gerne allein. Niemals fand ich geselligere Gesellschaft als die Einsamkeit.
  • Es ist eine überraschende und bemerkenswerte, aber auch wertvolle Erfahrung, sich zu irgendeiner Zeit im Wald zu verirren.
  • Fischer, Jäger und Holzfäller, die ihr Leben in Feldern und Wäldern verbringen, die in gewissem Sinne ein Teil der Natur selbst sind, vermögen oft, wenn sie von ihrer Arbeit ausruhen, tiefer das Wesen der Natur zu erfassen als Philosophen oder gar Dichter, die sich ihr mit Erwartungen nähern.
  • Nur die Güte ist eine sichere Kapitalanlage.
  • Anstatt Liebe, Berühmtheit oder Geld oder Vertrauen oder Fairnessgebt mir Wahrheit.
  • Strebt nicht so sehr danach, Neues zu erwerben, seien es Kleider oder Freunde.
  • Am Mark ist das Leben am Süßesten.
  • Wenn man zuversichtlich seinen Träumen folgt, und sich bemüht, so zu leben, wie man es sich vorgestellt hat, wird man unerwartet von Erfolg gekrönt.

Ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit … etwas, das ich auch im Zuge meines Projektes hier leben will. Auch wenn ich mich in der Realität in neue Abhängigkeiten begeben habe und praktisch bei jeder Entscheidung Kompromisse eingehen muss. Aber genau aus diesem Grund lese ich gerne Bücher wie die oben zitierten, um daran erinnert zu werden, dass man auch anders leben kann. Und dass unsere Lebensweise trotz unserer alltäglichen Verpflichtungen und Zwängen zu einem guten Teil in unserer Hand liegt.

Weg

The facade of my house looks completely different by now – and I am totally enchanted. I can’t wait to report about it on this space, but I have decided to wait until the works are finished. Some patience needed…. In the meantime, I’ll talk a bit about one of my favourite books ever which never lost in significance due to many different thoughts I can so much relate to. The book is “Into the Wild” by Jon Krakauer. It is about the true story of a young man, Christopher McCandless, who went on his own to Alaska and lived there alone in the nature, even in the wilderness far from society. A life in freedom – but one lesson is that freedom has its price. McCandless paid for it with his life. Opinions differ sharply if the dropout has been brave and left a legacy through writing down his story and thoughts or if he has just been naive or crazy. Well, I can identify with lots of his thoughts and aspirations and his critical attitude towards society and that’s why McCandless is in some ways a role model for me (plus, he has been an ambitious runner at school). While reading the book, I highlighted a lot of passages which are worth being shared in my opinion. My collection of quotes might be random, but above all, it is inspiring for me. And maybe for one or the other reader as well?

First, the best advice for travelling:

As a general rule, spend as little as possible and you will enjoy it much more immensely.

Very relevant before I quit my job (when I read the book) and still now:

  • Franz, I think careers are a 20th century invention and I don’t want one.
  • Just get out and do it.
  • So many people live within unhappy circumstances and yet will not take the initiative to change their situation because they are conditioned to a life of security, conformity, and conservatism, all of which may appear to give one peace of mind, but in reality nothing is more dangerous to the adventurous spirit within a man than a secure future. The very basic core of a man’s living spirit is his passion for adventure.

I love to be alone from time to time. And I generally prefer no company to bad company – but still, I sometimes need and want company as well. McCandless finds the exactly right words for this paradoxon:

  • It is true that I miss intelligent companionship, but there are so few with whom I can share the things that mean so much to me that I have learned to contain myself. It is enough that I am surrounded with beauty…
  • We like companionship, see, but we can’t stand to be around people for very long. So we go get ourselves lost, come back for a while, then get the hell out again.

And a quote about happiness and life plans:

  • I am going to live this life for some more time. The freedom and simple beauty of it is just too good to pass up.
  • I have lived through much, and now I think I have found what is needed for happiness. A quiet secluded life in the country, with the possibility of being useful to people to whom it is easy to do good, and who are not accustomed to have it done to them; then work which one hopes may be of some use; then rest, nature, books, music, love for one’s neighbor—such is my idea of happiness. And then, on top of all that, you for a mate, and children perhaps—what can more the heart of man desire?

Everyone who knows me a little is probably not surprised to read that I like the mentioned book. And I highly recommend reading it. By the way, the movie is brilliant as well.

And this is now the transition to another book. McCandless read Henry Thoreau, an American author and unconventional thinker of the 19th century. At age 27 (exactly the age I had quitting my job), he stopped his activities as a teacher, built a little cabin in the middle of the forest to live a secluded and simple life there. In his work “Walden – life in the woods“, he writes about it. Having moved to the Black FOREST last year, I thought that this was a good point in time to read a book with this title. Not surprisingly, I found a lot of wise and fascinating quotes in it as well. A person thriving for independence and a minimalistic lifestyle – a topic being as much up to date in the 21st century as in the 19th. Here are the quotes, though the book is full of a lot more interesting thoughts… same here: best to read it yourself!

  • I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived.  I wanted to live deep and suck out all the marrow of life, to live so sturdily and Spartan-like as to put to rout all that was not life, to cut a broad swath and shave close, to drive life into a corner, and reduce it to its lowest terms, and, if it proved to be mean, why then to get the whole and genuine meanness of it, and publish its meanness to the world.
  • I would rather sit on a pumpkin and have it all to myself, than be crowded on a velvet cushion.
  • I love to be alone. I never found the companion that was so companionable as solitude.
  • It is a surprising and memorable, as well as valuable experience, to be lost in the woods any time.
  • Fishermen, hunters, woodchoppers, and others, spending their lives in the fields and woods, in a peculiar sense a part of nature themselves, are often in a more favorable mood for observing her, in the intervals of their pursuits, than philosophers or poets even, who approach her with expectation.
  • Goodness is the only investment that never fails.
  • Rather than love, than money, than fame, give me truth.
  • Do not trouble yourself much to get new things, whether clothes or friends.
  • If one advances confidently in the direction of his dreams, and endeavors to live the life which he has imagined, he will meet with a success unexpected in common hours.

A free and independent life … something I also aim to live as part of my project. And this, even though in reality, I have placed myself in a situation of new dependencies through it and need to make compromises practically every time I take a decision (I am fully aware of that by now). But exactly for this reason I like to read books like the above quoted ones, to be reminded that you actually can live in a different way. And that our lifestyle is to a large extent in our hands, despite all these everyday obligations and compulsions we have.

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