Über Materialismus – about materialism

Thought

*** please scroll down for the English version of the text ***

Es kommt mir manchmal noch geradezu unwirklich vor, wenn ich durch MEIN Haus laufe und realisiere, dass ich mich in den eigenen vier Wänden bewege. Genauso ergeht es mir, wenn ich draußen in MEINEM Garten sitze, auf MEINEM Grundstück, mit Blick auf MEINE Wiese.

Vor Kurzem noch habe ich für zwei Monate während der Pilgerreise praktisch aus einem Rucksack gelebt. Und ich habe dabei nichts wirklich vermisst, es war auch irgendwie befreiend und so schön einfach und praktisch, immer alles bei sich zu haben. Und davor fand ich es sehr interessant, über den Trend zum Minimalismus zu lesen: keine Zeit und Energie mit Kaufentscheidungen zu verbringen, wenig zu besitzen, um das man sich kümmern muss – das klingt für mich alles sehr plausibel.

Und nun bin ich doch wieder beim Materialismus angelangt. Großes Haus. Eigenes Auto. Und ich kaufe noch oft Dinge aus dem Baumarkt dazu (Baustellenstaubsauger, Akkuschrauber …). Wie passt das zusammen, frage ich mich? Ich habe mir alles nicht aus der Motivation heraus gekauft, möglichst viel zu besitzen. Mir aber einen Lebensstil gewünscht, der als einfaches Leben auf dem Land bezeichnet werden kann. Und seit ich mein Geld in etwas Physisches investiert habe anstatt es auf dem Konto zu lassen, bin ich erleichtert. Insofern passt diese Entscheidung, auch eine Entscheidung praktischer Natur. Und das Haus soll ein offenes Haus sein, ich würde den Platz gerne mit anderen teilen. Autos konnte ich ja noch nie Begeisterung abgewinnen, die waren für mich immer reine Gebrauchsgegenstände (und bisher habe ich nie eines benötigt). Für meinen jetzigen Lebensstil ist ein Auto für sämtliche Einkäufe aber unabdingbar.

Nun, ich gebe zu, es ist etwas anderes, im eigenen Haus zu wohnen – ich genieße es. Und auch für mein Autolein empfinde ich gewisse Sympathien – ich mag ihn, meinen kleinen schwarzen Renault. Und seit ich letzte Woche meine neue Essgruppe frisch gestrichen habe, hänge ich auch zum ersten Mal in meinem Leben an einem Möbelstück.

Und um mir meine eigene Frage zusammenfassend zu beantworten: Mein Herz hängt an nichts von alledem und mein Lebensglück hängt davon auch nicht ab. Ich bin der Meinung, dass es auf ganz andere Dinge wirklich ankommt. Für mich passt es aber insofern, dass es schön ist, wenn ich mich an diesen materiellen Dingen, die ich nicht des Besitzens wegen gekauft habe, aber durch meinen Lebenswandel bedingt nun besitze, freuen kann.

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Sometimes, it still seems somehow unreal to me when I am walking through MY house an I realise, that I am moving within my own four walls. Same situation when I am sitting in MY garden, on MY property, looking at MY meadow.

A short time ago during my pilgrimage, I have been living out of a backpack for two months. And I did not really miss anything, I rather felt liberated and it was so easy and practical to always carry all my belongings with me. Before that experience, I became interested in reading about the trend to minimalism: no need to spend time and energy on buying decisions, possessing little you need to take care of – this all sounds very reasonable to me.

And now I am back into materialism. A big house. A car on my own. And I buy new things in the DIY-store pretty often (e.g. a vacuum cleander for construction sides and a cordless screwdriver). I am asking myself: how does that compare to what I just wrote? Well, I haven’t been buying my new belongings because I wanted to possess as much as possible. But I was longing for a different lifestyle, a simpler life on the countryside to be precise. And now I feel relieved having invested my money into something physical and not keeping it on my bank account. A decision of practical nature to some extend. And my house is supposed to become an open house, where a spirit of sharing prevails. I have never been interested at all in cars (and so far, I have never needed one). But for my new lifestyle, a car to go shopping is indespensable.

Well, I admit that it feels different to be living in my own house – I  enjoy it. And I have also started to like my little black car. And since I have painted my new living room table and chairs last week, I feel attached to furniture for the first time in my life.

To summarise the answer to my own question: I still could life without these things and the luck in my life does not depend on them either. I still think that what matters in life is not related to the things I just mentioned. But it is absolutely fine if I enjoy all the things which I now own because of my new lifestyle, but which I have not bought in order to possess.

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