Wie das Laufen zu meiner Lieblingsbeschäftigung wurde – how running became my favourite activity

Sports

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Am vergangenen Sonntag fand in Bräunlingen der Schwarzwaldmarathon zum 48. Mal statt. Ich lief den Halbmarathon dort zum zweiten Mal. Vor genau drei Jahren war genau dieser Lauf das erste Rennen, an dem ich teilnahm. Aus Nostalgie und weil ich lustigerweise nun im Schwarzwald wohne, wollte ich mir das Event dieses Jahr keinesfalles entgehen lassen und nahm wieder ein wundervolles Lauferlebnis mit, was mich heute dankbar und glücklich stimmt.

Jeder der mich ein wenig kennt, weiß, wie wichtig mir das Laufen ist. Und da ich auch schon öfter gefragt wurde, wie ich zum Laufen kam, nehme ich dies zum Anlass, meine Geschichte zu erzählen:

Zum ersten Mal zum joggen gegangen bin ich als Teenager. Alle paar Monate habe ich in einem Anfall von „ich muss abnehmen“ meine Laufschuhe geschnürt und bin einmal oder an ein paar Tagen hintereinander 30 Minuten gelaufen, in einem Tempo, das der Walkinggeschwindigkeit sehr nahe kommt. Also immer nur sehr sporadisch und sehr kurz Zu wenig ausdauernd, als dass man irgendwelchen Fortschritt hätte bemerken können. Dennoch stand „joggen“ schon immer in meinem Lebenslauf, was mir heute etwas peinlich ist, wenn ich an die Zeit zurückdenke, die mehr als 3 Jahre in der Vergangenheit zurückliegt 😉

Nun gut, zurück ins Jahr 2012, als ich noch in Zürich wohnte und der Auslöser für mein gezieltes Lauftraining kam. An einem Sommertag habe ich mal wieder einen „Lauf-Anlauf“ gemacht. Abends waren zufälligerweise meine Eltern zu Besuch. Denen erzählte ich ganz stolz, dass ich morgens meeegaweit gelaufen war (seit ich die Pulsuhr habe, weiß ich, dass es 9 km waren. Auch wenn ich damals sicher 1,5 h für diese Distanz gebraucht habe, immerhin. Die paar Mal, die ich davor in Zürich laufen war, waren es maximal 4 Kilometer). Mein Papa erwischte mich auf dem richtigen Fuß, als er anmerkte, dass in drei Monaten, im Oktober, wieder ein Halbmarathon in Bräunlingen stattfinde, wo er und meine Mama mitlaufen würden – und ich sei herzlich eingeladen, ebenfalls teilzunehmen. „Einen Halbmarathon, 21,1 km laufen, kann ich denn das?“ – das war natürlich mein erster Gedanke. Und dieser Gedanke hat mich auch die nächsten drei Monate begleitet. Auch wenn ich mich an diesem Abend noch nicht entschieden hatte, den Halbmarathon zu laufen, so habe ich es mir ernsthaft überlegt und begann zu trainieren. Mit einem Ziel vor Augen, in diesem Fall der Herausforderung Halbmarathon, trainiert es sich besser… da ich alles sehr ernst genommen habe, begann ich, Bücher über’s Laufen zu lesen, Krafttraining zu machen (das Fitnessstudio in meiner letzten Firma war dabei sehr hilfreich, genauso die Laufbänder), kaufte von Pulsuhr über Kleidung und Schuhe die volle Ausrüstung zusammen – und natürlich lief ich auch, langsam die Umfänge steigernd. Das Training begann zu wirken. Vor dem Halbmarathon in Bräunlingen war ich äußerst nervös. Aber ich schaffte es, den Lauf in meinem langsamen Wohlfühltempo zu bestreiten, hielt die 21 Kilometer durch während ich die Landschaft und Stimmung genoss und mich vom Publikum anfeuern lies, und so wurde mein erster Halbmarathon zu einem einzigartigen Erlebnis. Die ganze Veranstaltung hat mir so einen riesen Spaß gemacht, dass ich seitdem „angefressen“ war.

So hörte ich danach nicht auf zu laufen, sondern lief mehr, und länger. Ich schloss mich einem Lauftreff in Zürich an, sodass auch ein Teil meines Soziallebens (und zwei Jahre später ein Großteil) beim Laufen stattfand. In den folgenden Monaten ernährte ich mich auch automatisch gesünder, und ich versuchte, generell wenig zu essen. Zusammen mit dem Sport nahm ich bald mehr als 8 Kilo ab und fühlte mich wahnsinnig wohl. Zum ersten Mal in meinem Leben litt ich nicht mehr unter Gewichtsproblemen und fühlte mich nicht „zu dick“, wenn ich in den Spiegel schaute. Ein komplett neues Körpergefühl war das. Im Februar 2013 machte ich dann einen Marathon-Check beim Arzt, da ich schon Marathon laufen wollte. Eine Schnapsidee, das so früh tun zu wollen. Der Arzt wies mich zum Glück in Schranken und sagte mir, dass mein Körperfettanteil absolut gesehen immer noch relativ hoch sei und ich Muskeln aufbauen müsse. Das versuchte ich in den nächsten Monaten, natürlich während ich fleißig weiterlief. Und ich merkte auch, wie sich mein Körper weiter veränderte und fühlte mich immer kräftiger und leistungsfähiger. Nach vielen weiteren tollen Lauferlebnissen verbrachte ich eine Woche im Sommer in einem Laufcamp und finishte nach gewissenhafter Vorbereitung im Herbst meinen ersten Bergmarathon – ebenfalls überglücklich. Und ich lief auch danach weiter.

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Über die folgenden Höhen und Tiefen werde ich in einem anderen Beitrag berichten, ich sage immer, dass ich seit 3 Jahren eine sehr emotionale Beziehung mit dem Laufsport führe. Aber was ich nun noch schreiben will ist, dass ich gleichzeitig mit dem Laufen auch das schöne Gefühl kennen lernte, sich zu bewegen und körperlich fit zu sein. Und wie schön es ist, dies draußen zu tun. So lernte ich die Natur in all ihren Jahreszeiten kennen und lieben. Zudem bekam ich ein Gefühl für die Außentemperatur, Distanzen und Höhenunterschiede. Und da ich in der Schweiz wohnte, verliebte ich mich bald in die Berge. Aber auch schon die Nahumgebung bei mir in Zürich eröffnete mir eine neue Welt. Wie konnte ich die Wälder, Seen und Hügel im Umkreis von 10 Kilometern in ihrer Schönheit so lange ignorieren, frage ich mich. Ich weiß es nicht, jedenfalls haben mich die Entdeckung einer neuen Welt praktisch vor der Haustüre sowie ein neues Körpergefühl sehr geprägt und mir unglaublich viel Freude und Lebensqualität geschenkt. Und allen Gelegenheitsläufern empfehle ich schlichtweg, sich ein Ziel zu suchen, sprich, sich für einen Lauf anzumelden, darauf mit Plan zu trainieren und den Prozess sowie den Lauf zu genießen! Aber bitte nicht mit einem Marathon starten, auch ein 5-Kilometerlauf ist besser als ein Halbmarathon für den Anfang und bringt genauso viel Finisherglück.

Anmerkung zu meinem Training: ich bin zur Zeit im Training und habe meine Umfänge wieder gesteigert, allerdings trainiere ich bei Weitem nicht so ambitioniert wie im letzten Jahr. Vondaher habe ich auch körperlich viel weniger Probleme und auch mein rechtes Bein macht nur selten Faxen (auch wenn ich der Ursache für meine Probleme mit dem Bein nie auf die Spur gekommen bin).

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Last Sunday, the Schwarzwaldmarathon („Black Forest Marathon“) in Bräunlingen took place for the 48th time. I have been running the half marathon there for the 2nd time. Exactly three years ago, this run has been the first race I have ever participated in. For nostalgic reasons and as I happen to live in the Black Forest now, I absolutely wanted to run again this year. I had a great run, so that I felt grateful and happy when driving home after the event.

Everybody who knows me at least a little bit, is probably aware of the importance that running has for me. As various people have asked me to tell how I started running, I take this event as an occasion to write down my story.

I have been going for an official jog for the first time when I was a teenager. Every few months, in a burst of the thought „I need to lose weight“, I put on my running shoes and went either once or a few days in a row for a 30 minute run – in a pace close to walking. I hence did only very sporadic and short runs. I had shown by far too little endurance to be able see any noticeable results from this activity. But even before I began to run as I define it today, “running” was listed as a hobby in my CV. I am a little embarrassed about that today 😉

Well, back to the year 2012 and to the event that triggered my running love story: I was still living in Zurich and on a summer evening, my parents came to visit me. I told them very proudly during dinner that I had been running veeeery far this day (since I have been the owner of a heart rate monitor, I know that the distance I had run was 9k, and it probably took me around 1.5 hours to run that far. But on previous runs, I never made it further than 4k in total). My dad simply caught the right moment when he told me that in 3 months, a half marathon in Bräunlingen would take place that he and my mom would be running it – and of course, I was invited to participate as well. „A half marathon? 21.1k? Can I do this?“ – these questions came to my mind first. Though I did not take a decision to run that race that evening, I seriously considered trying out and started to train. With an aim in mind, in this case the challenge to run a half marathon, training goes a lot better …. As I took everything very seriously, I started to read a lot about running, did some strength training (the fact that there has been a fitness studio at my former company helped), bought a heart rate monitor and running equipment … and of course I ran as well, steadily increasing my mileage (I tried to do that in a very reasonable way). The training slowly showed effects. I felt well prepared for the half marathon but have also been very nervous before it. But I managed to run the whole race in a speed that felt comfortable for me and kept up to the end, enjoying the landscape and atmosphere, making this first race a very special experience for me. I felt so much joy that from this moment on, I have been completely enthusiastic about everything related tot he keyword „running“.

I hence did not stop running after my first half marathon – I ran more and longer. I joined an open running club in Zurich, and part of my social life (and two years later a LOT of my social life) took place while running. In the following months, I tried to eat healthier and in general less. Together with the sports, I soon lost more than 8 kilograms and felt really well. For the first time in my life, I haven’t been suffering from weight problems any more and did not feel too fat when looking in the mirror. In February 2013, I made a marathon-checkup, because I had already wanted to run a marathon. A really bad idea to make plans to do this that soon. The doctor luckily told me that I shouldn’t do this, because I did not yet have enough muscles and my body should have more time to adapt to all the sports I had started to do a few months ago (the percentage of my body fat was too high meaning that I needed to build muscles). I tried to do build muslces and eat well in the following months, and I steadily felt stronger and more powerful. After many more great running experiences, I spent a week of my summer holiday in the Swiss mountains in a running camp. And in September 2013, I did finish my first mountain marathon after a monthlong, serious training. This has been a highlight. And I kept running on … 

I will write about all the following heights and lows in another blog article. I use to say that I have had a pretty emotional relationship with the sports of running for the last three years. What I want to point out why running has become so important to me. Actually, you have to see this change of lifestyle in the bigger context: with the running, I discovered how great it is to be active and how it feels to be fit. Further, I discovered the nature, got a feeling for different temperatures, seasons, distances and altitudes. And as I have been living in Switzerland, I fell in love with the mountains as well. But even in the near surroundings in Zurich, I found a lot of interesting things: I still wonder how I could have ignored all the beautiful woods, lakes and hills in a radius of 10 kilometres from my home. Well, this discovery of a new world practially in front of my housedoor as well as a good body feeling brought a lot of joy and quality to my life. That’s why I strongly recommend to all occasional runners to search for an aim, meaning to sign up for a race and to train for it with a plan and to enjoy the process! But please don’t start with a marathon, a 5k-run might even be better than a half marathon for the start.

About my training: I actually am in training and increased my mileage during the last months, but as I am by far not training with as much ambition as I used to, my body feels alright and I usually don’t have problems with my right leg anymore (even if I never found out the source of my problems in the last year).

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finishing in 2012 …

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happy finishers in 2012

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fighting in 2015 … before the finish line

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the same three happy finishers in 2015

5 thoughts on “Wie das Laufen zu meiner Lieblingsbeschäftigung wurde – how running became my favourite activity

  1. Hallo liebe Sarah!
    Schön zu lesen, wie du zum Laufen kamst. Das ist -neben dem Kochen- auch meine Lieblingsbeschäftigung und ich bin momentan auch fleißig am Trainieren: am 1. November geht es zu einem 10km-Lauf und am 6. Dezember nehm ich dann hier in meinem Studienstädtle Tübingen am Nikolauslauf teil. Das ist eine Halbmarathondistanz. Für mehr Kilometer bin ich dann doch zu faul 😉 Freu mich, dass es so gut bei dir läuft und wünsch dir weiter viel Spaß!!! Glg, Miriam

    1. Hallo Miriam,
      wow, dann mal viel Erfolg bei deinen anstehenden Läufen.
      Mit dem Nikolauslauf habe ich auch schon geliebäugelt, würde mich melden, falls ich da auch laufe. Aber die Startplätze sind ja immer sehr schnell weg, wenn ich das richtig in Erinnerung behalten habe, evtl bin ich eh schon zu spät dran.
      Gruss,
      Sarah

    1. Ich habe gerade gesehen, dass man sich noch anmelden kann. Ich weiß aber noch nicht, ob ich Zeit habe. Aber ich schreib dir ne Mail, wenn ich mitlaufe-

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