Eine Zwischenbilanz und ein Ausblick – a short recap and an outlook

Thought

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Nun sind seit meinem Einzug ins Eigenheim (im Juni 2015) schon einige Monate vergangen. Zeit für eine Zwischenbilanz über mein Leben hier, die Fortschritte beim Renovieren und wie es mir bei allem geht. Klingt ein wenig nach Tagebucheintrag – irgendwie ist es das auch.

Die Anfangszeit, während der alles neu ist und tausend Dinge überall zu entdecken sind, ist nun vorbei. Ich hatte immer einen richtigen Höhenflug, wenn ich an einem Ort neu begonnen habe, und so war es diesmal auch. Es lief auch für Monate alles wie am Schnürchen und die Dinge entwickelten sich nur positiv für mich. Mittlerweile kann man auch noch lange nicht davon sprechen, dass die Routine in meinem Alltag die Oberhand gewonnen hat, dafür tut sich noch viel zu viel. Aber gewisse Abläufe sind doch etwas normaler geworden, und es war auch nicht jeder Tag ohne Ausnahme rosarot hier. Dennoch kann ich als erstes zentrales Resümee sagen, dass ich diesen Hauskauf bisher wirklich zu keinem Zeitpunkt bereut habe. Ich finde das erstaunlich (ich hätte gedacht, so ein Moment kommt früher mal) und freue mich über diese Tatsache. Ich bin mit meinem Leben hier glücklich und will auch an diesem Ort bleiben, mich weiter einleben und integrieren.

Es ist alles teuer, es zieht sich …. aber es macht glücklich!

Ja, ihr, die mich gewarnt hattet, ein großes, altes Haus zu kaufen – ihr hattet alle recht: Ich hatte zwar keine wirkliche Vorstellung von dem, was mich erwartet, aber es ist trotzdem alles teurer als angenommen und es dauert auch alles länger …. ABER: ich hätte nie gedacht, dass mich jeder noch so kleine Fortschritt am Haus mit einer solchen Freude erfüllt. Von der frisch gestrichenen Wand, über die aufgeräumte Garage zum neu eingebauten Waschbecken oder Fenster. Und am schönsten ist es natürlich, wenn ich etwas selbst gemacht habe. Selbst wenn ich nur einen Raum tapeziert oder gestrichen habe, dann gehe ich abends nochmal an den Ort meines Schaffens, lasse ihn auf mich wirken und schaue, ob alles in Ordnung ist. Es ist wohl vergleichbar mit der Situation, wenn man abends nochmal ins Zimmer seines Kindes geht, ihm beim Schlafen zuschaut und Momente der absoluten Zufriedenheit und des Glücks erlebt.

Was ich ein wenig schade finde ist die Tatsache, dass sich das große Freiheitsgefühl der ersten Wochen im Sinne von „ich kann mich voll und ganz ins Renovieren eines alten Hauses stürzen und habe kaum andere Verpflichtungen“ ziemlich schnell relativiert hat. Schon ganz bald habe ich intensiv am Businessplan geschrieben, Fördergelder beantragt, mich mit Finanzierungsfragen beschäftigt und einige weitere Dinge klären müssen. Nun bin ich mitten im Gründungsprozess des Unternehmens und es steht weiterhin viel Formelles und Administratives an, von Gaststättenunterrichtung bis hin zu steuerlichen Angelegenheiten. Und auch sonst  habe ich manchmal das Gefühl, mich etwas zu verzetteln, da ich nebenher auch ein wenig als Freelancer arbeite und eher zu viel Arbeit habe. Vor allem übersetze ich, ich mache aber auch alle möglichen anderen Dinge wie Korrekturlesen, Marketing, Sprachunterricht. Auch für eine coole Firma, die Apps zum Sprachenlernen entwickelt hat. Und das alles resultiert auch in einen festen Terminen, die ich unter der Woche wahrnehmen muss. Während der Zeit kann ich natürlich nichts selbst im Haus machen. Hinzu kommt, dass die Planerei von allem sowie sowie die Vorbereitung für Arbeiten für meine Helfer einfach Priorität haben, es soll ja was vorangehen. Aber ich will mich keinesfalls beschweren, gell? Ich bin überwältigt von dem lieben Besuch und der ganzen Hilfe, die ich bekommen habe und dem Interesse an meinem Projekt. Zudem ist mir auch klar geworden, dass ich das alles ganz alleine nie schaffen würde. Und heute habe ich mir sowohl einen Lauf um 11 Uhr morgens gegönnt als auch nachmittags 2,5 Stunden ganz in Ruhe für mich allein Tapeten abgelöst (so therapeutisch). Es ist also nicht so, dass ich für gar nichts mehr Zeit hätte.

Wann eröffnest du nun?

Ich werde öfters gefragt,  wie weit ich denn mit meinen Renovierungsarbeiten schon sei, wann ich die Lodge zu eröffnen gedenke oder auch ob ich denn schon die ersten Gäste beherberge (auf letztere Frage will ich am liebsten antworten: schau dir die Baustelle am besten Mal an…). Letztes Jahr hatte ich immer noch gesagt, ich hoffe, im Sommer 2016 eröffnen zu können. Trotzdem dass ich alles gebe und richtig viel Unterstützung bekomme, halte ich das derzeit nicht für realistisch. Aber auf der anderen Seite will ich die Eröffnung auch nicht auf unbestimmt hinauszögern. Auf keinen Fall. Ich will so schnell wie möglich hier Gäste empfangen können. Einerseits weil so viele Leute gerne kommen wollen (und ich will euch doch auch alle hier wiedersehen), andererseits sollte auch irgendwann mal wieder Geld reinkommen… Allerdings kann ich auf der derzeitigen Baustelle lebend nicht guten Gewissens Werbung für die Eröffnung meiner Lodge im Sommer machen (inkl. Eröffnungsfeier und Medienaufmerksamkeit). Daher ist mein jetziger Plan, Ende Sommer / Anfang Herbst hoffentlich soweit zu sein, dass es hier nicht mehr nach Baustelle aussieht und einige Zimmer vollständig fertig gestellt sind, sodass ich erste Gäste empfangen kann. Ich will die Werbung so eher passiv (nur durch Mund-zu-Mund-Werbung und den Internetauftritt, daher bitte weiter allen von meinem Projekt erzählen und meine Visitenkarten austeilen) anlaufen lassen und mich auch langsam in meine neuen Aufgaben als Gastgeberin hineinfinden. Wobei es auch sein kann, dass dadurch schon einiges los sein wird – mit Sicherheit kann ich es nicht sagen, dass ist die unternehmerische Ungewissheit (und ich finde das auch ziemlich spannend). Und für die Hochsaison 2017 mache ich dann richtig Werbung, wenn alles gut geht. Zusammengefasst: ich gebe alles, damit ich 2016 noch die ersten Gäste empfangen kann! Die Motivation ist ungebrochen. Für alle, die dieses Jahr noch als Gäste vorbeikommen wollen: Zögert nie, mich nach dem Fortschritt zu fragen. Wir bleiben in Kontakt. Und sobald ich Buchungen entgegennehme, werde ich das selbstverständlich ganz laut kundtun.

Ich drehe jetzt noch ne Runde durch’s Haus und bewundere insbesondere die abgelösten Tapeten in den zukünftigen Hauswirtschaftsräumen (was ich oben geschrieben habe, gilt auch für abgelöste Tapeten, das ist kein Scherz).

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Quite a few months have passed since I have been moving into my new home (in June 2015). Time for a short recap on my life here, the progress with respect to renovation and how I feel about all this. Sounds a little bit like a journal entry – and it might actually be something in this style.

The starting time in the Black Forest, when everything was new and there were thousands of new things to explore everywhere is over now. I have always been really excited when starting new somewhere in my life. And also this time, everything had developed absolutely in my favour for months. There’s no such thing as a dominant routine in my life right now as there is so much going on… but still, some processes have become normal and not everyday is that bright. But as a central summary, I can say that so far, I have at no point regretted having bought this house. I think that this is amazing. I am happy with my life here, want to keep living in this place and integrate even more.

It is all expensive, it takes a lot of time …. but it makes me happy!

All of you who warned me to buy a big, old house – you were all right: I didn’t really know what to expect, but anyway, everything turns out to be more expensive and it all takes longer than anticipated as well …BUT: I had also never thought that even the smallest progress at the house would bring this much joy to me. Let it be a newly painted wall, the cleared garage or the new washbasins or windows in the rooms. Everything I did on my own is of course even more special. Everytime I wallpaper or paint a room, I go back there in the evening to look if everything turns out alright and admire the progress. It might be comparable to the situation when you go to the room of your child again at night to watch it sleep and experience moments of absolute contentment and happiness.

I must say that sometimes I miss this feeling of freedom of the first weeks in the house when „fully immersing into renovating this old building and had not  many other obligations“. This time quickly went by. I soon started to write my business plan, raised funding, dealt with financing matters and had to get many other things sorted out. Now, I am in the middle of the founding process with lots of administrative and formal issues to deal with. And apart from this, I sometimes think that I dissipate my energies as there is so much to do. The main reason is that I have started to work as a freelancer from home a bit. Mostly translations, but also other things. And I am working for a company that creates apps to learn languages where I really like to work. But everything also results in fixed appointments. And I can’t work on my own at the house during this time. Further, there is all the planning of the renovation works and the preparation for helpers – all this is priority because I want things to progress. And I want to complain by no means, okay? I am overwhelmed by all the nice visitors, helpers and the interest in my project. This is amazing and I am fully aware that I would never be able to do this on my own. And today, I particularily have no reason to complain: I went for a run at 11 am and I removed wallpapers for 2.5 hours in the afternoon without any disturbance (so therapeutic). This proves that I do have some time left.

So, when will you open?

I am regularily asked how I progress with my works, when I plan to open the Lodge or if I already have guests (to the latter question I would like to reply: come and look at my construction site…). Last year, I had hoped that I’d be able to open in summer 2016. Despite doing what I can and all the help, I don’t think that this assumption is still realistic. But on the other hand, I don’t want to create the impression that the opening will be delayed to any date. No! I want to have guests here as soon as possible. On the one hand because so many people follow what’s going on here and want to come (and I really want to see you here), on the oher hand, I should make some money at some point… but living at this construction site at the moment, I can’t advertise the official opening (inclucing marketing, an opening party or getting media attention). My current plan therefore ist o hopefully be ready at the end of summer / beginning of autumn to be not living on a construction site any more and to having the first rooms entirely ready to welcome first guests. I rather want to start passively advertising-wise (through mouth-to-mouth referrals and the internet appearance – so please don’t stop to talk about my project and hand out my cards) and to slowly find myself into my new role as a host. It might be possible that there will already be a lot going on towards the end of the year – but I can’t say it for sure. This is called entrepreneurial uncertaintly (and I find it kind of exciting at the moment). And if everthing goes well, I plan to make publicity form the “Black Forest Lodge“ for the high season in 2017. In one sentence, I do my best to receive first guests in 2016! My motivation remains very high. And if you want to come this year as guests: don’t hesitate to ask about the progress. And I will announce it as soon as I take official bookings.

I’ll take a walk through the house now and admire the removed wallpapers in the future utility rooms (what I wrote above holds even true for removed wallpapers, no joke).

4 thoughts on “Eine Zwischenbilanz und ein Ausblick – a short recap and an outlook

  1. Auf die Gefahr hin, dass ich mich echt wiederhole: ich bewundere dein Vorhaben nach wie vor unheimlich und wünsche dir – auch wenn der eigentliche Zeitplan sich vielleicht etwas verschiebt -, das es weiterhin so läuft, wie du es dir erträumt hattest und inzwischen ja auch wirklich hart erarbeitest.
    Und wenn in deiner Lodge auch Hunde willkommen sind, kann es gut sein, dass der Lieblingsmann, -hund und ich irgendwann auch deine Gäste sein werden. ^_^
    Liebe Grüße, Ramona

    1. Du darfst dich so oft wiederholen, wie du willst, Ramona!
      Und: das ist wieder ein lustiger Zufall. Genau gestern Nachmittag habe ich mit jemandem darüber gesprochen (und wirklich die Vor- und Nachteile abgewägt), ob bei mir Hunde erlaubt sein werden. Ich mag Hunde ja sehr, aber manchen stört es vielleicht. Ich werd mal noch mit ein paar Pensionsbetreibern sprechen, bei denen Hunde willkommen sind, wie das bei denen so läuft. Deine Nachricht spricht ja dafür, Hunde auch willkommen zu heißen. Ich informiere dich auf jeden Fall, wenn ich mich entschieden habe!
      Liebe Grüsse zurück,
      Sarah

  2. Hi Sarah. I was introduced to your blog by your dad and find it wonderful that you will soon be entering the same world I have been in for 20 years – and it grows and grows. Congratulations on your project so far. I was interested in the comments about the dogs – hence my writing. In my own B&B I aloow pets and have had many a dog cat even parrots as visitors. I also have 2 of my own dogs and two cats. I find that people in South Africa that travel with their animals actually really love their animals almost more than than their kids so they are clean and dewormed vaccinated etc. However, one should charge the full amount for a pet as they do leave hair etc – which means needing extra cleaning. It is the same topic as allowing children – kids can be perfectly behaved or very energetic. Kids can also be tidy or make quite a mess. Someone needs to tidy that up as well. So I always charge for kids as well. One thing I do know is that one should only allow one guest with a pet at a time – otherwise the dogs bark endlessly etc. A nice challenge for every B&B owner/manageress. In the 4 star hotel where I work no pets are allowed. An interesting topical debate. Keep going. One day I would also love to visit the BFL. Knd regards fromBredasdorp – Souuth Africa.

    1. Hi Barbara,
      it’s so nice of you to share your experience on this topic, this is truly informative for me and will help me with my decision (that I have not yet taken). Thanks and regards to South Africa,
      Sarah

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