Verantwortung übernehmen – taking responsibility

Entrepreneurship, Thought

responsible 2

*** please scroll down for the English version of the text ***

In meinem Artikel „Der Bezug zu dem, was ich tue und konsumiere“ habe ich mich vor allem auf den „Konsum-Teil“ konzentriert, weshalb ich nun noch ein paar Worte zum „Tun-Teil“ verlieren werde. Dem liegt der gleiche Gedanke zugrunde, nämlich dass ich das Gefühl habe, dass in unserer modernen, komplexen Welt viele Leute den Bezug zu dem, was sie täglich tun, verloren haben. Auch auf beruflicher Ebene, in den Jobs, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und bei der Arbeit verbringen die meisten von uns den Großteil ihrer Lebenszeit! Eine Gesellschaft in der es Arbeitsteilung gibt, ein Erbe aus dem Industrialisierungsprozess, hat auch positive Aspekte, aber ich denke, dass wir es in mancher Hinsicht zu weit getrieben haben. Wenn man die meiste Zeit für jemand anderen arbeitet, aber gar nicht mehr versteht, worum es eigentlich geht und nur ein kleines Rädchen in einem riesigen Konstrukt ist, verliert man den Bezug zu dem, was man tut. Es besteht folglich die Gefahr, dass einem alles egal wird und dass man sich auch nicht verantwortlich für das fühlt, was man tut. Und sobald das für ein paar oder einige Leute in einer Organisation der Fall ist, können Dinge außer Kontrolle geraten – unabhängig von der Position in der Hierarchieebene (ich will das jetzt nicht näher ausführen, nur das Stichwort „letzte Finanzkrise“ einwerfen).

Daher mache ich die Aussage, dass Firmen zu groß werden können. Hinter jedem Unternehmen, das zu einem Weltmarktführer geworden ist, steckt unbestritten eine gute Idee und ein tolles Geschäftsmodell. Aber ab einer bestimmten Firmengröße überwiegen die Nachteile. Ich habe den Eindruck, dass Manager großer Firmen keinen Bezug mehr zu den strategischen Entscheidungen haben, die sie treffen, sofern sie nur zum Managen und Heranscheffeln von mehr Geld eingestellt wurden. Das gleiche gilt übrigens, wenn auf eine oder mehrere beim Staat angestellte Personen zu viel Macht konzentriert ist. Öffentliche Gelder werden so leicht ausgegeben und zum Fenster hinausgeschmissen. Menschen verhalten sich anders, wenn sie ihr eigenes Geld ausgeben und direkt mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontiert werden. Und deshalb fasziniert mich das Konzept des Unternehmertums so sehr. Ein Unternehmer fängt normalerweise klein an, oft nur mit einer Idee. Und er hat einen Bezug zu dem, was er tut. Er tut es mir Leidenschaft und vollem Einsatz – aus idealistischen Gründen aber eben auch weil seine Existenz von seinem Handeln abhängt.

Und anstatt eine Karriere in einem großen Unternehmen anzustreben (was ja seit der Schulzeit mein Antrieb war), habe ich mich nun für den Weg entschieden, irgendwo klein anzufangen. Aber mit dem Wissen um die Freiheit, nach meinen Prinzipien handeln zu können. Und ich will Verantwortung übernehmen – für Dinge, die ich hoffentlich kontrollieren kann.

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In my article „The relation to what I do and consume“, I have focused on the „consuming part“. And now, I want to say a few words about the „doing part“. The same reasoning lies behind, I do have the feeling that in this modern and complex world, many people have lost the relation to what they are doing on a daily basis, also on a professional level, in their job to earn a living. And this is what most of us spend most of their time on! Division of labour, a heritage from the process of industrialization, does have positive aspects, but I think, in some cases, we have taken it much too far. If you spend most of your time working for somebody or something and you are not able to get the whole picture anymore, you are just a small part of an intangible big thing, you automatically lose the relation to this. And as a consequence, the danger is that you do not care, you do not feel responsible any more for what you are doing. And if this holds true for a few or many people in an organization, things can get out of control – independent of their role or position in the hierarchy (I do not want to go into details of this, but just think of the last financial crisis).

That’s why I make the statement that companies can become too big. There is a great idea and business model behing every company that has been able to grow to a world market leader. But still, at some point, you can observe that negative aspects of it prevail. I have the impression that managers of big companies have no relation to the strategic decisions they take if they are just employed for the sake of managing and growing/making more money. The same applies if too much power is concentrated on one or a few persons who work for the government. Public money is spent and wasted so easily. Because people act differently if they spend their own money and are directly confronted with the consequences of their decisions. That’s why I am so font of the idea of entrepreneurship. An entrepreneur usually starts small, with an idea. He is related to what he does, passionate and he cares – for idealsistic reasons but also because his existence often depends on how he acts.

And instead of aiming for a career in a big company (this has been my motivation during the last 10 years until I quit my job), I have chosen to try out the way to start small somewhere, but having the freedom to act according to my own principles. And I want to take responsibility – for the things I can hopefully control. 

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